Laß jucken, Kumpel

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Filmdaten
Originaltitel Lass jucken Kumpel
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache deutsch
Erscheinungsjahr 1972
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Franz Marischka
Drehbuch Franz Marischka
Gunter Otto (als Friedrich G. Marcus)
Produktion Deutsche Dynamic-Film GmbH
Barny Bornhauser Film GmbH
Musik Jochen Baum
Kamera Gunter Otto
Schnitt Hermann Haller
Besetzung

Lass jucken Kumpel ist der Titel eines deutschen Sexfilms aus dem Jahr 1972 und einer daran anschließenden Filmreihe nach dem gleichnamigen Roman von Hans Henning Claer.

Hauptdarsteller im ersten und zweiten Teil ist Michel Jacot als Bergbau-Arbeiter Heiner Lenz, der zahlreiche Sex-Abenteuer erlebt. Die explizite Handlung und die Attraktivität der zahlreichen barbusigen Darstellerinnen in Verbindung mit einem vorgeblich sozialkritisch-proletarischen „touch“ sorgten für volle Kinokassen. Regie führte Franz Marischka. Handlungsort der Filme ist die Ruhrgebiets-Stadt Bergkamen.

Titel, Redensart[Bearbeiten]

Lass jucken ist in Ruhrdeutsch eine Aufforderung, eine Handlung dringend abzuschließen, und bedeutet so viel wie „Mach schnell“, „Mach hin“, „Lass knacken“.[1] Im Film treibt der Steiger mit diesem Ruf seine Kumpel zur Arbeit an.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung des ersten Films Lass jucken Kumpel hat nur untergeordnete Bedeutung. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Heiner und Gisela Lenz, in deren Ehe es wegen Heiners gesundheitlichen (die Bandscheibe) und beruflichen Schwierigkeiten als Kumpel auf der Zeche Reichskanzler kriselt. Daneben werden kaum zusammenhängende, aber zahlreiche Eskapaden im Bekanntenkreis des Ehepaares dargestellt.

Entstehung und Vermarktung[Bearbeiten]

Die Rechte an dem Roman von Hans Henning Claer hatte zunächst Produzent Luggi Waldleitner erworben. Als Vorsitzender der Aktion Saubere Leinwand wollte er den Roman dann doch nicht verfilmen und verkaufte die Rechte an Gunter Otto, erwarb allerdings im Gegenzug die Auslandsrechte. Produzent Otto schrieb nicht nur den Erstentwurf des Drehbuchs, sondern fungierte auch als Kameramann.

Einige Dreharbeiten sollten in den Kohlengruben von Bochum stattfinden, doch bei den Verhandlungen mit den zuständigen Behörden stellte sich heraus, dass Claers Roman vielfach als Nestbeschmutzung empfunden wurde. So suchte man sich im oberbayerischen Penzberg einen stillgelegten Stollen. Weitere Drehorte waren Pasing, Memmingen, Kufstein, Freilassing und Ulm.

Regisseur Franz Marischka hatte die bevorstehende Verfilmung vor Journalisten zunächst als sozialkritischen Dokumentarfilm angekündigt und musste danach die enttäuschten Kinobesitzer erst wieder mit einem eindeutigen Trailer beruhigen.[2] Die Uraufführung fand am 28. Juli 1972 statt.

Auszeichnung[Bearbeiten]

Der 1972 erschienene Film lag unter den deutschen Filmen im Hinblick auf den geschäftlichen Erfolg auf Platz fünf und wurde 1973 für seinen kommerziellen Erfolg mit dem Preis Goldene Leinwand ausgezeichnet. Er hatte in der Bundesrepublik etwa vier Millionen Zuschauer.[3]

Kritiken[Bearbeiten]

  • Heyne Filmlexikon (1996):„Potente Ruhrpott-Stenze und ständig erhitzte Weiber spielen die tragenden Rollen in diesem Bergbau-Drama nach einem Roman von Hans Henning Claer. Nicht mal der Dialekt der Akteure kann vor dem Ohr des Zuschauers bestehen.“
  • Film-Dienst 1976:„Angeblich unverfälschte Schilderung typischer Alltagsgegebenheiten im Ruhrgebiet: Weithin ordinäre Pornographie, mit rüdem Jargon, der als Kumpeldialekt ausgelegt wird, unterlegt.“
  • Lexikon des internationalen Films: Erster Teil einer Sexkomödienreihe, die von dem gleichnamigen semipornografischen Roman des früheren Amateurboxers und Polizisten Hans Henning Claer ‚inspiriert‘ wurde. Die vorgeblich im Ruhrgebiet spielenden Filme wollen ihren rüden Jargon als ‚Kumpeldialekt‘ verstanden wissen. Im Zentrum (…) steht ein Zechenarbeiter, der trotz Bandscheibenschadens seiner attraktiven Frau zuliebe ‚malocht‘, während diese ihren diversen Sexabenteuern nachgeht.[4]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1972: Lass jucken Kumpel
  • 1973: Laß jucken, Kumpel 2. Teil – Das Bullenkloster
  • 1974: Laß jucken Kumpel 3. Teil – Maloche, Bier + Bett: Die „Sex-und-Suff-‚Handlung‘“ (Lexikon des internationalen Films) wird diesmal durch die Vorbereitungen auf zwei Hochzeiten bestimmt, außerdem gibt es einige Landser-Anekdoten
  • 1974: Zwei Kumpel auf der Alm - Liebesgrüße aus der Lederhose II. Teil (aka Laß jucken Kumpel 4. Teil): Regisseur Franz Marischka wagt ein Crossover seiner Ruhrpottsaga mit den ebenfalls von ihm verantworteten Lederhosenfilmen: Frauen aus dem Ruhrgebiet vergnügen sich im Allgäu abwechselnd mit den einheimischen und ihren eigenen Männern; Diese Verquickung führt zu doppelt peinlichen Szenen. Übel hingegen sind die Prahlereien mit ‚Heldentaten‘ in NS- und Kriegszeiten. – Lexikon des internationalen Films
  • 1974: Der Kumpel lässt das Jucken nicht - Täglich Blasmusik im Hinterhaus (5. Teil): Ein von seiner Frau abgewiesener Ehemann tröstet sich mit der Nachbarin und Bier en masse: Trübe Sexklamotte. – Lexikon des internationalen Films
  • 1981: Laß laufen, Kumpel (6. und letzter Teil der Serie): Folgt den Eskapaden zweier Fußballspieler im Ruhrgebiet, Ordinäre Mischung aus Klamauk und Pornografie – Lexikon des internationalen Films

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Hentschel: Lass jucken! - Die Kumpelfilme der 1970er von Martin Hentschel, Düsseldorf 2014, ISBN 978-1500798475

Quellen[Bearbeiten]

  1. Reviertalk, Lexikon der Ruhrgebietsterminologie
  2. Franz Marischka: Immer nur lächeln. Almathea, Wien 2001, ISBN 3-85002-442-3, S. 232ff.
  3. http://www.insidekino.com/DJahr/DAlltimeDeutsch50.htm
  4. Laß jucken, Kumpel im Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]