La Argentina

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter La Argentina (Begriffsklärung) aufgeführt.

La Argentina, geborene Antonia Rosa Mercé y Luque (* 4. September 1890[1] in Buenos Aires, Argentinien; † 18. Juli 1936 in San Sebastiano, Argentinien), war eine spanische Flamenco-Tänzerin und Choreografin argentinischer Herkunft.

La Argentina (1930)

Leben[Bearbeiten]

Antonia Mercé war das einzige Kind des spanischen Ehepaares Josefa Luque und Manuel Mercé. Ihre argentinische Herkunft inspirierte sie zu ihrem späteren Künstlernamen. Bereits zwei Jahre nach ihrer Geburt zogen die Eltern, beide Berufstänzer, zurück nach Madrid. Ihr Vater unterrichtete sie in Ballett und klassischem Tanz am Teatro Real. Schon mit nur neun Jahren war sie Primaballerina an der Madrider Oper. Als sie dreizehn Jahre alt wurde, starb der Vater. Sie gab das Ballett auf und wurde von ihrer Mutter in spanischen Tanz unterrichtet. Schnell folgten Auftritte in Varietés und Music Halls. 1905 tanzte sie im Teatro Ateneo und fünf Jahre später in der Operette L'Amour en Espagne im Moulin Rouge in Paris.

In Paris tanzte sie 1910 in der Operette L'Amour en Espagne im Moulin Rouge und 1912 in La Rose de Grenade im Olympia. Ab 1912 tourte sie u.a. durch Deutschland, Belgien und England. Ihre Tournee durch Russland wurde vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen. 1915 choreographierte sie die Tänze für Manuel de Fallas El Amor brujo. Im gleichen Jahr begann sie eine Tournee durch Südamerika. In New York tanzte sie auf Einladung des Komponisten Enrique Granados in dem Stück Goyescas. Bis zum Ende des Weltkrieges absolvierte sie mehrere Gastspiele in Mexiko und kehrte dann nach Paris zurück. La Argentina arbeitet u.a. mit den Komponisten Isaac Albéniz und Maurice Ravel zusammen.

Zwischen 1926 und 1936 folgen viele Auftritte und Tourneen, die sie bis in die Philippinen führen. 1928 gründet sie ihr eigenes Tanzensemble und 1930 wird ihr das Kreuz der französischen Ehrenlegion verliehen. Am Tage des Ausbruchs des spanischen Bürgerkrieges starb La Argentina an einem Herzanfall.

1977 erinnerte sich der japanische Butoh-Tänzer Kazuo Ono mit dem Tanz Admiring La Argentina an die legendäre Tänzerin. Sie gilt bis heute als Erneuerin des spanischen Balletts.

Literatur[Bearbeiten]

  • Suzanne F. Cordelier: La vie brève de la Argentina. Paris 1936
  • Monique Paravicini (Hrsg.): Argentina. Gilberte Cournand, Paris 1956
  • Argentina. Bienal de Arte Flamenco (V el Baile). Sevilla 1988
  • Ministerio de Cultura (Hrsg): Homenaje en su Centenario 1890-1990 Antonia Mercé 'La Argentina'. Madrid 1990
  • Suzanne de Soye: Toi qui dansais, (you danced and danced) Argentina. Paris 1993
  • Carlos Manso: La Argentina, fue Antonia Mercé. Buenos Aires 1993
  • Ria Schneider (Hrsg.): Argentina. Antonia Mercé. Kastagnettenstücke, entstanden 1912-1936. IGkK, Köln 1993
  • Brygida M. Ochaim, Claudia Balk: Varieté-Tänzerinnen um 1900. Vom Sinnenrausch zur Tanzmoderne, Ausstellung des Deutschen Theatermuseums München 23.10.1998–17.1.1999., Stroemfeld, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-87877-745-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abweichend gibt die GND 1888 an.