La Fille du Régiment

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Werkdaten
Titel: Die Regimentstochter
Originaltitel: La Fille du Régiment
Form: Opéra comique
Originalsprache: französisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Jean-François Bayard, Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges
Uraufführung: 11. Februar 1840
Ort der Uraufführung: Paris, Opéra-Comique
Spieldauer: ca. 2 1/2 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Tirol
Personen
  • Die Marquise von Berkenfield (Mezzosopran)
  • Marie, eine vivandiere (Sopran)
  • Die Herzogin von Krackenthorp (Sprechrolle)
  • Sulpice, ein Hauptmann (Bariton)
  • Tonio, ein junger Bauer (Tenor)
  • Hortensius, Haushälter der Marquise (Bariton)
  • Ein Notar (Sprechrolle)
  • Ein Offizier (Bariton)

La Fille du Régiment (deutsch: Die Regimentstochter) ist eine komische Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Das Werk entstand während seines Pariser Aufenthaltes 1838–1843 in französischer Sprache. Es wurde am 11. Februar 1840 an der Opéra-Comique uraufgeführt und hatte nachhaltigen Bühnenerfolg. Lange gehörte es zum Standardrepertoire der Opernbühnen.

Handlung[Bearbeiten]

Eine direkte literarische Vorlage der Oper ist nicht bekannt. Es werden jedoch Schemata verarbeitet, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts weit verbreitet waren, so die Verklärung bäuerlich-soldatischer Ehrlichkeit und die Darstellung der adeligen Welt als falsch und verkünstelt.

Die Oper erzählt die Geschichte einer jungen Liebe, die zuerst scheitert und dann siegreich ist. Die schlichte Handlung ist für sich genommen kaum ernst zu nehmen. Sie bietet aber dem Komponisten das, was er für eine erfolgreiche Oper benötigt, nämlich reichlich Gelegenheit zu schwungvoll-rhythmischer Musik, mal militärisch, mal tänzerisch-beschwingt, mal romantisch.

Das Werk lebt vom Gegensatz zwischen der „falschen“ Welt des Adels und der „ehrlichen“ und „bodenständigen“ Welt des Militärs. Dies wird musikalisch besonders in der „Gesangsstundenszene“ am Anfang des zweiten Aktes deutlich.

Erster Akt[Bearbeiten]

Marie, ein Findelkind, wurde von den Soldaten des 21. französischen Regiments gemeinsam aufgezogen und lebt als Marketenderin mit der Armee.

Während einer Schlacht in Tirol bittet die Marquise von Berkenfield den Hauptmann des Regiments, Sulpice, um Geleit zu ihrem Anwesen. Die Soldaten des Regiments haben gleichzeitig einen jungen Tiroler Bauern namens Tonio festgenommen, und es stellt sich heraus, dass er Maries Liebhaber ist. Da Marie nur einen Soldaten heiraten darf, tritt Tonio in die Armee ein. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Marquise Maries Vormund ist. Deshalb muss Marie das Regiment und Tonio verlassen, um eine adelige Erziehung zu erhalten.

Zweiter Akt[Bearbeiten]

Selbstportrait Donizettis

Einige Zeit ist vergangen und die Marquise hat für Marie eine Hochzeit mit dem Sohn der Gräfin von Krackentorp eingefädelt. In einer Gesangsstunde soll Marie eine virtuose Belcanto-Arie singen, sie verfällt jedoch immer wieder auf die Hymne ihres 21. Regiments.

Tonio und das Regiment erscheinen auf dem Schloss, um die Hochzeit zu verhindern. Es stellt sich heraus, dass Marie das uneheliche Kind der Marquise ist. Da ebenfalls herauskommt, dass Marie keinesfalls auf einem Schloss aufgewachsen ist, sondern eine Vergangenheit als Regimentstochter hat, platzt die Hochzeit mit dem Baron von Krackentorp und der Weg ist frei für die beiden jungen Liebenden. Die Oper schließt mit einem Loblied auf die französische Nation.

Interpretationsgeschichte[Bearbeiten]

Das Werk gehört heute nicht mehr zum Standardrepertoire, weil die beiden Hauptrollen Marie und Tonio als extrem schwer gelten. Trotzdem hat die Rolle der frechen und schlagfertigen Regimentstochter immer wieder das Interesse von bedeutenden Sängerinnen auf sich gezogen. Bedeutende Interpretinnen der Marie waren Jenny Lind, Marcella Sembrich, Luisa Tetrazzini, Lily Pons, Joan Sutherland sowie in jüngerer Zeit Natalie Dessay und Diana Damrau.

Die erste Arie des Tonio gilt wegen der extrem hohen Lage (neun hohe Cs) als Grenzpartie für lyrische Tenöre. Bedeutende Interpreten des Tonio waren Luciano Pavarotti, Rockwell Blake und Juan Diego Flórez.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gaetano Donizetti: The Daughter of the Regiment (La fille du Regiment). Schirmer, London 1971.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: La Fille du régiment – Quellen und Volltexte (französisch)
 Commons: La fille du régiment – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien