La Gazette (Frankreich)

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Gazette de France Ausgabe vom 26. Dezember 1786

Die La Gazette oder Gazette de France auch Mercure Gallant ist eine im Jahre 1631 gegründete Zeitschrift deren Ausgabe von Armand-Jean du Plessis, duc de Richelieu gefördert und durch Théophraste Renaudot[1] gegründet worden war. Renaudot war der Herausgeber der ersten französischen Zeitung. Das Blatt erschien bis 1915.

Diese Zeitung erschien ab Freitag den 30. Mai 1631 wöchentlich, erhielt im Jahr 1762 den Titel Gazette de France und war bis 1915 erhältlich.[2] Mit der heutigen Berichterstattung vergleichbar, war die Zeitung La Gazette, die der visionäre Franzose Théophraste Renaudot (1586-1653) ab 1631 herausgab. Renaudot gilt als der Begründer des Journalismus. Er war es auch, der die meisten journalistischen Features, wie Nachrichten, Berichte und Kommentare etc. erfand.

Die Leser erhielten von 1672 bis 1674 wöchentlich und dann von 1678 bis 1714 monatliche Ausgaben der Zeitschrift mit einer Mischung aus Politik, kurzen immer wieder leicht skandalösen Geschichten, Poesie, Musik.

Théophraste Renaudot der Begründer der La Gazette

Vor dem Aufkommen der gedruckten Zeitung zirkulierten Berichte über aktuelle Ereignisse meist nur als handschriftliche Papiere. La Gazette als erstes Printmedium Frankreichs wurde schnell zum Zentrum für die Verbreitung der Nachrichten und war damit ein hervorragendes Mittel zur Steuerung Informationsflusses in einen stark zentralisierten Staat, Ancien Régime. Kardinal Richelieu und Ludwig XIII. unterstützten die Gazette. Unter den frühen Mitgliedern des Ausschusses zur Überwachung der La Gazette waren Pierre d’Hozier (1592–1660), Vincent Voiture, Guillaume Bautru (1588–1665) und Gautier de Costes de La Calprenède.[3] La Gazette hatte für Ziel, seine Leser über gesellschaftliche Ereignisse aus dem Hofstaat, Société de Cour und dem Ausland zu informieren. Die Zeitschrift war vor allem auf politische und diplomatische Angelegenheiten konzentriert. Der Preis für die durch Regierung unterstützte Gazette kostete als Jahresabonnement im Jahre 1774 12 Livres und 1785 15 Livre.[4]

Als Presseorgan der königlichen Regierung gab es in der Gazette keinen Hinweis auf die Vorgänge der französischen Revolution, nicht einmal über den Sturm auf die Bastille am Dienstag den 14. Juli 1789 fand sich ein Hinweis. Um letztlich seine Leser zufriedenzustellen gab der damalige Herausgeber der Gazette Charles-Joseph Panckoucke, eine Ergänzung mit dem Titel Le Gazettin oder Gazettchen heraus, mit einer Zusammenfassung der Diskussionen zu der verfassunggebenden Nationalversammlung, Assemblée nationale constituante. Panckouke war ein prominenter und wohlhabender Verleger von Büchern und Zeitschriften. Kurz nach der Französischen Revolution gründete er auch Zeitungen wie den Mercure de France und im November 1789 den Le Moniteur universel. Hinzu kamen auch noch andere Zeitungen wie eben die La Gazette, das Le Journal de Bruxelles und das Le Journal de Genève.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pascal Ory: La nouvelle droite fin de siècle. In Nouvelle histoire des idées politiques (dir. P. Ory), Hachette Pluriel 1987, S. 457-465
  • Harcourt Brown: History and the Learned Journal. Journal of the History of Ideas (University of Pennsylvania Press) (1972) 33 (3): 365–378. doi:10.2307/2709041. JSTOR 2709041.
  • Raphael Levy: The Daily Press in France. The Modern Language Journal (Blackwell Publishing) (1929) 13 (4): 294–303. doi:10.2307/315897. JSTOR 31589

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dictionnaire des journalistes (1600-1789). Accueil 677 Théophraste RENAUDOT (1586-1653)
  2. Ernst Probst: Superfrauen 14 - Medien und Astrologie. Biographien berühmter Journalistinnen, Verlegerinnen und Astrologinnen in Wort und Bild Grin-Verlag, Norderstedt 2001 ISBN 3-6389-3407-1, S. 78
  3. Harcourt Brown: History and the Learned Journal. Journal of the History of Ideas (University of Pennsylvania Press) (1972) 33 (3): 365–378. doi:10.2307/2709041. JSTOR 2709041
  4. Karin Angelike: Louis-Francois Mettra. Böhlau 2002 ISBN 3-4121-3301-9, S. 14