La Niña

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Grafische Darstellung zu La Niña

La Niña (span. ‚Mädchen‘) ist ein Wetterereignis, das meist im Anschluss an ein El-Niño-Ereignis auftritt, wie dessen Gegenstück. La Niña geht mit überdurchschnittlich hohen Luftdruckunterschieden zwischen Südamerika und Indonesien (siehe Southern Oscillation) einher. Das führt zu stärkeren Passatwinden und einer allgemein verstärkten, aber abgekühlten Walker-Zirkulation. Vom Passat wird im Pazifischen Ozean das warme Wasser an der Oberfläche nach Südostasien getrieben. Vor der Küste Perus strömt darum kaltes Wasser aus der Tiefe nach, das bis 3 °C unter der Durchschnittstemperatur liegt.

Die allgemein verstärkte, aber nun abgekühlte atmosphärische Zirkulation ist die Ursache für Telekonnektionen, die den Atlantik betreffen, denn diese Luftmassen erreichen durch die Westwinddrift in den gemäßigten Breiten den Atlantik.

Die Auswirkungen sind nicht so stark wie beim El Niño, aber La Niña hat trotzdem einen erheblichen Einfluss:

  • Im Westpazifik ist das Wasser an der Oberfläche wärmer. Das hat zur Folge: Je stärker sich die Temperaturen im östlichen Teil des Pazifischen Ozeans von denen in den westlichen Gebieten unterscheiden, desto mehr Regen fällt an der australischen Nordostküste.
  • In Südostasien bringt La Niña Starkregen, der Erdrutsche auslösen kann. Im zweiten Halbjahr 2010 regnete es so viel wie noch nie, seitdem Wetteraufzeichnungen erstellt werden. Die Rekordregenfälle Ende 2010 führten im nordostaustralischen Bundesstaat Queensland und im nördlichen New South Wales zu Überflutungen, deren Ausdehnung in etwa der halben Fläche des deutschen Bundeslandes Bayerns entsprachen – während im Südwesten Australiens eine extreme Dürre herrschte, wie sie noch nie beobachtet worden war.
  • In Südamerika regnet es hingegen weniger und die Wüsten dörren aus.
  • In Nordamerika wird das Auftreten von Hurrikanen begünstigt.

Im direkten Einflussgebiet – wenn man die Telekonnektionen unberücksichtigt lässt – treten jedoch weniger Naturkatastrophen auf als beim El Niño.

Auffallend ist, dass die Anzahl der La-Niña-Ereignisse zwischen 1970 und ca. 1995 abgenommen und die El-Niño-Ereignisse zugenommen haben. Es kam daher die Vermutung auf, dass der anthropogene Treibhauseffekt dafür verantwortlich sei, bewiesen werden konnte das jedoch nicht, zumal sich seit Ende der 1990er Jahre der Trend deutlich umgekehrt hat und der langjährige Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts wieder erreicht ist (Quelle: SOI-Archiv des Australischen Bureau of Meteorology). Derzeit geht man davon aus, dass diese Schwankungen größtenteils auf natürliche Schwankungen zurückzuführen sind, da sich im Pazifik in Abständen von ca. 20–30 Jahren warme und kalte Phasen, genannt Pazifische Dekaden-Oszillation (PDO) mit ihren beiden Phasen El Viejo und La Vieja, abwechseln. Der kurzfristige Einfluss der Klimaerwärmung auf derartige Klimaverteilungssysteme ist bisher vermutlich überschätzt worden, das kann sich allerdings in ein paar Jahren ändern, da diese Systeme gegenüber Veränderungen einzelner Faktoren über eine gewisse Trägheit verfügen.

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