La Oroya

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La Oroya
-11.517777777778-75.9188888888893750Koordinaten: 11° 31′ S, 75° 55′ W
Karte: Peru
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La Oroya

La Oroya auf der Karte von Peru

Basisdaten
Staat Peru
Region Junín
Einwohner 19.204 (Berechnung 2005)
Detaildaten
Fläche 388,42 km² (Distrikt)
Höhe 3750 m
Stadtvorsitz Javier García Pérez
Website www.munilaoroya.gob.pe
La Oroya als Verkehrsknotenpunkt.
La Oroya als Verkehrsknotenpunkt.

La Oroya ist die Hauptstadt des Distrikt La Oroya und der Provinz Yauli (Region Junín) in den peruanischen Anden. Die urbane Siedlung im Distrikt La Oroya hat etwa 20.000 Einwohner (Agglomeration 40.000 Einwohner; inkl. Santa Rosa de Sacco, Paccha, Yauli) und liegt auf einer Höhe von 3.750 Metern etwa 180 Kilometer nordöstlich von Lima. La Oroya bedeckt eine Fläche von ungefähr 388.42 km².

Etymologie[Bearbeiten]

Der lokalen Tradition zufolge stammt der Name "La Oroya" von einer Art Hängebrücke über den Río Mantaro. Will man diese Hängebrücke überqueren, nimmt man seine Habseligkeiten am einfachsten in einer Art Korb mit. Diese Körbe, welche in der Gegend benutzt werden, nennt man "Oroyas".

Bergbau[Bearbeiten]

Die Stadt gilt als das Bergbau-Zentrum von Peru. Das Gestein um die Stadt ist durchsetzt mit Blei, Kupfer, Zink und Silber. Die Minenkonzerne Centromin Perú und Doe Run Perú räumen jährlich etwa 600.000 Tonnen des Gesteins aus den Bergen, aus denen jeweils etwa 55.000 Tonnen Metalle mit Schwefelsäure ausgewaschen werden.

Bereits seit 1922 wird in La Oroya Kupfer abgebaut, die Bleiproduktion begann im Jahre 1928 und die Zinkgewinnung 1952. Seit 1950 wurden auch Gold und Silber gefunden, außerdem gibt es eine große Menge an wertvollen Nebenprodukten.

Die Abwässer der Hütten sind mit Schwermetallen belastet, die Abgase schwefelhaltig, mit Blei, Arsen und Cadmium angereichert. Niederschläge bilden hier in erheblichem Umfang sauren Regen, der die potentiellen Anbauflächen rund um die Stadt genauso wie den Río Mantaro belastet, wo auch die Trinkwasserquellen der Hauptstadt entspringen. Laut einer Studie der Universität San Luis (Missouri, USA) im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation hatten 7 von 10 untersuchten Kindern 20 bis 40 µg Blei pro Deziliter im Blut[1]. Asthma, Bronchialerkrankungen sowie Nieren- und Nervenleiden sind in der Einwohnerschaft weit verbreitet. La Oroya wurde im Oktober 2006 und erneut 2007 von der US-Umweltschutzorganisation Blacksmith Institute als einer der zehn am stärksten verschmutzten Orte der Welt ausgewählt.[2][3]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

La Oroya ist auch Eisenbahnknotenpunkt mit den drei Hauptlinien der Ferrocarril Central Andino S.A., die in Lima bzw. Callao an der Pazifik-Küste, sowie in Cerro de Pasco und Huancayo in den Bergen enden. Die Strecke nach Huancayo wurde in den 1880er Jahren von dem US-Amerikaner Henry Meiggs erbaut und war bis 2005 die höchste normalspurige Eisenbahnstrecke der Welt mit einem Scheitelpunkt bei 4.781 m über dem Meeresspiegel bei La Galera. Die Bedeutung der Bahnverbindung ist allerdings stark zurückgegangen, in größeren Abständen fahren derzeit (2005) wöchentlich Touristikzüge über die Scheitelhöhe.

Außerdem geht die peruanische Straße des Zentrums in Richtung von Huancayo, der Regionalhauptstadt durch La Oroya.

Tourismus[Bearbeiten]

La Oroya beherbergt auch einen der höchsten Kamine Südamerikas.

Das Stadtbild ist stark geprägt von einem einzigen langen Straßenzug mit einfachen Wellblechhütten sowie von Abraumhalden. Auf der Straße ist von La Oroya aus die 4.700 Meter hohe Passhöhe Ticlio zu erreichen. In La Oroya liegt auch der höchstgelegene Golfplatz der Welt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht bei Coordinadora Nacional de Radio (spanisch)
  2. Spiegel Online: UMWELTDRECK: Die zehn schmutzigsten Orte der Welt, 19. Oktober 2006
  3. Spiegel Online: UMWELTKILLER BERGBAU: Lateinamerikas schmutzigste Stadt begehrt auf und Fotostrecke, 21. Oktober 2007

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Badura: Cerro de Pasco und La Oroya, die Zentren des peruanischen Erzbergbaus. In: Geographische Rundschau. 18, 9, 1966, ISSN 0016-7460, S. 354–357.