La Reforma (Tabasco)

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La Reforma, auch unter dem Namen Morales bekannt, ist eine Ruinenstätte der Maya aus dem Mittleren und Späten Klassikum. Sie liegt im mexikanischen Bundesstaat Tabasco im Schwemmland des Río San Pedro Martír, nahe dessen Mündung in den Río Usumacinta, 35 km Luftlinie nordöstlich der Kleinstadt Tenosique.

Die erste Erwähnung des Fundortes 1907 geht auf Teobert Maler zurück, in den späten 1930er Jahren entdeckt E. Wyllys Andrews IV. die Stele 1, Pavón Abreu 1945 die Stelen 2 und 3. Seit 1992 finden Ausgrabungen und Restaurierungen in den Gruppen 1 und 2 statt. Der Fundort liegt auf einer niedrigen Erhebung und besteht aus mehreren Gruppen von Höfen mit teilweise hohen Pyramiden.

Gruppe 1[Bearbeiten]

Ballspielplatz
Pyramiden E1 und E2

Die Gruppe liegt um einen länglichen Hof, dessen Ränder nicht deutlich begrenzt sind. Sie wird von drei Pyramiden unterschiedlicher Höhe gebildet und umfasst auch den Ballspielplatz. Das Baumaterial sind zumeist unbearbeitete Flusssteine.

Gruppe 2[Bearbeiten]

Doppelpyramide der Gruppe 2

Die Gruppe besteht aus zwei miteinander verbundenen Pyramiden. Zu der höheren nördlichen führt nur eine schmale Treppe hinauf, die südliche, der im Süden eine Plattform vorgelagert ist, besitzt eine breite Treppe. Von den Bauten an der Spitze der Pyramiden sind nur geringe Reste erhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Lesung der Inschriften auf den fünf Stelen gibt begrenzten Einblick in die Geschichte des Ortes. Stele 4 berichtet, dass im Jahre 565 ein Herrscher geboren wird, dessen Name vorläufig mit Falkenkopf umschrieben wird. Schon fünf Jahre später durchläuft er, also noch als Kind, die Zeremonien zur Erlangung der Herrscherwürde, ein Jahr später wird dies wiederholt, wobei er von dem Herrscher Yuknoom Ch'een II. von Calakmul abhängig ist. Später, im Jahre 690, wird die Zeremonie nochmals ausgeführt, aber diesmal in Palenque, wodurch seine Abhängigkeit von dem dortigen Herrscher Kan B'ahlam II. dokumentiert wird. Zu diesem Wechsel passt, dass Calakmul an Bedeutung verloren hatte und wenige Jahre später von Tikal unterworfen werden konnte. Stele 1 berichtet für 756 von einem Herrscher, dessen Name genauso wenig zweifelsfrei zu lesen ist wie der alte Name von La Reforma. Auf der bildlichen Darstellung ist ein Herrscher zu sehen, der einen Gefangenen niedertritt und niederschlägt. Auch ist in den Texten von zahlreichen Kriegen gegen benachbarte Orte die Rede.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Simon Martin: Moral-Reforma y la contienda por el oriente de Tabasco. In: Arqueología Mexicana 61 (2003) S. 44-47
  • Daniel Juárez Cossío: Moral-Reforma, en la senda de Xibalba. In: Arqueología Mexicana 61 (2003) S. 38-43

Siehe auch[Bearbeiten]

17.769083333333-91.298166666667Koordinaten: 17° 46′ 9″ N, 91° 17′ 53″ W