La Santé

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Gefängnis La Santé in Paris von Süden

48.8338888888892.3397222222222Koordinaten: 48° 50′ 2″ N, 2° 20′ 23″ O

La Santé ist eines der bekanntesten Gefängnisse in Frankreich. Es hat den Status Maison d'arrêt und liegt im 14. Arrondissement der Hauptstadt Paris. Benannt ist es nach der Straße, an der das Haupttor steht, der Rue de la Santé .

Nordfassade des Gefängnisses La Santé, fotografiert vom Boulevard Arago.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gefängnis wurde von 1861 bis 1867 unter der Leitung des Architekten Émile Vaudremer erbaut. Es wurde in der Form eines Trapezes gebaut und wird begrenzt durch folgende Straßen:

  • im Norden durch den Boulevard Arago,
  • im Osten durch die Rue de la Santé,
  • im Süden durch die Rue Jean-Dolent und
  • im Westen durch die Rue Messier.

Im frühen 19. Jahrhundert, nach dem Abriss des früheren Gefängnisses de la Grande Roquette, ist es das letzte Gefängnis innerhalb der Mauern von Paris, die damaligen Neuzugänge waren zum Tode Verurteilte. Folglich wurde bald beschlossen, dass die öffentlichen Hinrichtungen auf dem Boulevard Arago, direkt neben dem Gefängnis, stattfanden. Am 5. August 1909 wurde der Vatermörder Henri Duchemin als erste Person direkt neben dem Gefängnis mit der Guillotine hingerichtet. Als 1939 öffentliche Hinrichtungen verboten wurden, zog die Guillotine in den Innenhof des Gefängnisses, dort wurden am 15. März 1940 die Vocoret-Brüder als erste hingerichtet.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in dem Gefängnis einfache Kriminelle und Gegner der deutschen Besatzung inhaftiert. Am 14. Juli 1944, kurz bevor die alliierten Truppen Paris erreichten, revoltierten die Gefangenen, die Revolte wurde mit großer Brutalität und Toten von der Vichy-Miliz niedergeschlagen.

Das Gefängnis diente bis kurz vor Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich im Jahr 1981 als Hinrichtungsstätte. Die letzten Enthauptungen fanden am 28. November 1972 statt, betroffen waren die Mörder Roger Bontems und Claude Buffet.

Im Jahr 2000 veröffentlichte die Chefärztin des Gefängnisses, Veronique Vasseur, ein Buch, in dem sie die sehr schlechten Haftbedingungen – Schmutz, Krankheit, usw. – anprangert. Das Buch war ein Schock für die Öffentlichkeit und führte zu einer Ermittlung durch das Parlament.[1]

Heute befinden sich die zentralen Haftanstalten in Fleury-Mérogis und Fresnes.

Gefängnisblöcke[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 2000 war das Gefängnis in 4 Blöcke unterteilt, sortiert nach dem Alphabet. Jeder einzelne Block beherbergte nur Insassen aus derselben geografischen Region oder ethnischer Herkunft.

Berühmte Gefangene[Bearbeiten]

La bonne Santé[Bearbeiten]

Gegenüber dem Gefängniseingang lag ein Café, genannt À la bonne Santé. Dort trafen sich die Angehörigen und ehemalige Gefangene. Diese Szene wurde in mehreren Filmen benutzt. Das Cafe wurde 1980 geschlossen. Zur Zeit gehört es der Verwaltung des Gefängnisses.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: La Santé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 10 qm, 4 Betten, 1 Toilette Die Zeit, 17. Februar 2000.