La Verna

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Kloster La Verna

Das Kloster La Verna liegt am Südwesthang des Monte Penna und nördlich von Chiusi della Verna auf 1128 Meter.

Geschichte[Bearbeiten]

1213 schenkte der Graf Orlando Catani von Chiusi den Monte Alverna Franz von Assisi und seinem Orden. Ein Jahr später kam Franziskus das erste Mal an diesen Ort. Während seines Lebens wurden nur die Kapelle Santa Maria degli Angeli und mehrere einfache Hütten errichtet. An diesem Ort soll Franziskus 1224 die Wundmale Christi empfangen haben.

Basilika
Darstellung der Geburt Christi in der Basilika, Werk von Andrea della Robbia

Basilika[Bearbeiten]

Die Basilika Chiesa Maggiore wurde von 1348 bis 1509 erbaut. 1348 finanzierte der Graf Tarlato den Kirchenbau. Vollendet wurde er mit Mitteln der Konsulen dell'arte della Lana aus Florenz und am 22. April 1509 eingeweiht. Am 22. August 1921 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben.

Von der florentinischen Künstlerfamilie della Robbia sind auf La Verna fünfzehn glasierte Terracotta-Tafeln zu sehen. In den Seitenkapellen der Basilika befinden sich das von Andrea della Robbia stammende älteste Werk, das 1476 erschaffene Maria Verkündigung, und als weitere Werke die Geburt des Herrn und die Himmelfahrt Christi. Die beiden Figuren Franz von Assisi und Abt Antonius auf den Seiten des Hochaltars werden ihm ebenso zugeschrieben. Am Altar rechts des Eingangsbereichs befindet sich die Terracotta-Tafel Madonna der Zuflucht, die auch von diesem Künstler stammen könnte. Diese Tafel befand sich bis 1874 im benachbarten Vallesanta.

In der Mitte des 1495 erbauten Chorgestühls mit den Sitzen aus Nussbaumholz befindet sich das mit Schnitzereien und Einlagen dekorierte große Lesepult aus dem Jahr 1509.

Unter dem Hochaltar befinden sich in einem ausgeschnitzten Sarg die Überreste des Johannes von La Verna. Hinter einem schmiedeeisernen Gitter befindet sich die Reliquienkapelle. 1939 ließ Graf Ginori die Kapelle des allerheiligsten Sakraments unter das alte Orgelgehäuse bauen.

Die aus 90 Registern und 5500 Pfeifen bestehende Orgel wurde mehrmals restauriert, erneuert und erweitert. Das alte Orgelgehäuse ist aus dem 15. Jahrhundert und beinhaltet heute die Echo-Orgel mit zwölf Registern. Die große Orgel wurde 1926 eingeweiht und stammt von der Firma Tamburini aus Crema.

Kapellen[Bearbeiten]

Santa Maria degli Angeli[Bearbeiten]

Die auch chiesina (kleines Kirchlein) genannte Kapelle geht auf die Zeit des Franziskus zurück. Der Legende nach erschien ihm Maria und beschrieb ihm Lage und Ausdehnung für die erste Kirche von La Verna. Das Patrozinium ist das gleiche wie das der Portiuncula bei Assisi, wo sich Franziskus häufig aufhielt.

1216-18 entstand der erste Teil der Kapelle, der heute Chor und Altar umfasst. Nach 1250 wurde die Kapelle um den Teil erweitert, der heute von der Eingangstür zum Eisengitter reicht. Eingeweiht wurde die Kapelle am 20. August 1260. 1923/24 gab es umfangreiche Restaurierungsarbeiten.

Das im 15. Jahrhundert von Andrea della Robbia erschaffene Terracotta-Relief am Hochaltar stellt die Himmelfahrt Mariens dar. Links vom geöffneten Kenotaph sind Papst Gregor der Große und der Heilige Thomas zu sehen, der den Gürtel Mariens empfängt. Rechts sind Franz von Assisi und Bonaventura dargestellt.

Von Giovanni della Robbia, dem Sohn des Andrea della Robbia, sind die beiden farbig glasierten Terracotten an der Vorderseite des kleinen Eisengitters. Dargestellt sind die Kreuzabnahme Jesu und die Geburt Christi.

Unter dem Boden liegt der Stifter des Ortes, Graf Orlando, begraben. Im Türmchen hängt eine 1257 von Leonhard Pisano gegossene Glocke.

Kapelle der Vögel[Bearbeiten]

Die Kapelle ist an der Stelle einer Eiche errichtet, auf der sich nach den Fioretti bei der ersten Ankunft von Franz von Assisi die Vögel des Waldes niedergelassen und ihn durch Gesang und Flügelschlagen begrüßt hatten. An der Stelle der alten Eiche wurde 1602 die Kapelle erbaut.

Sasso spicco

Kapelle der Magdalene[Bearbeiten]

Diese wird auch erste Kapelle des hl. Franz genannt. Hier soll die erste von Graf Orlando für Franziskus erbaute Hütte gestanden und der Altarstein soll ihm als Tisch gedient haben. Erbauen ließ die Kapelle Ende des 15. Jahrhunderts Gräfin Caterina Tarlati. Darüber befindet sich die Kapelle des Petrus von Alcantara. Unterhalb befindet sich der Sasso spicco.

Gang der Wundmale

Am Gang zur Kapelle der Wundmale[Bearbeiten]

Am 78 Meter langen Gang von der Basilika zur Kapelle der Wundmale liegen mehrere Kapellen. Gebaut wurde der Gang, um bei jedem Wetter die tägliche Prozession zur Kapelle der Wundmale durchführen zu können.

Die Kapelle der Pietas liegt am Anfang des Ganges. In ihr ist die robbianische Terracotta-Tafel Kreuzabnahme Christi zu finden.

In der Mitte des Ganges geht es zum sogenannten Bett des hl. Franz, einer feuchten und kalten Grotte.

Kurz vor dem Ende des Ganges befindet sich die Kapelle Loddi. Sie wurde 1581 von Loddo Loddi, einem Edelmann aus Chiusi, in Auftrag gegeben. An diesem Ort befand sich der erste Friedhof. Neben einem Holzkreuz aus dem 14. Jahrhundert finden sich hier Reste von Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

Am Ende des Ganges betritt man zunächst über eine Treppe hinab die Kreuzkapelle. Diese wird auch als zweite Zelle des hl. Franz bezeichnet. Hier hielt sich Franziskus 1224 vor der Stigmatisierung auf. Über dem Altar ist eine Terracottastatue von Johannes Collina-Graziani aus dem Jahr 1886 zu sehen. Dargestellt ist Franziskus mit den Wundmalen, einem offenen Evangelium auf einem Totenkopf und einem Falken auf einem Baumstumpf.

Um den Bereich der Kapelle der hl. Wundmale befinden sich noch das Oratorium des hl. Bonaventura, das Oratorium des hl. Antonius von Padua und über den sogenannten Abgrund erreichbar die Kapelle des hl. Sebastian. In letztere wurden 1480 die Gebeine der Mönche vom alten Friedhof gebracht und in den Folgejahrhunderten weitere Ordensmitglieder begraben.

Kreuzigung, Werk von Andrea della Robbia

Kapelle der hl. Wundmale[Bearbeiten]

Hinter der Kreuzkapelle liegt die Kapelle der hl. Wundmale. Baubeginn war im Jahr 1263 durch den Grafen Simone aus Battifolle. Über der Eintrittstür mit ihren zwei Flügeln ist eine aus dem 13. Jahrhundert stammende, in Marmor gehauene Darstellung des Empfangs der Wundmale.

An der Mittelwand befindet sich die Darstellung der Kreuzigung, einer Terracottatafel von Andrea della Robbia. Zu sehen ist der am Kreuz hängende Christus mit vier Gruppen ihn umgebender, weinender Engel. Vor dem Kreuz sind Franziskus mit den Wundmalen, Maria, der Evangelist Johannes und der sich mit einem Stein an die Brust schlagende Hieronymus zu sehen.

In der Mitte der Kapelle ist der Fels zu sehen, auf dem Franziskus die Erscheinung und den damit verbundenen Empfang der Wundmale gehabt haben soll.

An den Seitenwänden befindet sich ein Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert. Die Schnitzereien an den Rückenlehnen der Chorstühle stellen Heilige, Selige, Päpste und berühmte Männer dar.

Kapelle auf dem Penna

Weitere Kapellen[Bearbeiten]

Auf dem Klostergelände befindet sich noch die Kapelle del Faggio bzw. Kapelle vom seligen Johannes aus dem Jahr 1518, auf dem Monte Penna die Kapelle della Penna von 1580 und auf dem Friedhof die Totenkapelle. In letzterer ist das Fresko Kreuzabnahme Jesu von Baccio M. Bacci.

Kloster[Bearbeiten]

Im Bereich der Klostergebäude befindet sich ein Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert mit einem Ziehbrunnen. Im Chiostro von der hl. Klara hängt das Holzrelief Die vollkommene franziskanische Fröhlichkeit der Bildhauerin Hildegard Hendrichs aus dem Jahr 1955. Im Jahr 1518 wurde das acht Meter breite Refektorium erbaut und 1717 um neun Meter auf nun 39 Meter verlängert. Über dem Eingang ist die Terracottafigur Madonna del cardellino von Andrea della Robbia zu sehen. Auf die hintere Wand malte 1873 der Ferdinando Folchi das Letzte Abendmahl.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santuario della Verna (Chiusi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  • Hennig, Christoph: Toscana. Köln: Du Mont, 1996. ISBN 3-7701-3626-8
  • Toskana. München: Polyglott-Verlag, 6. Auflage 1982/83. ISBN 3-493-60861-6
  • Broschüre: Das Heiligtum von La Verna. B.N. Marconi, Genova.

43.70722222222211.930833333333Koordinaten: 43° 42′ 26″ N, 11° 55′ 51″ O