La donna del lago

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Werkdaten
Titel: Die Dame vom See
Originaltitel: La donna del lago
Originalsprache: Italienisch
Musik: Gioachino Rossini
Libretto: Andrea Leone Tottola
Uraufführung: 24. Oktober 1819
Ort der Uraufführung: Teatro San Carlo, Neapel
Spieldauer: ca. 2 1/2 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Schottland im 16. Jahrhundert
Personen
  • Elena, die Dame vom See (Sopran)
  • Malcolm Groeme (Alt)
  • Uberto, alias Giacomo (James) V, König von Schottland (Tenor)
  • Douglas d’Angus (Bass), Vater Elenas
  • Rodrigo di Dhu (Tenor), Anführer eines schottischen Clans
  • Serano (Tenor)
  • Albina (Mezzosopran)
  • Bertram (Bass)
  • Schäfer, Jäger, Gefolgsleute des Königs, Anhänger des Clans (Chor)

La donna del lago (Die Dame vom See) ist eine romantische Oper in zwei Akten von Gioachino Rossini. Das Libretto hat Andrea Leone Tottola nach dem Versepos The Lady of the Lake von Walter Scott verfasst.

Entstehung und Verbreitung[Bearbeiten]

La donna del lago ist die erste italienische Oper, die ein Werk von Walter Scott zur Vorlage hatte und begründete damit eine Opernmode, während der bis zur Mitte des Jahrhunderts etwa 25 weitere Werke entstanden. Mit ihren Naturszenen nimmt die Oper Elemente von Rossinis Spätwerk Wilhelm Tell (Guillaume Tell) (1829) vorweg.

Die Uraufführung fand am 24. Oktober 1819 am Teatro San Carlo in Neapel statt. Isabella Colbran sang die Titelpartie, außerdem wirkten Benedetta Rosmunda Pisaroni (Malcolm) und Giovanni David (Uberto) mit. Die Oper wurde anfangs häufig gespielt, verschwand aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Spielplänen. Nach einer Wiederaufnahme in Florenz 1958, kam es 1969 in London, 1981 in Houston, 1983 in Pesaro, 1992 in an der Mailänder Scala, 2010 in Paris und 2011 erneut an der Scala zu weiteren Aufführungen, ohne dass sich das Werk im Repertoire etablieren konnte. Im Grand Théâtre de Genève kam die Oper in einer Inszenierung von Christof Loy 2010 heraus und wurde 2012 am Theater an der Wien in einer veränderten Version mit Malena Ernmans Debüt in der Titelrolle neuerlich aufgeführt.[1]

Inhalt[Bearbeiten]

Akt 1[Bearbeiten]

Szene 1

Schäfer beobachten im Morgengrauen Herden am Ufer des Loch Katrine, und die Menschen in den umliegenden Wäldern jagen (Chor: "Del di la messaggiera"). Elena überquert den See und singt von ihrer Sehnsucht nach ihrer wahren Liebe, Malcolm (Cavatina: "Oh mattutini albori"). Am Rande des Sees trifft Elena König Giacomo, der sich – in der Hoffnung, der schönen Elena zu begegnen – als "Uberto" verkleidet hat. Elena hält ihn für einen verlorenen Jäger und bietet ihm Hilfe an. Giacomo ist einverstanden und die beiden machen sich auf den Weg zu Elenas Haus (Duettino: "Scendi nel piccol legno"). Gleichzeitig sind die Männer in seinem Gefolge auf der Suche nach dem verkleideten König (Chor: "Uberto! Ah! dove t’ascondi?").

Szene 2

Nach der Ankunft in Elenas Haus, bemerkt Uberto/König Giacomo die Insignien seiner Vorfahren und erfährt, dass Elenas Vater Douglas ist, sein ehemaliger Lehrer, der sich inzwischen jedoch gegen ihn verschworen hat. Elenas Freunde kommen, um ihre Verlobung zu besingen, die ihr Vater Douglas mit Rodrigo, dem Anführer eines Schottenstammes (den Hochländern) arrangiert hat. Uberto/Giacomo wird eifersüchtig. Er entscheidet, dass Elena sich nicht mit Rodrigo verbinden soll (Duett: "Le mie barbare vicende") und lässt Elena und die ihren wissen, welche Aussichten er selbst ihnen offeriert (Duett: "Cielo! in qual estasi"). Malcolm kommt, wenn sie festgestellt haben, um die Hochländer beitreten. Als er allein ist, singt er seine Erinnerungen an Elena ("Mura felice ... Elena! Oh tu, che chiamo"). Ungesehen beobachtet Malcolm dann Elena und ihren Vater, die über ihre bevorstehende Hochzeit mit Rodrigo sprechen. Douglas fordert seine Tochter erneut auf, der Eheschließung zuzustimmen (Arie: "Taci, lo voglio, e basti"). Nachdem Douglas abgetreten ist, versichern Malcolm und Elena einander ihre unsterbliche Hingabe (Duettino: "Vivere io non potro").

Szene 3

Die Krieger der Hochländer begrüßen ihren Anführer Rodrigo (Chor: "Qual rapido torrente"). Rodrigo wünscht, seine zukünftige Braut zu sehen (Cavatina: "Eccomi a voi, miei prodi"). Sie kommt mit ihrem Vater. Douglas erinnert Elena an ihre Tochterpflichten und Rodrigo erklärt ihr seine Liebe. Malcolm kommt nun zu den Hochländern und Rodrigo stellt ihm Elena als seine künftige Braut vor, mit der er sich verbinden will. Trotz Elenas Bemühungen, ihre Gefühle zu verbergen, bemerken sowohl Rodrigo als auch Douglas eine Verbindung zwischen Malcolm und Elena. Serano berichtet von einem drohenden Angriff der Truppen des Königs. Rodrigo, Malcolm und die Krieger der Hochländer bereiten sich vor, den Kampf aufzunehmen ("Su ... amici! Guerrieri!").

Akt 2[Bearbeiten]

Szene 1

Uberto/Giacomo ist gekommen, in der Hoffnung Elena zu finden, und sie vor den drohenden Schlachten zu bewahren (Cavatina: "Oh fiamma soave"). Inzwischen bittet Elena Serano, ihren Vater sehen zu dürfen, bevor er in den Kampf zieht. Uberto/Giacomo nähert sich Elena und erklärt ihr seine Liebe. Sie bekennt ihm, dass sie einen anderen liebt. Dennoch gibt Uberto Elena einen Ring, und behauptet, er habe ihn vom König erhalten. Außerdem prophezeit er ihr, dass der Ring ihr in Zeiten der Gefahr helfen werde, ihn wiederzusehen. Uberto/Giacomo schickt sich an, fortzugehen, doch Rodrigo hat das vorherige Gespräch mit seiner Braut belauscht. Überwältigt von Wut und Eifersucht, befiehlt Rodrigo seinen Männern diesen Fremden zu töten. Elena fleht Rodrigo Männer an, Uberto zu verschonen und es kommt dann nur zum Zweikampf zwischen Rodrigo und Uberto. Die beiden Männer lassen voneinander ab, doch Elena versucht vergeblich, die Situation zu befrieden.

Szene 2

In einer Pause der Schlacht versucht Malcolm, Elena zu finden. Serano sagt ihm, dass sie um ihrer Ruhe willen in den Palast des Königs, zu ihrem Vater Douglas, unterwegs ist. Rodrigo wurde getötet und die Hochländer stehen vor der sicheren Niederlage. Malcolm erscheint im Palast, entschlossen, Elena aus Gefahr zu retten, auch wenn es für ihn lebensgefährlich ist (Arie: "Ah si pera! ormai la morte").

Szene 3

Im Palast bittet Douglas seinen ehemaligen Schüler König Giacomo um Vergebung, aber der König weigert sich. Inzwischen hat Elena Einlass in den Palast gefunden und zeigt ihren Ring von "Uberto" vor. Sie hofft, dass das Leben ihres Vaters, Malcolm und sogar Rodrigo, von dessen Tod noch nichts bekannt ist – zu retten. Im nächsten Raum hört sie "Ubertos" Stimme, der von seiner Liebe zu ihr ("Aurora! ah sorgerai") singt. Elena ist begeistert und gewinnt die Überzeugung, dass Uberto ihr helfen wird, mit dem König sprechen zu dürfen.

Szene 4

Am Königshof wird der König beim Betreten seines Thronsaals begrüßt (Chor: "Impogna il Re"). Als Elena versucht, sich ihm zu nähern, wird ihr das Geheimnis offenbar: Uberto und König Giacomo sind ein und dieselbe Person. Giacomo lässt sich erweichen und beschließt wegen seiner Zuneigung für Elena, sowohl Douglas als auch Malcolm zu vergeben. Elena freut sich, ihre Liebe zum Vater und ihre wahre Liebe zu Malcolm nie verdrängt zu haben, während alle anderen sich darüber freuen, dass der Frieden wiederhergestellt wurde (Rondo: "Tanti affetti in tal momento")

Nummern[Bearbeiten]

Akt 1
1 Introduzione Del dì la messaggera (Chor, Elena, Uberto)
2 Chor D'Inibaca donzella und Duett Sei già sposa? (Uberto, Elena)
3 Rezitativ und Cavatina Mura felici - "Elena! O tu che chiamo (Malcolm)
4 Arie Taci, lo voglio (Douglas)
5 Duettino Vivere io non potrò (Elena, Malcolm)
6 Chor Qual rapido torrente und Cavatina Eccomi a voi (Rodrigo)
7 Finale primo Vieni o stella, che lucida und bella (Chor, Rodrigo, Elena, Douglas, Malcolm, Albina, Serano)

Akt 2
8 Cavatina O fiamma soave (Uberto)
9 Duett Alla ragion deh rieda und Terzett Qual pena in me già desta (Elena, Uberto, Rodrigo, Chor)
10 Arie Ah, si pera, ormai la morte (Malcolm, Chor)
11 Canzonetta Aurora, deh sorgerai (Uberto)
12 Chor Imponga il re
13 Rondò finale Tanti affetti in tal momento (Elena, Chor)

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ich bin der Seismograph des Schöngesangs in: FAZ vom 14. August 2012, S. 27.