La vache qui rit

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La vache qui rit
Kartonschachtel

La vache qui rit (frz.: „Die Kuh, die lacht“) ist der Markenname eines französischen Schmelzkäses der Firma Fromageries Bel. Der seit 1921 hergestellte Käse ist vor allem wegen seiner runden Verpackung bekannt, auf der eine lachende Kuh abgebildet ist, die Ohrringe in Form derselben runden Verpackungen trägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Motiv geht auf den französischen Illustrator Benjamin Rabier (1864-1939) zurück, der im Ersten Weltkrieg Lastkraftwagen des Militärs mit dem Bild einer lachenden Kuh dekorierte. Dieses Bild nannte man Wachkyrie, eine Anspielung auf die deutsche Walküre. Dabei lernte Rabier den Käsefabrikanten Léon Bel kennen, mit dem er sich zusammentat.

La vache qui rit war ein Industrieprodukt in einer Zeit, als landwirtschaftliche Erzeugnisse noch vorwiegend handwerklich hergestellt und vertrieben wurden. Konzept, Verpackung, Marketing waren in mancher Hinsicht Neuland. Der Käse war hauptsächlich für Kinder gedacht, die besonders angesprochen werden sollten.

Das Besondere der Abbildung ist, dass sie eine Mise en abyme darstellt, eine immer wiederkehrende Abbildung des Bildes im Bild. Dies soll auf eine Anregung der Frau Léon Bels zurückgehen. Die lachende Kuh trägt Ohrringe, die wiederum eine lachende Kuh zeigen, die Ohrringe trägt, die wiederum eine lachende Kuh zeigen. Dies hat zur dauerhaften Bekanntheit der Bildmarke beigetragen.

In anderen Ländern wird der Käse auch unter anderen Namen wie The Laughing Cow (Großbritannien und USA) oder Die lachende Kuh (Deutschland) vertrieben. Auf den Schmelzkäsewürfeln Cheese&Fun, PartyCubes, Belcube, Apéricube ist „Die lachende Kuh“ abgebildet. Weitere Marken der Firma Bel sind Babybel, Leerdammer, Bonbel und Kiri.

La vache qui rit ist heute in Frankreich eine der bekanntesten Marken: Nahezu 95 Prozent der Franzosen kennen sie.

Wirkung auf Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Bereits 1925 erschien eine Parodie namens La vache sérieuse (Die ernste Kuh) [1], musste aber 1956 nach Klagen der Firma Bel wegen Plagiats eingestellt werden. [2]

Der Name des Käses hat auch Eingang in die Kunst gefunden: so kommt er beispielsweise in Wim Wenders' Film Paris, Texas von 1984 vor. Hunter, der bei der französischstämmigen Anne aufgewachsen ist, bringt seinem nach langer Zeit wieder aufgetauchten Vater Travis das Wort bei. In diesem Film spielt die Mise en abyme auch an anderen Stellen vielfach eine Rolle, insofern ist La vache qui rit dort Teil eines größeren Verweiszusammenhangs.

Der französische Comiczeichner Franquin hat in seinen ersten Ausgaben der Reihe Spirou und Fantasio die lachende Kuh als immer wiederkehrendes Straßenmotiv, zum Beispiel auf Plakatwänden oder auf LKW-Planen, verwendet.

Der belgische Künstler Marcel Broodthaers verwendete 1968 die Verpackung für eine seiner Editionen für seine Galerie Wide White Space in Antwerpen. „La Vache qui rit“ besteht aus acht Schachteln, in die Broodthaers den Text „Je vous aime“, „un peu“, „beaucoup“, „passionémant“, „à la folie“, „pas de tout“, sowie seine Signatur „M.B. 68“ verteilte. Außerdem legte er einzelne fotografisch reproduzierte Buchstaben hinzu.

In Marc-Uwe Klings Roman "Das Känguru-Manifest" gebraucht das Känguru den Ausspruch "La vache qui rit" um die Moderatorin Julia Müller subtil zu beleidigen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: La vache qui rit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Plagiat
  2. Prozess