Laatzen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen ehemaligen NATO-Stützpunkt siehe NATO-Station Laatzen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Laatzen
Laatzen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Laatzen hervorgehoben
52.3166666666679.846Koordinaten: 52° 19′ N, 9° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 34,05 km²
Einwohner: 39.526 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1161 Einwohner je km²
Postleitzahl: 30880
Vorwahlen: 0511 u. 05102Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 009
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 13
30880 Laatzen
Webpräsenz: www.laatzen.de
Bürgermeister: Jürgen Köhne (CDU)
Lage der Stadt Laatzen in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild

Laatzen ist eine Stadt in Niedersachsen. Sie liegt südlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover und ist Teil der Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Laatzen liegt an der Leine. Der Fluss bildet zusammen mit der Leinemasch die westliche Grenze des Stadtgebiets. Der Übergang der Wohnbebauung zur nördlich gelegenen Landeshauptstadt Hannover ist fließend. Im Osten wird Laatzen vom Kronsberg und dem Bockmerholz (dem größten Waldgebiet in der nahen Umgebung Hannovers) begrenzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Südwesten an Pattensen, Hemmingen, Hannover und Sehnde (Region Hannover), sowie an Algermissen und Sarstedt (Landkreis Hildesheim).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtgliederung Laatzen (Alt-Laatzen, Laatzen-Mitte und Grasdorf in rot)

Laatzen besteht aus den Ortsteilen Alt-Laatzen, Grasdorf, Laatzen-Mitte, Rethen, Gleidingen und Ingeln-Oesselse.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Laatzen wurde im Jahre 1259 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name stammt von der damals ansässigen Familie von Lathusen, die der größte Grundbesitzer im Ort war. Die Gründungssage, die in den Schulen gelehrt wird, spricht von einem Bauernstamm bzw. einer Bauernsippe der Lathen, der sich um das Jahr 800 am Leineufer niederließ.

In der ersten Hälfte des 14. Jhdt. verkaufte die Familie von Lathusen ihre Rechte nach und nach an das Kloster Marienrode, das bis 1580 formell Grundbesitzer war.[2]

Am 22. Juni 1671 schenkte Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg dem Fürst Johann Friedrich von Braunschweig-Calenberg als Dank für die Hilfe bei der Einnahme der Stadt Braunschweig die drei Dörfer Laatzen, Wülfel und Döhren. Seit diesem Tag gehört Laatzen zum Kleinen Freien. Die Einwohner im Kleinen Freien hatten besondere Rechte. Sie durften in den Wäldern der Gegend jagen, jedoch mussten sie eine eigenständige Kompanie (Unterstellt dem Amt Koldingen) dem Calenberger Fürsten abstellen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Unter Stadtdirektor Erich Panitz, hier sein Ehrengrab auf dem Friedhof im Heidfeld, dehnte sich Laatzen aus

Am 1. Januar 1964 schlossen sich die Gemeinden Grasdorf und Laatzen zur neuen Gemeinde Laatzen zusammen, die am 21. Juni 1968 Stadtrechte erhielt. Durch die Gebietsreform vom 1. März 1974 wurden die Gemeinden Gleidingen, Ingeln, Oesselse und Rethen/Leine mit der Stadt Laatzen zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1981 wurden schließlich Gebietsteile der Stadt Hannover mit damals mehr als 100 Einwohnern eingegliedert.[3] Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Laatzen zum damaligen Regierungsbezirk Hannover, der wie alle anderen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Bemerkungen
1939 3.931
1950 7.875
1961 8.914 Ergebnis der Volkszählung am 6. Juni[3]
1970 12.145 Ergebnis der Volkszählung am 27. Mai[3]
1980 34.920 1974: Gebietsreform
1990 37.242
1998 ¹ 37.905
1999 ¹ 38.278
2000 ¹ 37.242
2001 ¹ 38.965
2002 ¹ 39.405
2003 ¹ 39.725
2004 ¹ 40.021
2005 ¹ 40.075
2006 ¹ 40.031
2007 ¹ 40.131
2011 ¹ 40.413

¹ jeweils zum 31. Dezember, Stand März 2009, 2011: Dezember 2011

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Laatzen
Altes Rathaus Laatzen

Bürgermeister ist Jürgen Köhne (CDU). Seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 und dem Austritt Peter Jeßbergers aus der SPD sowie der SPD-Ratsfraktion im Juli 2014 setzt sich der Rat der Stadt folgendermaßen zusammen:[4] [5]

Partei Stimmanteil in Prozent Sitze
SPD 40,8 15
CDU 33,5 13
GRÜNE 13,2 5
FDP 4,2 2
RRP 3,6 2
LINKE 3,0 1
PIRATEN 1,6 1
Parteilos 1

Daneben ist der Bürgermeister Ratsmitglied.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde 1931 bewilligt. Es stellt im oberen Teil einen Löwen, sowie im unteren Teil die Leine dar, die durch grüne Felder fließt. Laatzen gehörte seit 1512 zum Herrschaftsgebiet der Welfen, deren Symbol der Löwe war.[6]

Blasonierung: Von Rot und Grün geteilt, oben ein wachsender goldener Löwe, unten ein durchgehender silberner Wellenbalken.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Laatzen unterhält mit vier Städten und Gemeinden eine Städtepartnerschaft: mit dem französischen Le Grand-Quevilly seit 1969, mit dem niederländischen Eemsmond seit 1973, mit dem österreichischen Waidhofen an der Ybbs seit 1986 sowie mit dem polnischen Gubin seit 1991. Seit 1990 besteht darüber hinaus mit der Stadt Guben in Brandenburg eine Städtefreundschaft, aus der heraus die Städtepartnerschaft mit Gubin zunächst vorbereitet und seit 1991 gepflegt wird. Guben liegt gegenüber der Stadt Gubin am westlichen Ufer der Lausitzer Neiße.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die gotische Backsteinkapelle in Alt-Laatzen wurde erstmals 1325 erwähnt, sie gilt als südlichstes Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt und 1953/54 wieder aufgebaut.
  • Luftfahrtmuseum (Luftfahrtgeschichte im Wandel der Technik von 1783 bis 1965)
  • Leine Center Laatzen (Einkaufszentrum mit rund 100 Geschäften)
  • Park der Sinne (Projektpark zur Expo 2000)
  • Tordenskiold-Gedenkstein in Gleidingen
  • Die Südliche Leineaue ist ein Teil der Leinemasch und Naherholungsraum sowie Rückzugsgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und Rastplatz für zahlreiche Zugvögel.

Sport[Bearbeiten]

  • aquaLaatzium (Städtisches Hallen- und Freibad mit großem Sauna- und Fitnessangebot)
  • VfL Grasdorf (Größter Sportverein in Laatzen)
  • Die Wasserballer der SpVg Laatzen spielen seit mehr als einem Jahrzehnt in der 2. Liga.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Abschied vom Sommer in Rethen
  • Weinfest in Ingeln (auf dem Gelände des Schützenvereins Horrido Ingeln)
  • Brunnenfest in Grasdorf
  • Stadtfest (Marktplatz)
  • Winzerfest Alten Rathaus in Alt-Laatzen
  • Eichstraßenfest in Alt-Laatzen
  • Volks- und Schützenfeste

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Laatzen ist die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover ansässig, die für den größten Teil Niedersachsens zuständig ist. An der Hildesheimer Straße befinden sich das Stadtbad aquaLaatzium sowie das KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen des Klinikums Region Hannover.

Das Einkaufszentrum Leine-Center bildet den Mittelpunkt von Laatzen-Mitte und ist ein Anziehungspunkt für Kunden aus dem südlichen Bereich der Region Hannover. Mehrere Logistikunternehmen haben ihren Sitz in Laatzen. Der Dienstleister Plural Servicepool ist hier ansässig.

Verkehr[Bearbeiten]

In Laatzen befindet sich der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen. Regulär halten hier nur Züge der Linie S4 der S-Bahn Hannover (Bennemühlen – Hannover Hbf – Hildesheim Hbf). Zu Großmessen wie der Cebit halten hier auch die sonst durchfahrenden Züge des Fern- und Regionalverkehrs. Der Bahnhof dient somit auch der Erschließung des hannoverschen Messegeländes. Im Stadtteil Rethen gibt es eine weitere S-Bahn-Station.

Die Stadtbahn Hannover erschließt Laatzen mit zwei Strecken in Nord-Süd-Richtung. Die Linie 1 (Langenhagen – Hannover Hbf – Laatzen – Sarstedt) führt über die Erich-Panitz-Straße durch den Stadtteil Laatzen-Mitte. Die Linie 2 (Alte Heide – Hannover Hbf – Laatzen – Rethen) erschließt über die Hildesheimer Straße den Stadtteil Grasdorf.

Die weitere Erschließung und Verbindung mit den umliegenden Gemeinden erfolgt durch mehrere Buslinien (siehe Nahverkehr in Hannover).

Religionen[Bearbeiten]

Kath. Kirche in Alt-Laatzen

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Laatzen-Springe hat seinen Sitz in Pattensen, er gehört zur Landeskirche Hannovers. Zu ihm gehören in Laatzen die Immanuelkirche in Alt-Laatzen, die St.-Gertruden-Kirche in Gleidingen, die St.-Marien-Kirche in Grasdorf, das Gemeindezentrum „DIE ARCHE“ der Thomas-Kirchengemeinde in Laatzen-Mitte und die St.-Petri-Kirche in Rethen. Die St.-Nicolai-Kirche in Oesselse gehört zur Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt.

Laatzen ist Sitz der katholischen Pfarrgemeinde St. Oliver des Bistums Hildesheim. Zu ihr gehören die Kirchen St. Oliver in Laatzen-Mitte, St. Mathilde in Alt-Laatzen und St. Josef in Gleidingen. St. Mathilde wurde 1938 erbaut und bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg am 22. September 1943, am 11. April 1944 und am 14. März 1945 erheblich beschädigt.[7]

Das Gotteshaus „Sveti Spas“ der mazedonisch-orthodoxen Gemeinde wurde 2012 im ehemaligen Kirchenkontaktzentrum der Thomasgemeinde am Kiefernweg eingeweiht.

Eine Moschee der islamischen Gemeinschaft Millî Görüş befindet sich seit 2010 in Grasdorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laatzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Laatzen; Landkreis Hannover: 1259–1959 Festschrift zur 700 Jahrfeier der Gemeinde Laatzen. 1959.
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197 und 218.
  4. wahl.hannit.de abgerufen am 24. März 2012.
  5. Johannes Dorndorf: Politisches Erdbeben in Laatzen, Hannoversche Allgemeine Zeitung (Online-Ausgabe), abgerufen am 19. November 2014.
  6. Klemens Stadler: Deutsche Wappen – Die Gemeindewappen der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Band 5., Angelsachsen Verlag, 1970.
  7. Hermann Seeland: Die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirchen in Hannover. In: Unsere Diözese in Vergangenheit und Gegenwart. Hannover 1952, S. 108.