Polessk

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Stadt
Polessk/Labiau
Полесск
Wappen
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Polessk
Gegründet 1258
Frühere Namen Labiau (bis 1946)
Stadt seit 1642
Fläche 11 km²
Höhe des Zentrums m
Bevölkerung 7570 Einw. (Stand: 2006)
Bevölkerungsdichte 688 Ew./km²
Zeitzone UTC+2 (Sommerzeit: UTC+3)
Telefonvorwahl (+7) 40158
Postleitzahl 238630
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 230 501
Geographische Lage
Koordinaten: 54° 52′ N, 21° 6′ O54.86666666666721.13Koordinaten: 54° 52′ 0″ N, 21° 6′ 0″ O
Polessk (Russland)
DEC
Polessk (Oblast Kaliningrad)
DEC
Oblast Kaliningrad
Liste der Städte in Russland

Polessk (russisch Полесск, dt. Labiau, polnisch Labiawa/Labiewo) ist eine Kleinstadt mit knapp 7.600 Einwohnern (Stand 2006) in der Oblast Kaliningrad, Russland.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Polessk ist Zentrum des Rajons Polessk und liegt zwischen Kaliningrad und Sowjetsk am Übergang der Hauptstraße und Eisenbahn über die Dejma (Deime: prußisch Deimena/ Deiwmena: bot. Stabwurz/ Eberraute), kurz vor deren Mündung ins Kurische Haff. Nordöstlich von Polessk liegt das Hochmoorgebiet Großes Moosbruch.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

In Polessk befindet sich eine alte Burg des Deutschen Ordens (heute industrielle Nutzung). Daneben ist Polessk heute Sitz eines russischen Rajons. In Polessk beginnt der Friedrichsgraben. In Polessk befindet sich ein russisch-orthodoxes Frauenkloster.

[Bearbeiten] Geschichte

  • 1258 Labegowe moter
  • 1261 in terra Labigow
  • 1300 Labigow/ Labiow
  • 1420 Labiau/ Labiaw

Bedeutung:

  • prußisch „labs“ = gut
  • prußisch „moter“ = sumpfiges Land, Areal, Beritt
  • litauisch „labguvyna“ = Heilstein (cuprum aluminatum sive lapis divinus)

Cuprum aluminatum wird auch Augenstein, Heiligenstein und Kupferalaun genannt und ist ein Chalcedon aus der Gruppe der Quarze.

Die Burg Labiau wurde nach der Eroberung des Samlandes zwischen 1258 und 1259 angelegt und sollte Königsberg vor Feinden schützen, die sich über das Haff näherten. 1277 brannten die Schalauer sie nieder. Die Burg wurde anschließend aus Stein als Komturei wieder errichtet. 1352 siegte Heinrich Schindekopf über die Litauer. Die Wasserburg galt als uneinnehmbar und wurde nach 1550 von Anna Maria, der zweiten Frau Herzogs Albrecht bewohnt. Stadtrecht wurde ihr 1642 durch den Großen Kurfürsten verliehen.

Nach Meyers Konversationslexikon von 1888 war Labiau eine Kreisstadt im preußischen Regierungsbezirk Königsberg und hatte ein Amtsgericht, eine Reichsbanknebenstelle, eine Dampfbrauerei, Dampfsägemühlen, Fischhandel und (1885) 4.744 fast ausschließlich evangelische Einwohner. 1945 wurde Labiau von der Roten Armee erobert und kam zur RSFSR, der russischen Teilrepublik der Sowjetunion. Labiau wurde in Polessk umbenannt. Seit Auflösung der Sowjetunion gehört Polessk zur Russischen Föderation.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Ordensburg Labiau 1915
Jahr Einwohnerzahlen Bemerkung
1875 4.487 *
1890 4.861 * (davon 29 Katholiken und 92 Juden)
1910 4.604 *
1933 5.879 *
1939 6.544 *
1959 6.400 **
1979 6.300 **
1989 6.859 *
2002 7.681 *
2006 7.570

Anmerkung: * Volkszählung ** Volkszählung (gerundet)

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Erich Weise (Hrsg.): Ost- und Westpreußen. Handbuch der historischen Stätten. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 1981. ISBN 3-520-31701-X

[Bearbeiten] Weblinks

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