Labid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Labīd ibn Rabīʿa Abū ʿAqīl al-ʿĀmirī (arabisch: لبيد بن ربيعة بن مالك أبو عقيل العامري, kurz Labīd oder Labīd ibn Rabīʿa, * um 560; † um 661 in Kufa) war ein Dichter aus dem beduinischen Stamm der Dschaʿfar. Dieser gehörte zu den Banū ʿĀmir b. Saʿsaʿa, die ihrerseits eine Untergruppe des Stammes der Hawāzin waren. Die Dschaʿfar lebten im westlichen Teil des Nadschd.

Der Überlieferung zufolge soll Labīd bereits als junger Mann durch eine im radschāz-Versmaß geschriebene Satire den Fürsten Nuʿmān II. in al-Hīra davon abgehalten haben, seinem Stamm die Gunst zu entziehen.[1]

Im Jahr 630 soll Labīd zum Islam konvertiert sein, nachdem er den Propheten Mohammed in Medina getroffen hatte.[1] Laut Brockelmann weisen einige seiner Gedichte islamische Einflüsse auf, daher nimmt er an, dass Labīd auch nach seiner Konversion weiterhin geschrieben hat.[2]

Die erhaltenen Werke Labīds sind vor allem in seinem Dīwān zusammengefasst. Eine seiner Qasīden wurde außerdem in die Muʿallaqāt aufgenommen, eine Sammlung hochangesehener altarabischer Gedichte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Brockelmann: Labīd b. Rabī'a. In: The Encyclopaedia of Islam. New Edition Vol. V. Brill, Leiden 1986, ISBN 90-04-07819-3, S. 583/4
  • Agnes Imhof: Religiöser Wandel und die Genese des Islam : Das Menschenbild altarabischer Panegyriker im 7. Jahrhundert. Ergon, Würzburg 2004, ISBN 38-99-13346-3
  • Gottfried Müller: Ich bin Labīd und das ist mein Ziel : zum Problem der Selbstbehauptung in der altarabischen Qaside. F. Steiner, Wiesbaden 1981, ISBN 35-15-03145-6
  • Fuat Sezgin: Die Geschichte des arabischen Schrifttums. Bd. 2. Brill, Leiden 1975, ISBN 90-04-04376-4, S. 126/7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Fuat Sezgin: Die Geschichte des arabischen Schrifttums. Bd. 2. Brill, Leiden 1975, S. 126.
  2. Carl Brockelmann: Labīd b. Rabī'a. In: The Encyclopaedia of Islam. New Edition Vol. V. Brill, Leiden 1986, S. 583/4,