Laborschule

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Laborschule (Begriffsklärung) aufgeführt.

Eine Laborschule ist eine experimentelle Schule, die typischerweise einem pädagogischen Forschungs- und Ausbildungsinstitut angegliedert ist.

In einer Laborschule findet regelmäßiger Unterrichtsbetrieb statt, durch den Schüler eine Schulbildung erhalten, die der an Regelschulen vermittelten mindestens gleichwertig sein soll. Zugleich dient eine Laborschule der pädagogischen Forschung und zumeist auch der Ausbildung von Pädagogen.

Eine Laborschule ähnelt somit einem Universitätskrankenhaus, das zugleich der Patientenversorgung wie auch der akademischen Forschung und Lehre dient. Jedoch ist diese Verbindung von Forschung, praktischer Anwendung und Lehre in der Pädagogik, anders als in der Medizin, eine Ausnahme. Außer der traditionell auf einen Theorie-Praxis-Verbund ausgerichteten Lehrerbildung an den Pädagogischen Hochschulen haben die meisten pädagogischen Ausbildungsstätten keinen angegliederten Schulbetrieb.

In Staaten mit eng reglementierter staatlicher Schulaufsicht benötigen Laborschulen unter Umständen gesetzliche Ausnahmeregelungen; so gibt es in Nordrhein-Westfalen ein eigenes Landesgesetz, das den Betrieb der Laborschule Bielefeld ermöglicht.

Die ersten so genannten Laborschulen wurden von John Dewey gegen 1900 in Chicago und New York gegründet.[1] Eine der deutschen Laborschulen wurde von Hartmut von Hentig begründet und wird von der Universität Bielefeld betrieben. Sie zeichnet sich durch altersgemischte Lerngruppen im Schuleingangsbereich und verschiedene Varianten der Erfahrungsorientierung aus.

Eine ähnliche Verbindung von Forschung, Lehre und Anwendung, wenn auch nicht unter dem Namen „Laborschule“, gab es bereits im 19. Jahrhundert in Jena, wo die Herbartianer Karl Volkmar Stoy und Wilhelm Rein ein pädagogisches Seminar mit Übungsschule betrieben, welches dann von Peter Petersen weitergeführt wurde und zur Entwicklung seines Jena-Plans beitrug.

Weitere Beispiele sind die Kunst- und Medienpädagogische Laborschule in Flensburg[2] und die Laborschule Dresden.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Michael Knoll: Das Scheitern eines weltberühmten Experiments. John Dewey und das Ende der Laborschule in Chicago. In: Pädagogische Rundschau 67 (2013), S. 253-289
  2. Medienpädagogische Laborschule in Flensburg