Labrador-Halbinsel

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55-70Koordinaten: 55° 0′ 0″ N, 70° 0′ 0″ W

Labrador-Halbinsel, Kanada

Labrador ist eine zum großen Teil sehr dünn besiedelte nordamerikanische Halbinsel im Osten Kanadas. Verwaltungsmäßig ist sie aufgeteilt zwischen der Provinz Québec und der Provinz Neufundland und Labrador.

Name[Bearbeiten]

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die angabe der Jahreszahl 1470 sollte zumindest belegt sein, da historisch hochrelevant.

Die Labrador-Halbinsel wurde erstmals von Europäern außer Wikingern um 1470 entdeckt – an Bord eines dänischen Schiffes durch João Vaz Corte-Real und Alvaro Martines Homen. Lange danach noch hieß entsprechend dieses Land Terra Corterealis (z. B. in Joan Blaeus Hauptwerk Atlas Maior von 1665) nach Corte-Real, der von Alfons V. einen Landtitel dafür erhielt und zum Gouverneur der Azoren ernannt wurde, aber selbst nicht mehr nach Labrador zurückkehrte.

Entsprechend wurde von den Portugiesen auch versucht, Kolumbus und seine Schiffsmannschaft auf der Rückkehr von Amerika auf der Azoren-Insel Santa Maria festzunehmen und nicht nach Spanien zurückkehren zu lassen, da Portugal vom als ostasiatische Küste angesehenen direkt erreichbaren Landkontinent im Westen bereits wusste und schon 1493 die Aufteilung der spanischen und portugiesischen Interessensphären durch Papst Alexander VI. bevorstand sowie ein Jahr später der Vertrag von Tordesillas abgeschlossen wurde. Das portugiesische Vorgehen gegenüber Kolumbus war fast dasselbe wie mit den überlebenden Mannschaften der Schiffe Magellans nach ihrer Weltumrundung.

Im Jahre 1495 wurde Labrador von den portugiesischen Seefahrern João Fernandes Lavrador und Pero de Barcelos wiederbesucht. 1500 fand dieses Land auch der jüngste Sohn von Corte-Real, Gaspar. Er nannte das Land in seinem Bericht an seinen König Terra do Lavrador, also „Land des Landadligen“ (gemeint war der Titel seines Vaters João). Sein älterer Bruder Miguel versuchte 1502 den bisher nur nominellen Familienanspruch auf Labrador vor Ort durchzusetzen, scheiterte jedoch dabei.

Lage[Bearbeiten]

Die Halbinsel grenzt im Norden an die Hudsonstraße und die Ungava Bay, an die sich die Baffininsel anschließt, im Westen an die Hudson Bay und im Osten an die zum Atlantischen Ozean gehörende Labradorsee mit gegenüber liegender Insel Grönland. Im Südosten grenzt Labrador an die Belle-Isle-Straße, an die sich die Insel Neufundland anschließt, und an den Sankt-Lorenz-Strom. Im Südwesten geht sie südlich der James Bay in das kanadische Festland über.

Größe[Bearbeiten]

Weil die südwestliche Abgrenzung der Halbinsel offensichtlich nicht hundertprozentig festgelegt ist, wird ihre Größe in den verschiedensten Nachschlagewerken auf 1,3 bis 1,5 Millionen km² beziffert; mit diesen unterschiedlichen Angaben ist sie trotzdem die viertgrößte Halbinsel der Erde. Die südwestliche Abgrenzung dürfte jedoch etwa der Luftlinie vom südlichen Ende der James Bay zum nordöstlichen Stadtrand von Québec entsprechen; Letzteres bezeichnet die Stelle, wo aus dem Sankt-Lorenz-Strom eine Meeresbucht wird.

Der in der Provinz Neufundland und Labrador gelegene Teil hat eine Fläche von 294.330 km² und ist etwa so groß wie Italien. Die Bevölkerungszahl beträgt 27.860 (2001), mit etwa 30 % Ureinwohnern, (Inuit, Innu und Métis). Der in der Provinz Québec gelegene Teil hat etwa 1,0 bis 1,2 Millionen km². Die Bevölkerungszahl beträgt 300.000.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Der Großteil der Halbinsel besteht aus Tundren und borealem Wald; im Süden gibt es auch Nadelwald. Rund 25 % ihrer Fläche wird von Seen, Bächen und Flüssen eingenommen. Das Klima ist arktisch und subarktisch. Der Nordteil der Halbinsel wird Ungava genannt.

Der Name „Labrador“ ist einer der ältesten Namen mit europäischem Ursprung in Kanada, viel älter als der Name „Neufundland“. Wahrscheinlich stammt er vom portugiesischen Seefahrer João Fernandes Lavrador. Das von den Azoren übernommene Wort „Lavrador“ bedeutet im Portugiesischen „Landwirt“ bzw. „kleiner Landbesitzer“.

Geologie[Bearbeiten]

Labrador ist der Ostteil des Kanadischen Schildes, der hier aus Gneisen und Graniten besteht und von der Hudson Bay von Normalnull in östlicher Richtung auf bis zu 1652 m Höhe ansteigt. An das plateauartige Zentrum der Halbinsel schließt sich im Osten die durch tief eingeschnittene Fjorde gekennzeichnete Atlantikküste an. Die Nordostspitze der Labrador-Halbinsel mit den Torngatbergen bildet einen Teil der Arktischen Kordillere.

Begrifflichkeiten[Bearbeiten]

Mit Labrador wird meistens die gesamte Labradorhalbinsel bezeichnet. In manchen Zusammenhängen ist jedoch nur der innerhalb der Provinz Neufundland und Labrador liegende Teil gemeint; dann wird der in Québec liegende Teil als Nord-du-Québec bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Hantzsch: Beiträge zur Kenntnis des nordöstlichsten Labradors. In: Mitteilungen des Vereins für Erdkunde zu Dresden. Heft 8 und 9, 1909, S. 168–320.

Weblinks[Bearbeiten]