Lachendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lachendorf
Lachendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lachendorf hervorgehoben
52.61666666666710.2549Koordinaten: 52° 37′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Lachendorf
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 38,23 km²
Einwohner: 5997 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29331
Vorwahl: 05145
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 016
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oppershäuser Str. 1
29331 Lachendorf
Webpräsenz: www.lachendorf.de
Bürgermeister: Erwin Kriegel (SPD)
Lage der Gemeinde Lachendorf im Landkreis Celle
Landkreis Celle Niedersachsen Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Gifhorn Region Hannover Faßberg Hermannsburg gemeindefreies Gebiet Lohheide Bergen Winsen Wietze Hambühren Celle Adelheidsdorf Hagen Wathlingen Bröckel Eicklingen Wienhausen Langlingen Unterlüß Eschede Eschede Hohne Langlingen Eldingen Eschede Ahnsbeck Eschede Beedenbostel LachendorfKarte
Über dieses Bild

Lachendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Südrand der Lüneburger Heide (südöstlich von Celle). Lachendorf ist Sitz der Samtgemeinde Lachendorf mit den politischen Gemeinden Ahnsbeck, Beedenbostel, Eldingen, Hohne und Lachendorf selbst.

Mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Landkreis Celle vom 1. Januar 1972 wurde der Raum Lachendorf abschließend geordnet. Flächenmäßig liegt die Samtgemeinde Lachendorf mit 164,51 km² an dritter Stelle im Kreisgebiet.

Lachendorf liegt am Austritt des Flusses Lachte aus der hier schwachwelligen Südheide in das breite und ebene Urstromtal der Aller. Durch seine erhöhte Lage ist es in der Vergangenheit von Allerhochwassern verschont geblieben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Kirche der Christusgemeinde in Lachendorf

Erste gemeindliche Zusammenschlüsse gab es im Jahr 1968 im Zuge der niedersächsischen Verwaltungsreform.

Die Gemeinde Lachendorf besteht aus den folgenden vier Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten]

Funde aus der Stein- und Bronzezeit, vornehmlich in den Lachte-Dünen, weisen darauf hin, dass der Lachendorfer Raum schon lange vor unserer Zeitrechnung vom Menschen genutzt wurde.

Mittelalter[Bearbeiten]

Der heutige Ortsname Lachendorf wird in alten Schriften auch als Lachtendorp oder Lachendorp aufgeführt. Die älteste urkundliche Erwähnung über Lachendorf stammt aus dem Jahre 1353 und ist in einer Aufstellung des Herzogs Wilhelm II. (Braunschweig-Lüneburg) enthalten. Das Schatzregister der Großvogtei Celle von 1438 nennt 18 Hofstellen in Lachendorf, darunter eine Mühle.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1538 wählte Herzog Ernst der Bekenner als Standort für eine Papiermühle Lachendorf aus – die Grundlage für eine Ansiedlung von neuen Bewohnern war damit gegeben, und der Ort wurde von nun an durch diese vorindustrielle Manufaktur entscheidend geprägt. Unter der Papiermacherdynastie Pfuhl entstanden als Tochtergründungen auch die Walsroder Papiermühle und die Bommelser Papiermühle in Bomlitz.[2]

Im Jahre 1845 begann der Ausbau der Papiermühle zu einer Papierfabrik. Das expandierende Unternehmen zog weitere Arbeitskräfte nach Lachendorf, sodass die Einwohnerzahl von 445 im Jahre 1848 auf 1911 im Jahre 1900 anstieg. Von der 1904 eröffneten Kleinbahnstrecke Celle-Wittingen wurde ein Anschlussgleis zur Papierfabrik gelegt.

Gegenwart[Bearbeiten]

Lachendorf gehörte bis zum 31. Dezember 2004 zum Regierungsbezirk Lüneburg, der infolge einer Verwaltungsreform mit Ablauf dieses Datums aufgelöst wurde.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Bunkenburg, Gockenholz und Jarnsen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 31.12.1900: 1152 Einwohner
  • 31.12.1925: 1338 Einwohner
  • 06.06.1961: 1969 Einwohner (mit den später eingemeindeten Orten 2602 Einwohner)[4]
  • 27.05.1970: 2586 Einwohner (mit den später eingemeindeten Orten 3249 Einwohner)[4]
  • 01.01.1973: 3467 Einwohner
  • 31.12.1986: 4069 Einwohner
  • 31.12.1994: 4852 Einwohner
  • 30.06.2005: 5785 Einwohner
  • 31.08.2010: 6201 Einwohner
  • 31.12.2011: 5844 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Lachendorf setzt sich aus 17 Abgeordneten zusammen.

CDU SPD UB FDP Grüne Gesamt
2001 6 6 3 1 1 17 Sitze
2006 6 7 2 2 0 17 Sitze [5]
2011 5 7 3 2 0 17 Sitze

letzte Kommunalwahl am 11. September 2011[6]

Im Gemeinderat besteht eine Zählgemeinschaft aus SPD und FDP.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Lachendorf ist zurzeit Erwin Kriegel.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Lachendorf besitzt eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Bricquebec (Normandie, Frankreich).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der politischen Gemeinde Lachendorf ist identisch mit dem der Samtgemeinde Lachendorf. Es wurde 1968 genehmigt. Es zeigt auf blauem Grund ein Mühlenrad, einen silbernen Wellenbalken und darunter eine goldene Ähre über silbernem Pflug.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Lachendorf liegt an der Landesstraße 282 (L 282) zwischen Celle und Wittingen.[7] Gelegentlich fahren noch Heide-Bahn-Züge auf der Strecke der ehemaligen Lachtetalbahn (betrieben von der OHE) durch die Gemeinde.

Unternehmen[Bearbeiten]

Papierproduktion

Der Papierhersteller Drewsen Spezialpapiere produziert am Standort Lachendorf Spezialpapiere.

Die 2002 gegründete trickWILK GmbH in Lachendorf ist spezialisiert auf die Erstellung von DCP (Digital-Cinema-Packages), 35mm- und 16mm-Filmrecording (Fazen) und die Restaurierung von Filmen. Eine weitere Niederlassung der trickWILK GmbH befindet sich in Berlin.

Der in den Medien als „Promi-Bäcker“ und als Zulieferer der gehobenen Gastronomie bekannte Bäcker Jochen Gaues hat in Lachendorf seine Backstube.

Medien[Bearbeiten]

In Lachendorf wird der monatliche Anzeiger Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Lachendorf publiziert und kostenlos an alle Haushalte in der Samtgemeinde verteilt.

Bildung[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Ein Teil der Realschule am Abend

In Lachendorf gibt es die Ikarus-Schule (Grundschule), die Geschwister-Scholl-Schule (Hauptschule), die Realschule Lachendorf [8] sowie das im Sommer 2006 fertiggestellte Gymnasium Lachendorf, das nun Immanuel-Kant-Gymnasium heißt.[9]

Die Realschule Lachendorf hatte ihren Ursprung in der Kreismittelschule Westercelle. Nachdem das Gebäude in Westercelle aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen zu klein geworden war, wurde 1964 der Bau einer neuen zweizügigen Mittelschule genehmigt. Als Standort wurde Altenhagen festgelegt, um die Schulwege der Schüler und Schülerinnen aus den nördlichen Kreisgebieten zu verkürzen.

Aufgrund der schulpolitischen Zielsetzungen des Landes Niedersachsen und als Folge der Gebietsreform entschied sich der Landkreis Celle als Schulträger 1976 für den Neubau einer Realschule in Lachendorf. Am 28. Oktober 1977 fand die Grundsteinlegung in Lachendorf statt und im Januar 1979 wurde der Unterrichtsbetrieb an der Realschule Lachendorf aufgenommen.

Religionen[Bearbeiten]

St. Raphael-Kirchhaus

In Lachendorf befindet sich im Brömmerkamp die Kirche Arche Noah der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lachendorf, die zum Kirchenkreis Celle gehört.

Sowie in der Kirchstraße die Kirche der Christusgemeinde, die zum Pfarrbezirk Celle-Lachendorf der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gehört.

Das katholische Kirchhaus St. Raphael wurde 1968 am Heidkamp erbaut, seit 2006 gehört es zur Pfarrgemeinde St. Ludwig in Celle. Zuvor diente seit etwa 1954 ein in Lachendorf aufgestellter Kapellenwagen der Ostpriesterhilfe als katholische Kapelle.[10]

Die Neuapostolische Kirche, Westerfeld 16, wurde geschlossen. Sie gehörte zum Kirchenbezirk Hannover Nord. Das Gebäude wurde verkauft und wird heute für Wohnzwecke genutzt.

Sport[Bearbeiten]

Der älteste Verein Lachendorfs ist der Schützenverein Lachendorf von 1881 e.V. Das 1996 in Eigenleistung fertiggestellte Schützenhaus ist Austragungsort zahlreicher sportlicher Wettkämpfe. Die Lachendorfer Schützen wähnen mehrere Landes- sowie Kreismeister in ihren Reihen.

Seit der Gründung des Fußballclubs FC Lachendorf im Jahr 1985 sind im Ort zwei Vereine, die den Fußballsport beherbergen, koexistent. Der mitgliederstärkste Verein, TuS Lachendorf, betreut mehrere Sparten und wurde im Jahr 1926 gegründet. Außerdem wurde im Jahr 1981 der Tennis-Verein Lachendorf ins Leben gerufen. Auch der Volleyballverein des TuS Lachendorf war schon überregional erfolgreich.

Sportstätten[Bearbeiten]

In Lachendorf befinden sich drei Sporthallen, wobei diese der Grund- und Hauptschule sowie dem Gymnasium zugeordnet werden müssen. Das Lachtestadion, dessen Fertigstellung im Jahr 1981 vollendet wurde, ist die größte Sportanlage der Gemeinde Lachendorf. Eine Tennisanlage mit sechs Außen- und drei Innenplätzen ist zudem vorhanden.

In direkter Nachbarschaft liegt das 1996 in Eigenleistung entstandene Schützenhaus, das seitdem als Ort der schießsportlichen Wettkämpfe auch über die Grenzen der Samtgemeinde hinaus bekannt ist.

Am nordöstlichen Samtgemeinderand in Metzingen liegt der Segelflugplatz „Berliner Heide“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Wittmann, Kurt W. Seebo: Lachendorf. Bd. I, Lachendorf 1988.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Mußmann, Olaf: Papier, Pulver und sanfte Energie – Alltag und Technik im vorindustriellen Mühlengewerbe, Münster 1993, S. 25 ff.
  3. Ausführlich: Blazek, Matthias: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen, Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.
  4. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223.
  5. Endergebnis der Kommunalwahlen am 10. September 2006.
  6. Endergebnis der Kommunalwahlen am 11. September 2011.
  7. Die Landesstraße L 282 (Wittinger Straße) bildet eine Ost-West-Achse zwischen den Mittelzentren Celle und Wittingen. Sie führt nach Ostnordosten über Beedenbostel, Eldingen und Steinhorst und hinter Wittingen weiter nach Helmstedt.
  8. Internetauftritt der Realschule Lachendorf.
  9. Internetauftritt des Gymnasiums Lachendorf.
  10. KirchenZeitung Nr. 26/2013 vom 30. Juni 2013, S. 16.
  11. Siehe germanoriginality.com.