Laclubar

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Ort Laclubar. Für den Subdistrikt siehe Laclubar (Subdistrikt).
Laclubar
Laclubar (Osttimor)
Laclubar
Laclubar
Koordinaten 8° 45′ S, 125° 55′ O-8.7463888888889125.91111111111Koordinaten: 8° 45′ S, 125° 55′ O
Manatuto subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Manatuto
Subdistrikt Laclubar
Suco Orlalan, Funar, Batara
Höhe 1120 m

Laclubar (Laclúbar, Laklubar, Luclubar) ist der Hauptort des osttimoresischen Subdistrikts Laclubar im Distrikt Manatuto. Während der portugiesischen Kolonialzeit hieß der Ort zeitweise Vila de Ourique.

Geographie[Bearbeiten]

Ortsteile von Laclubar
Orte Position[1] Höhe Orte Position Höhe
Are Ain 8° 44′ S, 125° 55′ O-8.735125.91666666667980 980 m Balulin 8° 45′ S, 125° 54′ O-8.7452777777778125.904444444441074 1074 m
Bamatac 8° 45′ S, 125° 54′ O-8.7519444444444125.901666666671192 1192 m Fatuha 8° 44′ S, 125° 54′ O-8.7405555555556125.90833333333 1074 m
Lawado 8° 45′ S, 125° 54′ O-8.7505555555556125.904722222221120 1120 m Orlalan 8° 45′ S, 125° 55′ O-8.7516666666667125.916666666671077 1077 m
Torilalan 8° 45′ S, 125° 55′ O-8.7508333333333125.909444444441120 1120 m Lihutula 8° 44′ S, 125° 55′ O-8.7397222222222125.918611111111012 1012 m
Wer Ulun 8° 44′ S, 125° 55′ O-8.7397222222222125.911111111111074 1074 m

Der Ort Laclubar liegt im gebirgigen Landesinneren Timors auf einer Meereshöhe von 1120 m, knapp 40 km in Luftlinie südöstlich von der Landeshauptstadt Dili und knapp 30 km südwestlich der Distriktshauptstadt Manatuto. Die steilen Berge bilden um das Ortszentrum im Suco Orlalan ein kleines Tal um Form eines Hufeisens. Die Vororten dehnen sich bis in die Sucos Funar und Batara aus. Zwischen den schroffen Bergen dehnen sich Wälder mit zahlreichen kleinen Quellen aus.[2]

Eine verhältnismäßig gut ausgebauten Straße führt nach Norden Richtung Manatuto und nach Süden Richtung Soibada. In Laclubar gibt es drei Grundschulen, eine präsekundäre Schule, einen Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Lavlubar war das Zentrum eines gleichnamigen Reiches, dass erstmals 1868 Erwähnung findet. 1898 wurde ein portugiesischer Militärposten im Ort Laclubar errichtet.[2]

Ende 1979 gab es in Laclubar ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den indonesischen Besatzern umgesiedelt werden sollten.[4]

Laclubar wurde während der letzten Gewaltwelle der indonesischen Besatzung 1999 in Teilen niedergebrannt und mehrere Unabhängigkeitsbefürworter ermordet.[2]

Kultur[Bearbeiten]

Laclubar ist das Zentrum der Idaté, deren Dialekt zu den austronesischen Idalakasprachen gehören.

Viele Orte, wie Quellen, kleine Höhlen, Steine und Hügel gelten als heilig (idaté: lulik) und sind daher tabu. Im Alltag dürfen sie nicht besucht werden, da dies als gefährlich gilt. Es drohen Wahnsinn und Tod. Die wichtigsten heiligen Orte sind Susuk, ein tiefes Erdloch am Fuß der Berge um Laclubar, und Orlau, eine Quelle im Wald an der Hauptstraße, die ins Ortszentrum führt. In dessen fruchtbaren Umgebung wird Kaffee angebaut und stehen Obstbäume. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Katholiken sind, sind diese beiden Orte noch heute wichtige Ritualplätze, da sie als Zugänge zur Geisterwelt (idaté: lalamatak) gelten. In Zeremonien wird die Heiligkeit dieser Orte aufgenommen und in die Außenwelt gebracht, zum Beispiel um Kriege zu beenden. Zwar gilt die Heiligkeit zwar als weiblich, wird aber keiner personifizierten Gottheit zugeordnet.[2]

Nach dem Glauben der Bevölkerung kann man an den heiligen Orten den Geistern des Landes (idaté: larek-nain) begegnen. Sie nehmen die Gestalt von Pythons, Aalen oder auch Menschen an. Dies können wunderschöne Frauen, aber auch Ausländer (idaté: malae) mit weißer Haut und roten Haaren sein. „Larek-nain“ kann sowohl der Name der Geister an den heiligen Orten sein, ist aber auch die Bezeichnung für die Urbevölkerung des Landes und ihre Nachkommen, das „Volk des Landes“ oder die „Landbesitzer“. Diese werden immer wieder mit den eigenen Ahnen (idaté: luli’ain) gleichgesetzt. Eigentlich wird zwischen Geister, Ahnen und Heiligkeit unterschieden, aber in Zeremonien verschmelzen oft diese drei Ebenen. Die Präsenz dieser drei Erscheinungsformen macht die Kraft des Landes aus.[2]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  2. a b c d e Judith Bovensiepen: Opening and Closing the Land: Land and power in the Idaté highlands, abgerufen am 29. März 2015.
  3. UNMIT-Karte des Distrikts Manatuto, August 2008 (PDF; 581 kB)
  4. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)