Lacrimosa

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Dieser Artikel befasst sich mit der Band Lacrimosa, für den Asteroiden siehe Lacrimosa (Asteroid), für den Abschnitt der Dies-irae-Sequenz des Requiems siehe Dies irae.
Lacrimosa
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Tilo Wolff im Jahr 2004
Tilo Wolff im Jahr 2004
Allgemeine Informationen
Genre(s) Symphonic Rock / NDH
(seit 2001)
Symphonic Metal / Gothic Metal (1993-1999)
Neue Deutsche Todeskunst (1990-1992)
Gründung 1990
Website http://www.lacrimosa.de
Gründungsmitglieder
Tilo Wolff
Aktuelle Besetzung
Tilo Wolff
Anne Nurmi

Lacrimosa (lat., „die Tränenreiche“) ist der Name eines Musikprojekts, gegründet 1990 vom Wahlschweizer Tilo Wolff. Die Band zählte Anfang der 1990er Jahre zu den bekanntesten Vertretern der Neuen Deutschen Todeskunst. Mit den Alben Satura und Inferno wandte sich die Band anschließend eher hardrock- und metal-lastigen Klängen zu.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

1990 erschien das erste Demotape Clamor (lat. „Geschrei“). Da Tilo Wolff damit keine Plattenfirma überzeugen konnte, gründete er mit Hall of Sermon sein eigenes Plattenlabel und nahm unter dem Namen Lacrimosa die erste LP Angst auf. Seither ziert als Band-Logo ein Harlekin die Album-Cover.

Seit 1994 gehört auch die Finnin Anne Nurmi, Keyboarderin und Sängerin der finnischen Gothic-Rock-Band Two Witches, als festes Mitglied zu Lacrimosa und steuert seitdem auch eigene Lieder in finnischer und englischer Sprache bei.

Lacrimosas größter Charterfolg war die Single Stolzes Herz, die Platz 9 der deutschsprachigen Singlecharts erreichte. Das 1999er Album Elodia erreichte Platz 12 in den Deutschen Charts. Lacrimosa gaben ausverkaufte Tourneen in Europa, Mittel- und Südamerika.

Zur selben Zeit arbeitet Tilo Wolff mit der Thrash-Metal-Band Kreator zusammen und steuert den Gesang für das Lied Endorama auf dem gleichnamigen Album bei.

Mit ihrer Single Der Morgen danach war Lacrimosa vier Wochen lang in den offiziellen Singlecharts in Deutschland, die höchste Platzierung betrug 51.

Am 7. Mai 2010 veröffentlichten Lacrimosa anlässlich des 20-jährigen Bestehens ein Doppelalbum namens Schattenspiel, welches 18 bis dato unveröffentlichte Titel aus der Bandgeschichte beinhaltet.

[Bearbeiten] Name

Der Name leitet sich von der letzten Strophe der liturgischen Sequenz Dies irae aus dem 12. Jahrhundert ab, einem Bestandteil des Requiems. Dort heißt es: „Lacrimosa dies illa“, zu deutsch: „Tränenreich ist jener Tag“ (lat. lacrima, „Träne“; lacrimosus, „tränenreich“). Die bekannteste Vertonung dieses Textes findet man in Mozarts letztem Werk, dem Requiem (KV 626).

[Bearbeiten] Musikstil

Clamor war das erste Demo-Tape von Lacrimosa, welches ursprünglich mehrere Titel aufwies, jedoch konnten aus Mangel an finanziellen Mitteln nur relativ kurze Tapes gekauft werden.[1] Auf dem Tape, von dem 100 Stück produziert wurden, befinden sich lediglich zwei Titel (die Demoversionen zu Seele in Not und Requiem). Bei der Demoversion von Seele in Not unterscheidet sich lediglich eine kurze Melodie am Anfang des Stückes von der späteren Album-Version.

Im Debütalbum Angst sind minimalistische elektronische Klänge das bevorzugte Gestaltungsmittel von Tilo Wolff. Auch auf den Nachfolgealben Einsamkeit und Satura sind derartige Elemente noch vereinzelt zu erkennen (z. B. in Tränen der Sehnsucht, Part I und II).

Ab dem vierten Album Inferno ist Anne Nurmi bei Lacrimosa dabei. Seitdem entwickelte sich der Stil beständig. Inferno enthält, wie schon sein Vorgänger Satura, rockige und metal-lastige E-Gitarrenstücke, erstmals englischsprachige Texte, aber auch klassische Elemente in der Schlussnummer Der Kelch des Lebens. In diesem ca. 14-minütigen Lied wirken die Barmbeker Symphoniker mit.

Das nächste Album Stille enthält den Top-10-Titel Stolzes Herz sowie eine etwa viertelstündige, wiederum stark klassikhaltige Nummer mit dem Titel Die Straße der Zeit. Dieses Lied beinhaltet ausgedehnte Chorpassagen, instrumentale Zwischenspiele und ein längeres Gitarrensolo.

Elodia gehört zu den erfolgreichsten Alben von Lacrimosa. Es wurde mit dem London Symphony Orchestra aufgenommen. Der erste Titel - Am Ende der Stille - zitiert ein Motiv aus dem Schlusstitel des Vorgängeralbums. Durch diesen Kunstgriff erreicht Tilo Wolff beinahe eine zyklische Verknüpfung der Alben. Der Sanctus verwendet den vollständigen Text aus dem liturgischen Ordinarium Missae, welcher vom Chor vorgetragen wird. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Klassik und Metal.

Fassade ist ein Konzeptalbum, das gewissermaßen auf drei Pfeilern ruht. Die beiden Ecknummern Fassade (1. bzw. 3. Teil) sind musikalisch eng miteinander verwandt. Fassade (2. Teil) bildet im Gegensatz dazu einen Ruhepol in der Mitte des Albums. Erwähnenswert ist auch die Nummer Stumme Worte, auf der Tilos Gesang nur vom Klavier und einem Streichquartett begleitet wird.

Echos beginnt mit einem rein klassischen Kyrie, wiederum aus dem Ordinarium Missae übernommen, für Chor und Orchester. Sowohl die Stimmen von Tilo und Anne, als auch Gitarren etc. schweigen hier.

In Lichtgestalt vertont Tilo Wollf einen Bibeltext: Das Hohelied der Liebe aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther. Hier sind Chor und Orchester wieder sehr präsent.

Tilos Stimme schwankt von anklagend-verzweifeltem bis hin zu fanatisch-schreiendem Ton. Sie wird unterstützt von Annes Stimme und den Chören.

[Bearbeiten] Diskografie

[Bearbeiten] Alben

  • 1991: Angst
  • 1992: Einsamkeit
  • 1993: Satura
  • 1995: Inferno
  • 1997: Stille
  • 1998: Live (Doppelalbum)
  • 1999: Elodia
  • 2001: Fassade
  • 2002: Vintage Classix (LP-Box)
  • 2003: Echos
  • 2005: Lichtgestalt
  • 2007: Lichtjahre (Live-Doppelalbum, auch als SE im Digipak)
  • 2009: Sehnsucht (auch als Specialedition mit 6 Songvarianten)
  • 2010: Schattenspiel (Doppel-CD mit bis dato unveröffentlichten Liedern)

[Bearbeiten] Singles

  • 1993: Alles Lüge
  • 1994: Schakal
  • 1996: Stolzes Herz EP
  • 1999: Alleine zu zweit
  • 2001: Der Morgen danach
  • 2002: Durch Nacht und Flut (auch als SE)
  • 2005: Lichtgestalten EP
  • 2009: Feuer [Limited Edition]

[Bearbeiten] Videografie

  • 1995: The Clips 1993-1995
  • 1997: The Silent Clips
  • 2000: The Live History
  • 2005: Musikkurzfilme
  • 2007: Lichtjahre (Tour-DVD)

[Bearbeiten] Literatur

  • "Das Gothic- und Dark Wave-Lexikon. Die Schwarze Szene von A-Z" (erweiterte Neuausgabe, hrsg. von Peter Matzke und Tobias Seeliger), Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-522-8

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Lacrimosa – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Interview auf einer Fanpage
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