Juden-Spanisch

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Judenspanisch

Gesprochen in

Israel, Türkei, Griechenland, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien
Sprecher 25.000
Linguistische
Klassifikation

Indogermanische Sprachen

Sprachcodes
ISO 639-2: (B) lad (T) lad

Judenspanisch, Ladino, Djudezmo oder Espanyol und im Norden Marokkos auch Hakitía ist die traditionelle romanische Sprache der sephardischen Juden, einer ethnischen Gruppe des jüdischen Volkes. Daher wird sie manchmal auch sephardische Sprache genannt. Sepharden (aus dem Hebräischen s(ĕ)farad: Iberia[1]) sind diejenigen Juden, deren Vorfahren bis zu ihrer Vertreibung 1492 in Spanien bzw. 1497 in Portugal lebten.[2]

Judenspanisch hat für die Sephardim die gleiche Funktion wie Jiddisch für die Aschkenasim. Es sind die einzigen nicht-semitischen jüdischen Sprachen, die häufig in hebräischer Schrift geschrieben werden.[3]

Es ist eine Sprache, die sich im Laufe der Jahrhunderte unter dem Einfluss mehrerer Kontaktsprachen herausbildete. Als jüdische Sprache weist Judenspanisch viele Einflüsse aus dem Hebräischen und Aramäischen auf, aber auch aus dem Arabischen, dem Türkischen, dem Italienischen sowie dem Griechischen und Slawischen, je nach Gebiet, in dem sich die Sepharden nach ihrer Vertreibung angesiedelt haben.

Die verschiedenen Sprachbezeichnungen[Bearbeiten]

Es existieren verschiedene Bezeichnungen für die Sprache und mitunter sind diese an ein bestimmtes geografisches Gebiet gebunden. Auch daher gibt es keine Übereinstimmung unter den Sprachforschen in der Art und Weise der Namensgebung dieser Sprache. Das Nicht-Vorhandensein eines stilistisch neutralen Terminus lässt die Deutung zu, dass die Sprache kein hohes Ansehen genießt, „dass ihre Sprecher sie gewissermaßen auch als Jargon qualifizieren.“ [4]

Judenspanisch[Bearbeiten]

(span.: Judeo-Español, eng.: Judeo-Spanish) Für viele Wissenschaftler ist Judenspanisch der angemessenste Begriff, da er auf Spanisch als die Basis der Sprache hinweist und gleichzeitig impliziert, dass es die Sprache der sephardischen Juden ist, beeinflusst und bereichert von ihrer Kultur und von den Kulturen, in denen sie lebten und die für viele Generationen ihre Muttersprache war.[5]

Ladino[Bearbeiten]

Der Begriff Ladino wird häufig als Bezeichnung für die Sprache der sephardischen Juden verwendet, bezeichnet jedoch eigentlich das Verfahren der Interlinear-Übersetzungen aus der Bibel und aus Gebetbüchern. Ladino ist also eine künstliche Schriftsprache, die „erst bei dem Prozeß des Übersetzens aus dem Hebräischen in das Spanische entsteht [...]“[6], eine an das Judenspanisch angelehnte Hilfssprache und keine gesprochene Sprache. Die Sepharden selbst haben ihre Sprache eher nicht mit dem Begriff „Ladino“ benannt.[7]

Grundlage der Wort-für-Wort-Übersetzungen der hebräischen heiligen Schriften ist die im Buch Deuteronomium dem Volk Israel gegebene Verpflichtung, am Wortlaut der Bibeltexte nichts zu verändern.[8] Man geht davon aus, dass das Ladino im 13. Jahrhundert in Spanien geschaffen wurde, um Übersetzungen für die spanischen Juden anzufertigen, die das sakrale Hebräisch nicht verstanden.[9] Ladino ist in Syntax und Wortwahl eng an den hebräischen Text angelehnt. Das Ziel war also eine möglichst genaue Wiedergabe des hebräischen Textes, „um den ungebildeten Leser über die Landessprache an die heilige Sprache heran[zu]führen und ihm eine Einsicht in die Struktur des Hebräischen [zu] vermitteln.“[10] Die Übersetzung hielt dabei die spanische Grammatik nicht ein. Ein berühmtes Werk ist die Ferrara-Bibel, eine Übersetzung des Tanach mit Hilfe des Ladinoverfahrens, die 1553 in Ferrara gedruckt wurde.[11] Im Laufe der Jahrhunderte beeinflusste Ladino in einem gewissen Maße auch die gesprochene Sprache, nicht jedoch umgekehrt.[12]

In der Linguistik verwendet man dafür auch die Bezeichnung Calque-Sprache („durchgepauste Sprache“). Calque-Sprachen wurden vom Hebräischen aus unter anderem für das Griechische, das Italienische, das Arabische und das Türkische geschaffen.[13]

Die Knesset in Jerusalem, das israelische Parlament, bevorzugt die Bezeichnung Ladino. 1996 wurde dort die Gründung der "Autoridad Nasional del Ladino i su Kultura" beschlossen. „Damit ist in Israel die Bezeichnung 'Ladino' für das Judenspanische offizialisiert worden, eine Bezeichnung, die bis dahin vor allem bei sprachwissenschaftlichen Laien gang und gäbe war.“[14]

Ladino ist nicht mit der ladinischen Sprache zu verwechseln.

Djudezmo[Bearbeiten]

(auch: Judezmo) Abgeleitet vom spanischen Wort judaísmo, ist Djudezmo ursprünglich die Bezeichnung der nichtjüdischen Nachbarn der Sepharden für die Gesamtheit jüdischer Sitten, Lebensanschauungen, Glaubensvorstellungen und dergleichen. Als Begriff für die Sprache der Sepharden sollte er nicht dienen. Obwohl nur als Substantiv ohne abgeleitetes Adjektiv existent, taucht Djudezmo inzwischen jedoch häufiger als Terminus in der Sprachwissenschaft auf, vor allem bei amerikanischen und jüdischen Forschern. Verbreitet ist diese Bezeichnung in Bulgarien, Mazedonien sowie zum Teil auch in Griechenland und Rumänien. [15]

In der Türkei verbreitet ist die ähnliche Bezeichnung djidió, abgeleitet von spanisch judío mit Akzentverschiebung auf die letzte Silbe.[16]

Espanyol[Bearbeiten]

(auch: Espanyolit, Spanyol, Spanyolit oder Spaniolisch) Vor allem in der Türkei ist diese Bezeichnung dort verbreitet, wo djudió weniger gebräuchlich ist. Der Begriff ist abgeleitet von dem spanischen Wort español. In der Form spanyol war es der Hauptterminus in den alten Siedlungsgebieten in Palästina.[17]

Sefardí[Bearbeiten]

(auch: Sefaradí oder Sfaradí) Der Terminus ist keine Bezeichnung für die Sprache von Seiten der Sprecher selbst, sondern wird verwendet, um die Sepharden von anderen ethnischen Untergruppen zu unterscheiden.[18]

Hakitía[Bearbeiten]

(auch: Hakitiya oder Haketía) Als Bezeichnung der Sprache der sephardischen Juden wurde der Terminus ausschließlich in Nordmarokko verwendet. Es handelt sich um einen eigenen Dialekt mit wesentlichen Unterschieden zum balkanischen Judenspanisch. Daher ist Hakitía kein Synonym der oben angeführten Bezeichnungen.[19] Der Begriff ist von den arabischen Wörtern ḥakā 'sprechen' oder ḥekāiat 'Erzählung' abgeleitet.[20]

Die Sprachwissenschaft nutzt bei der Einteilung der Dialekte für Hakitía auch die Bezeichnung westliches Judenspanisch.

Geschichte[Bearbeiten]

Juden auf der Iberischen Halbinsel vor ihrer Ausweisung 1492[Bearbeiten]

Historiker gehen davon aus, dass sich die ersten Juden bereits im 1. Jahrhundert vor Christus auf der Iberischen Halbinsel ansiedelten, vor allem in den Hafenstädten der Mittelmeerküste. Das älteste dokumentarische Zeugnis ist ein ins 2. Jahrhundert unserer Zeit datierter jüdischer Grabstein. Aus schriftlichen Quellen ist bekannt, dass im 4. Jahrhundert der Anteil der jüdischen Bevölkerung auf der Iberischen Halbinsel beträchtlich war.[21]

Eine für das Judentum glanzvolle Zeit war das 10. und 11. Jahrhundert in Al-Andalus unter dem Kalifat von Córdoba. Doch die Ankunft der Almoraviden (1086-1147), die von Andersgläubigen die Konversion zum Islam verlangten, bewirkte eine Flucht vieler Juden, die sich daraufhin hauptsächlich in den christlichen Königreichen von Kastilien-León, Aragón und Navarra niederließen. Dort räumten die Könige den jüdischen Niederlassungen Privilegien ein, die Juden zahlten Abgaben und Steuern als Gegenleistung.[22]

Mit Ausnahme des Königreichs Granada war die gesamte Iberische Halbinsel um die Mitte des 13. Jahrhunderts von den Christen zurückerobert worden. Dies war die beste Zeit der Juden in den christlichen Königreichen, die ihres größten Wohlergehens in Kastilien und Aragón während der Regierungszeit von Alfonso X. und Jaime I.[23] Die Juden lebten in juristischer und kommunaler Selbstständigkeit, getrennt und unabhängig von der christlichen und muslimischen Bürgerschaft der Stadt.[24]

Antijüdische Propaganda in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts gipfelte im Jahre 1391 in Sevilla in Tätlichkeiten gegen die jüdische Gemeinde, die sich schnell ausbreiteten. Innerhalb von drei Monaten wurden etwa 50.000 der 300.000 Juden getötet, ganze Gemeinden vernichtet. Viele Juden ließen sich taufen oder wurden zwangsgetauft. Die nunmehr meist nur noch in Landstädtchen existierenden jüdischen Gemeinden verarmten.[25]

Ursprung des Judenspanischen[Bearbeiten]

Inwiefern die Juden einen eigenen Dialekt ihrer regionalen romanischen Umgebungssprache sprachen, ist nicht belegbar, jedoch vorstellbar. Sehr wahrscheinlich existierten verschiedene Varietäten wie jüdisches Kastilisch, jüdisches Katalanisch oder jüdisches Portugiesisch, die sich vermutlich jedoch nur leicht von der Sprache der übrigen Bevölkerung unterschieden. „Der Tatsache, dass das Judenspanische des Osmanischen Reiches und das Haketía z.T. gemeinsame Neuerungen haben [...] oder der gemeinsame Verlust einiger Wörter [...], dieser Tatsache ist bisher zu wenig Beachtung geschenkt worden.“[26] Dies spricht eher für eine eigene Varietät, die sich aus dem kulturell-religiösen Hintergrund (jüdische Lebensweise und Religion, das Leben in geschlossenen Wohnvierteln mit kommunaler und juristischer Selbstständigkeit) erklären lässt, der die Juden von ihren Mitmenschen auf der Iberischen Halbinsel unterschied. So dienten zur Beschreibung des religiösen Lebens, wie in den anderen jüdischen Sprachen, hebräische und aramäische Wörter.[27]

Sprachliche Besonderheiten des Spanischen der Juden vor 1492:

  • eigene Formen und Arabismen zur Vermeidung typisch christlicher Begriffe
das Wort Dios (Gott) wurde in Dio umgewandelt, da die vermeintliche Pluralbildung dem monotheistischen Glauben widersprach
das Wort domingo (Sonntag) wurde aufgrund des christlichen Hintergrundes nicht verwendet; stattdessen benutzte man den Begriff alhad, der auf das arabische Wort الأحد‎ 'al-ahad' (der Erste; Sonntag) zurückgeht
  • Hebraismen im ethischen Bereich
mazal 'Stern, Schicksalsstern, Schicksal'
kavod 'Ehre, Herrlichkeit'
mamzer 'Bastard'
  • das Verb meldar (lat. meletare 'sich üben, etwas sorgfältig betreiben') hatte zunächst die Bedeutung 'religiöse Texte lesen'; im Judenspanischen nahm das Verb ganz allgemein die Bedeutung 'lesen, lernen' an
  • Lehnwörter aus dem Arabischen
adefina 'begraben'
alarze 'Zeder'
  • hebräische Pluralbildung auch bei spanischen Wörtern
ladroním neben ladrones
  • Wortbildungen mit hebräischen Wörtern, aber spanischen Suffixen oder Präfixen
enheremar 'mit dem Bann belegen'
  • Ausstattung spanischer Wörter mit hebräischen Endungen
jsp. haraganud – span. haragán 'Faulheit'[28]

Das eigentliche Judenspanisch bildete sich erst nach 1492 heraus, als die Verbindung nach Spanien abgerissen war.[29] Nach ihrer Vertreibung entwickelte sich die jüdische Varietät des Kastilischen, die von den meisten sephardischen Juden gesprochen wurde, zu einer autonomen Sprache. "Daher herrscht in der Sprachwissenschaft die Ansicht vor, dass es sich beim Judenspanischen um eine selbständige – nicht mehr spanische – Fortsetzung der spanischen Sprache vom Ende des 15. Jh. handele."[30] Sie weist noch heute eine größere Nähe zum mittelalterlichen Spanisch auf als das moderne Spanisch.[31]

Ausweisung der Juden aus Spanien 1492[Bearbeiten]

Sephardische Migrationen

Am 31. März 1492 erließen die Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon im Zuge der christlichen Wiedereroberung das Alhambra-Dekret. Es enthielt den Befehl zur vollständigen Ausweisung innerhalb von vier Monaten derjenigen Juden aus Kastilien, Leon und Aragon, die sich nicht taufen lassen wollten. Wie viele Juden damals das Land verließen, ist nicht genau zu beziffern, man geht aber von mindestens 90.000 Juden aus. Hochrechnungen beziffern die Zahl der Flüchtlinge auf bis zu 400.000 Juden.[32]

Etliche der in Spanien gebliebenen und zum Christentum konvertierten Juden, sogenannte Marranen, wurden später Opfer der Inquisition, da man sie nicht als glaubwürdige Christen ansah. Dies zog eine weitere Emigrationswelle der Marranen nach sich, die dann wieder ihren ursprünglichen Glauben annahmen (v.a. im 16. und 17. Jahrhundert).[33]

Und auch in Portugal nahmen die Repressalien gegenüber den Juden zu. Im Frühjahr 1506 wurden mindestens 2.000 Neuchristen in Lissabon ermordet. Dies provozierte eine Flüchtlingswelle, die mit der 1539 in Kraft getretenen Inquisition weitere Juden zur Emigration veranlasste; viele von ihnen waren vorher aufgrund des Alhambra-Dekrets nach Portugal geflüchtet.[34]

Ziel vieler Auswanderer war das Osmanische Reich von Sultan Bayezid II., der den vertriebenen Juden in seinem Reich Asyl anbot. Der Sultan soll gesagt haben: „Wie töricht sind die spanischen Könige, dass sie ihre besten Bürger ausweisen und ihren ärgsten Feinden überlassen.“[35]

Das Osmanische Reich (Griechenland, Türkei, Balkan, Nordafrika) wollte an den europäischen Errungenschaften in Wissenschaft und Technik teilhaben. Daher wurden die aus Spanien geflüchteten Juden im osmanischen Reich mit offenen Armen empfangen. Die Neuankömmlinge waren dankbar und stellten ihre Qualifikationen gern in den Dienst des Osmanischen Reiches.[36]

Außerhalb des Osmanischen Reiches wandten sich die Flüchtlinge anfangs auch nach Portugal, zudem nach Marokko, Italien und nach Nordeuropa - Frankreich, England, Deutschland und die Niederlande. Im Norden Marokkos waren die Sepharden zahlenmäßig in der Minderheit im Vergleich zu der arabisch- und berbersprachigen jüdischen Bevölkerung. Dennoch konnte sich dort das Spanisch bzw. Judenspanisch halten. Das marokkanische Judenspanisch ist unter den Namen Hakitía bekannt und lexikalisch stark arabisch beeinflusst. Die nach Italien geflüchteten Sepharden gaben ihre spanische Sprache im nahverwandten sprachlichen Milieu schnell auf. Ebenso passten sich die nach Nordeuropa geflüchteten Sepharden schneller an die jeweilige Landessprache an.[37] In die Niederlande kamen ab dem 17. Jahrhundert hauptsächlich Marranen, die wieder ihren ursprünglichen Glauben annahmen.[38]

Das Ausweisungs-Dekret von 1492 wurde im Jahr 1924 aufgehoben. Heute existieren wieder jüdische Gemeinden in Spanien.[39]

Verbreitung des Judenspanischen[Bearbeiten]

Schon vor der Ankunft der Sepharden im Osmanischen Reich lebten dort Juden, vor allem Romanioten, die Griechisch sprachen, sowie Jiddisch sprechende Aschkenasen. In den benachbarten arabischen Ländern und zum Teil auch auf dem Balkan sprachen die Juden Arabisch. Die Flüchtlinge selbst sprachen verschiedene Dialekte wie Katalanisch oder Aragonesisch und später gelangten Portugiesisch sprechende Sepharden ins Osmanische Reich.[40]

Politische Grundlage des Osmanischen Reiches war das sogenannte Millet-System, d.h. die Bevölkerung lebte in eigenständigen Religionsgemeinschaften, den Millet-Gemeinden. Der osmanische Staat garantierte diesen Gemeinden den Schutz von Leben und Besitz sowie freie Religionsausübung und gestattete ihnen eine selbstständige Gemeindeorganisation.[41] Das Millet-System sorgte jedoch für eine erschwerte kulturelle und sprachliche Integration der Sepharden in das Osmanische Reich. „Diese Abgrenzung und die dadurch geförderte Konzentration in einem eigenen sozialen Milieu mit eigenen kulturellen Institutionen führte bei den Sephardim zur kollektiven Identitätsbildung; ein starker sozialer Zusammenhalt sorgte für ein ungehindertes und freies Ausleben eines Gemeindelebens, innerhalb dessen sich Bräuche, Traditionen, Sprache und Religion entfalten konnten.“[42]

Dass sich die Neuankömmlinge sprachlich vor allem in den Hauptzentren des Osmanischen Reiches, in Konstantinopel (heute Istanbul) und in Saloniki (heute Thessaloniki), durchsetzten, lag nicht nur an ihrer zahlenmäßigen, sondern auch an ihrer kulturellen Überlegenheit. Die kastilischen Sepharden assimilierten die anderen Juden, es entwickelte sich eine Koine und erst ab diesem Zeitpunkt bildete sich eine eigene Sprache, das Judenspanische, heraus.[43] "So also stellt das Judenspanische die Fortsetzung der jüdischen Varietät des Spanischen vom Ende des 15. Jh. dar, die sich in der Folgezeit isoliert und getrennt von der Sprache Spaniens entwickelt."[44] Zudem spielte die Sprache der Sepharden im 16. Jahrhundert eine wichtige Rolle als Kommunikationsmittel zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen, insbesondere als Handelssprache im östlichen Mittelmeerraum. Darüber hinaus bewahrte das Judenspanische im Allgemeinen seine Position nicht nur als Sprache des Alltags, sondern auch des Unterrichts, als Literatursprache sowie als Sprache der Presse im 19. und 20. Jahrhundert.[45]

Dank einer Reihe von Faktoren hielt sich das Judenspanische vom 16. bis zum 19. Jahrhundert stabil. Erträgliche wirtschaftliche Lebensbedingungen für Handwerker und Kaufleute, die das Hauptkontingent der Sepharden stellten, hielten sie im Osmanischen Reich. Nach der Sephardisierung der riesigen Mehrheit der übrigen Juden des Osmanischen Reiches begann man, das Judenspanische mit dem jüdischen Glauben zu assoziieren, es existierte eine Einheitlichkeit auf religiöser Grundlage. Die allermeisten von Sepharden auf dem Balkan bewohnten Städte unterstanden einem einheitlichen osmanischen Staat, dies garantierte die ungehinderte Verbindung zwischen den Gemeinden innerhalb seiner Grenzen. Wesentliche Faktoren für die Stabilität des Judenspanischen waren auch der Gemeinschaftssinn der Sepharden, die Solidarität der Bewohner der jüdischen Viertel untereinander, deren beschränkte Kontakte zur Außenwelt sowie die relativ geringe Zahl von Tätigkeitsbereichen.[46]

Rückgang des Judenspanischen[Bearbeiten]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich die politische Situation im Osmanischen Reich und beeinflusste den Rückgang des Judenspanischen. Wesentliche Faktoren waren die Industrialisierung und der damit einhergehende Niedergang des Handwerks, der Aufschwung des nationalen Bürgertums in der Türkei und in Griechenland, das die Sepharden verdrängte, sowie der Zerfall des Osmanischen Reiches.[47]

1839 wurde mit dem Edikt von Gülhane eine Wende für die osmanische Gesellschaft eingeführt. Neue Reformen (Tanzimat) sahen eine Modernisierung des Osmanischen Staates vor, die sich vor allem in einer Zentralisierung der Staatsmacht manifestierten. Frankreich spielte bei diesen Veränderungen eine große Rolle. Die Neuausrichtung des Staates betraf insbesondere das Staatswesen, die Säkularisierung und die Ausbildung des Volkes.[48]

Anderen Bevölkerungsgruppen des Osmanischen Reiches gelang es im Zuge der Modernisierung, sich vom Reich zu trennen und unabhängige Staaten zu bilden (Griechenland – 1830 mit Ausnahme von Saloniki – 1913; Serbien – 1867; Bulgarien – 1878; Sarajevo – 1878; Rumänien – 1878). Dadurch wurde die Lebenswelt der Sepharden nachhaltig gestört, denn plötzlich gehörten verschiedene sephardische Gemeinden verschiedenen Nationalstaaten an und sahen sich mit deren Politik konfrontiert. Sie mussten sich an die neuen Regeln des entsprechenden Landes anpassen und mit unterschiedlichen Regelungen der Minderheitenpolitik dieser Staaten arrangieren. In den neuen Nationalstaaten wurde der Pflichtunterricht in den jeweiligen Staatssprachen eingeführt.[49]

Durch die Modernisierung des Lebens auf dem Balkan und die damit einhergehende Zerstörung traditioneller jüdischer Lebensformen wurde so das Judenspanische zu Beginn des 20. Jahrhunderts zugunsten der Nationalsprachen Türkisch, Griechisch, Bulgarisch und Serbokroatisch verdrängt.[50] Beispielsweise gaben in den Volkszählungen der Türkei von 1935 und 1955 fast 72% der befragten Juden Judenspanisch als ihre Muttersprache an, in der Volkszählung von 1965 waren nur noch rund 32% Muttersprachler und 18% sprachen Judenspanisch als Zweitsprache. Zusätzlich verlagerte sich der Sprachgebrauch des Judenspanischen vom öffentlichen in den privaten Bereich, in die Familie.[51]

Die sephardische Gemeinschaft der Türkei blieb hingegen von diesen Entwicklungen weitgehend verschont. Das Judenspanische wird in Istanbul unter den älteren Generationen noch gesprochen, aber unter den jüngeren Generationen durch das Türkische verdrängt. Viele nordafrikanische Juden flohen nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem arabischen Nationalismus nach Israel, so dass es dort heute seine Hochburg hat, aber allmählich durch das Neuhebräische verdrängt wird. In den USA sowie in Lateinamerika muss es sich gegen das Englische und Spanische behaupten.[52]

Zum Rückgang des Judenspanischen trug insbesondere der deutsche Nationalsozialismus bei. Während der Shoa wurden Judenspanisch sprechende wie alle anderen Juden verfolgt und ermordet, vor allem in den von den deutschen Nazis besetzten Ländern wie Griechenland und das ehemalige Jugoslawien. In Städten, in denen ehemals mehrheitlich Judenspanisch gesprochen wurde, wie Saloniki oder die sephardischen Gemeinden des Balkans, leben heute nur noch sehr wenige Sepharden.[53]

Alliance Israélite Universelle (AIU)[Bearbeiten]

Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Judenspanischen hatte die 1860 in Paris gegründete Gesellschaft Alliance Israélite Universelle. Die Gründer der AIU, jüdische Intellektuelle, strebten die Emanzipation und Gleichheit der Juden an und wollten sich für die Rechte der Juden weltweit einsetzen. Ziel war es, die Stellung der Juden durch Erziehung und Bildung zu verbessern.[54]

Aufgrund des Einflusses der Franzosen im Osmanischen Reich hatte die AIU wenig bürokratische Hindernisse. Im Jahre 1910 waren bereits 116 Schulen der AIU im Osmanischen Reich und Marokko tätig. Von 1920 bis 1930 wurden sie jedoch in der Türkei, Griechenland und Mazedonien nationalisiert.[55]

Da in den Schulen der AIU die Verbreitung der französischen Sprache und Kultur eine wichtige Rolle spielte, fand der Unterricht fast überall auf Französisch statt. Einerseits leistete die Gesellschaft damit einen großen Beitrag zur Bildung der Sepharden, andererseits verdrängte sie das Judenspanische in den familiären Alltagsbereich. Französisch war die Sprache der Gebildeten, Judenspanisch wurde als Jargon klassifiziert und in den Hintergrund gedrängt.[56]

Situation heute[Bearbeiten]

Im Jahr 1966 besagte eine Schätzung, dass es weltweit 360.000 Sprecher des Judenspanischen gab.[57] In einem Interview mit der taz [58] vom 12. Februar 2012 konstatierte der Sprachforscher des Judenspanischen, Michael Studemund-Halévy, dass es weltweit nur noch rund 25.000 Sprecher gebe. In der Türkei leben 22.000 Sepharden, von denen aber nur 600 bis 800 Judenspanisch sprechen, in Bulgarien seien von 3.000 Sepharden noch 250 bis 300 Sprecher des Judenspanischen. In Serbien gebe es zwei Sprecher, in Slowenien, Bosnien, Herzegowina, Makedonien und Griechenland nur noch wenige. Dafür aber noch mehrere in Paris, London, den USA und in Israel. Niemand mehr spreche Judenspanisch als Muttersprache und Michael Studemund-Halévy vermutet, dass in der nächsten Generation Judenspanisch lediglich Erinnerung sein werde.[59]

Nichtsdestotrotz gibt es Bemühungen, die Sprache und Kultur der sephardischen Juden lebendig zu halten. Erwähnenswert sind unter anderem zwei ausschließlich in Judenspanisch gehaltene Periodika. El Amaneser erscheint monatlich in Istanbul und wird vom Sentro De Investigasiones Sovre La Kultura Sefardi Otomana-Turka herausgegeben. Die Zeitschrift Aki Yerushalayim erscheint zwei mal jährlich in Jerusalem. In New York, USA, bemüht sich die Foundation for the Advancement of Sephardic Studies and Culture, FASSAC, die Kultur der sephardischen Juden vor dem Vergessen zu bewahren. Auch in Lateinamerika existieren sephardische Gemeinden. Eine sehr aktive Gemeinde gibt es speziell in Buenos Aires, Argentinien, die eine monatliche unabhängige Zeitschrift auf Spanisch und Judenspanisch herausgibt.

Spezielle Programme zum Studium des Judenspanischen bieten mehrere Universitäten in Israel, außerdem gibt es Studienprogramme in Europa (Paris, Hamburg, Berlin, Tübingen, Madrid, Sofia) und in den USA.[60]

Dialekte[Bearbeiten]

Bedingt durch das ausgedehnte geografische Verbreitungsgebiet haben sich verschiedene Dialekte entwickelt. Die Dialekte des Balkans (orientalisches Judenspanisch) sind stärker durch die türkische Sprache und die griechische Sprache, die nordafrikanischen Dialekte (westliches Judenspanisch oder Hakitía) verstärkt von arabischen Elementen beeinflusst.

Orientalisches Judenspanisch[Bearbeiten]

Das orientalische Judenspanische unterteilt sich in eine südliche und eine nördliche Varietät, die nördliche wiederum in eine nordwestliche (ehemaliges Jugoslawien) und eine nordöstliche (Rumänien und Bulgarien außer dem Küstenstreifen). Die südliche Gruppe umfasst den südlichen Balkan einschließlich Saloniki und Istanbul sowie die ganze Türkei und das östliche Bulgarien. Saloniki bildet mit seinem Hinterland zudem eine besondere Zone.[61]

Westliches Judenspanisch (Hakitía)[Bearbeiten]

Das westliche Judenspanisch wurde vor allem auf lexikalischer Ebene von der arabischen Sprache beeinflusst. Hier finden sich damit die größten Unterschiede zum orientalischen Judenspanisch. Das neue Vokabular hatte allerdings kaum Einfluss auf die grundlegenden Strukturen.[62]

Grundsätzlich steht das westliche Judenspanisch der spanischen Standardsprache näher, begründet durch die geografische Nähe, da Spanier in verschiedenen Städten an der Küste Nordafrikas lebten (in Ceuta, Melilla, Oran, Tanger, Asilah, Larache) und da Spanien 1860 den Norden Marokkos eroberte. Diese Umstände beeinflussten den Status des Judenspanischen in diesem Gebiet. Je höher man auf der sozialen Leiter stieg, desto weniger nutzte man arabische Ausdrücke. Vor allem junge Menschen sprachen nur noch innerhalb der Familie oder der Gemeinschaft Hakitía. Das Judenspanisch in diesem Gebiet näherte sich dadurch wieder mehr dem Standardspanisch an.[63]

Eine Änderung des Status des Dialekts war Teil eines allgemeinen kulturellen Prozesses mit Beginn der 80er Jahre in Israel. Man wurde sich der kulturellen und ethnischen Vielfalt des israelischen Volkes bewusst und erkannte in diesem Zusammenhang auch Hakitía als autonome und würdige Sprache an.[64]

Judenspanisch als Schriftsprache[Bearbeiten]

Grafien und phonetische Umschrift

Ursprünglich wurde Judenspanisch mit hebräischen Buchstaben geschrieben. Als Druckbuchstaben dienten dabei sowohl die sogenannte Raschi-Schrift als auch die eckige oder Quadratschrift. Der Raschidruck erschien immer ohne Vokalmarkierungen, die Quadratschrift diente hauptsächlich dem Druck von Überschriften und religiösen Texten mit den masoretischen Vokalzeichen. Diese beiden Schriftarten wurden hauptsächlich in den großen Verlagsorten Saloniki und Konstantinopel genutzt, während die Mehrheit der sephardischen marokkanischen Literatur in der handschriftlichen Variante der Raschi-Schrift, dem solitreo oder soletero-Stil (auch letra de carta, letras españolas oder Judezmo) erschien, da es dort an Verlegern für judenspanische Literatur mangelte. Bereits in 16. Jahrhundert gab es einige mit lateinischen Buchstaben gedruckte Texte.[65]

Bücher und Zeitschriften, gedruckt in Raschi-Schrift, wurden in den verschiedenen Regionen des Osmanischen Reiches problemlos gelesen und verstanden, trotz verschiedener Dialekte und unterschiedlicher Aussprachen.[66]

Die Modernisierung und gesellschaftlichen Umbrüche im Osmanischen Reich beeinflussten natürlich auch das Leben der sephardischen Juden. Der Wunsch, sich an die moderne Gesellschaft anzupassen, förderte die Auseinandersetzung mit ihrer Kultur. Damit im Zusammenhang diskutierte man in den Zeitungen ab Ende des 19. Jahrhunderts über die Sprache und ihre Schrift. Das Thema entwickelte sich zu einer zentralen Debatte unter den intellektuellen Sepharden, befördert durch die AIU und durch die nach der Gründung der Republik Türkei 1923 von seinem Staatsgründer Kemal Atatürk durchgesetzte Schreibweise der türkischen Sprache mit lateinischen Buchstaben. Hintergrund der Diskussion war zudem das geringe Ansehen der Sprache, das Fehlen einheitlicher linguistischer Normen sowie der Fakt, dass Judenspanisch eine romanische Sprache ist. Luzero de la Paciencia von Turnu Severin, in Rumänien, war die erste judenspanische Zeitung, die ab 1887 lateinische Schriftzeichen verwendete. Die Zeitschrift Şalom wurde gleich von Beginn an (1947) in lateinischen Lettern gedruckt.[67]

Ziel der Debatte war es, eine Orthographie mit lateinischen Buchstaben zu entwickeln, die der Phonetik des Judenspanischen Rechnung tragen würde. Redakteure verschiedener Zeitungen erarbeiteten neue Grafien des Judenspanischen, die nebeneinander bestanden und zum Teil noch bestehen. Die bekanntesten sind die Grafien der Zeitschriften Aki Yerushalayim (Israel) und Şalom (Türkei), die Grafie nach dem Dictionnaire du judéo-espagnol (Madrid, 1977) von Joseph Nehama und die französisch orientierte Grafie der Association Vidas Largas (Frankreich). Da bisher lange Zeit keine einheitlichen, stabilen Normen entwickelt wurden, da keine Sprachakademie feste Regeln des Judenspanischen erstellte, existieren bis jetzt verschiedene Grafien, die sich in der Regel an den Umgebungssprachen orientieren.[68] So schreibt man das Wort noche je nach Präferenz noche (Aki Yerushalayim), notche (Vidas Largas) oder noçe (Şalom).[69]

Es hat „– nach 1992 – rund acht Jahre gebraucht, bis sich die Sepharden nach heißen Diskussionen auf eine annähernd einheitliche und vor allem systematische Schreibung ihrer Sprache geeinigt haben, indem sie sich dem Vorbild der von Moshe Shaul herausgegebenen Zeitschrift Aki Yerushalayim anschlossen. Es gibt noch keine normgebenden Instanzen, aber die Absicht ist schon auf dem besten Wege der Realisierung.“[70]

Charakteristika des Judenspanischen[Bearbeiten]

Judenspanisch ist eine iberoromanische Sprache und mit dem Spanischen so nah verwandt, dass in der Regel eine gegenseitige Verständigung leicht möglich ist. Syntax, Phonologie, Morphologie und Lexik basieren in vielerlei Aspekten noch auf dem Spanisch des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Hinzu kommen eigene Innovationen und eine Vielzahl an Elementen und Lehnwörtern aus den Umgebungssprachen.[71] Die Differenzierung des Judenspanischen gegenüber dem Spanischen war etwa ab Beginn des 17. Jahrhunderts erkennbar.[72]

Das Judenspanische wird in der Regel ohne Akzente geschrieben. Dies betrifft vor allem die Schreibung nach Aki Yerushalayim. Ausnahmen werden in Fällen gemacht, wo man die Stelle der Betonung auf eine andere Silbe zu verlegen geneigt sein könnte.[73]

Auch die folgende Beschreibung der Sprachmerkmale bezieht sich auf die Grafie des Judenspanischen der von Moshe Shaul herausgegebenen Zeitschrift Aki Yerushalayim.

Judenspanisches Alphabet (Aki Yerushalayim)[Bearbeiten]

Buchstabe IPA Beispiel
Judenspanisch (jsp.)
Übersetzung
A [a] agora jetzt
B [b] biervo Wort
CH [tʃ] chiko klein
D [d] devda Schuld
DJ [dʒ] djudió jüdisch
E [ɛ] oder [e] ermuera Schwiegertochter
F [f] fierro Eisen
G [g] guevo Ei
H [x] hazino krank
I [i] inyeto Enkel
J [ʒ] vijitar besuchen
K [k] kontente zufrieden
L [l] lengua Sprache
M [m] meldar lesen
N [n] negro schlecht
NY [ɲ] espanyol Spanisch
O [o] orozo glücklich
P [p] preto schwarz
R [r] reushir gelingen
S [s] somportar ertragen
SH [ʃ] shukur; bushkar danke; suchen
T [t] topar finden
U [u] umo Rauch
V [ß] vava Großmutter
X [gz] exemplo Beispiel
Y [j] yelado kalt
Z [z] zirguela Pflaume

[74]

Phonetik[Bearbeiten]

Die Vokale sind wie im Spanischen a, e, i, o, u. Unterschiede zum heutigen Spanisch fallen besonders in der Diphthongierung auf.

  • jsp. pueder - span. poder 'können';
  • jsp. buendad - span. bondad 'Güte';
  • jsp. adientro - span. adentro 'innen, hinein'
  • jsp. vierbo - span. verbo 'Verb'
  • jsp. kero - span. quiero 'ich möchte'
  • jsp. penso - span. pienso 'ich denke'.[75]

Im Konsonantensystem ist auffällig, dass das Judenspanische nicht die kastilische Desonorisierung durchmachte, welche erst nach der Ausweisung der sephardischen Juden gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Spanien stattfand. So behielten Wörter wie abajo, mujer oder gente, die im heutigen Spanisch mit dem velaren [x] ausgesprochen werden, im Judenspanischen die altspanische palatale Aussprache von [ʃ], [ʒ] und [dʒ] bei. Im Judenspanischen wird der Laut [ʃ] normalerweise mit -sh- geschrieben:

  • jsp. abasho - span. abajo 'unten'
  • jsp. deshar - span. dejar 'lassen'
  • jsp. pasharo - span. pájaro 'Vogel'
  • jsp. bushkar - span. buscar 'suchen'.[76]

Ein Relikt aus dem Altspanischen ist das anlautende f- wie in fierro (span. hierro 'Eisen' oder ferir (span. herir 'verletzen, beschädigen')), jedoch ist diese Bewahrung nicht allgemein-judenspanisch, sondern regional begrenzt. Ebenfalls bewahrt blieb die Opposition /b/ (okklusiv) und /v/ (frikativ, Realisierung regional unterschiedlich [v] oder [ß]), die im Neuspanischen homophon sind.[77]

Neuerungen im phonetischen Bereich des Judenspanischen sind folgende:

  • Übergang von nue- zu mue-: jsp. muevo - span. nuevo 'neu'; jsp. muez - span. nuez 'Nuss'
  • Übergang von sue- zu eshue-, esfue-: jsp. es.huenyo - span. sueño 'Traum, Schlaf'
  • Übergang von -iu- zu -iv-: jsp. sivdad - span. ciudad 'Stadt'; jsp. bivda - span. viuda 'Witwe'
  • Yeísmo: jsp. yamar - span. llamar 'rufen'; jsp. maraviya - span. maravilla 'das Herrliche'
  • Wegfall von [j] nach -i- oder -e-: jsp. amario - span. amarillo 'gelb'; jsp. akeo - span. aquello 'jenes'
  • Metathese -rd- zu -dr-: jsp. vedre - span. verde 'grün'; jsp. tadre - span. tarde 'spät'.[78][79]

Morphologie[Bearbeiten]

Die judenspanische Morphologie stimmt mit dem heutigen Standardspanisch größtenteils überein. Einige wesentliche Unterschiede sind:

  • anderes Genus einiger Substantive: jsp. la azeta - span. el aceite 'das Öl'; jsp. la onor - span. el honor 'die Ehre'; jsp. la tema - span. el tema 'das Thema'; jsp. la idioma - span. el idioma 'die Sprache'
  • Genusmarkierung der Substantive - -o, -a statt -e: jsp. la klasa - span. la clase 'die Klasse'; jsp. la fraza - span. la frase 'der Satz'; jsp. la katastrofa - span. la catástrofe 'die Katastrophe'; jsp. el atako - span. el ataque 'der Angriff'
  • Adjektive erhalten meist eine Genusmarkierung im Feminin: una situasion paradoksala, la revista kulturala
  • das Perfekt (span. preterito perfecto) existiert im Judenspanischen nicht
  • die zusammengesetzte Vergangenheit (pasado kompozado) wird mit tener als Hilfsverb gebildet
  • im Präteritum (pasado semple) ist die 1. Ps.Sg.+Pl. der Verben der a-Konjugation auf -i, -imos: (f)avlar, (f)avli, (f)avlimos (span. hablar, hablé, hablamos).[80][81]

Beispiele der regelmäßigen Verbkonjugation:

Präsens:

  -ar Verben
yevar 'tragen, wegbringen'
-er Verben
komer 'essen'
-ir Verben
suvir 'hochheben, hinaufgehen'
yo yevo komo suvo
tu yevas komes suves
el, eya yeva kome suve
mozotros yevamos komemos suvimos
vosotros, vozotras yevásh komésh suvísh
eyos, eyas yevan komen suven

[82]

Präteritum:

  -ar Verben
yevar 'tragen, wegbringen'
-er Verben
komer 'essen'
-ir Verben
suvir 'hochheben, hinaufgehen'
yo yeví komí suví
tu yevates komites suvites
el, eya yevó komió suvío
mozotros yevimos komimos suvimos
vosotros, vozotras yevátesh komitesh suvitesh
eyos, eyas yevaron komieron suvieron

[83]

Syntax[Bearbeiten]

Grundsätzlich entspricht die judenspanische Syntax der spanischen, also SVO-Wortstellung, Pronomen und Zahlenwörter stehen vor dem Beziehungswort, Adjektive und Genitivattribute stehen nach dem Beziehungswort.[84] Typischste Innovation des Judenspanischen sind die balkanischen Konstruktionen mit dem Konjunktiv anstatt mit dem Infinitiv:

  • jsp. Ke ke aga? - span. ¿Qué quiere(s) que haga? 'Was soll ich tun?', jsp. kale ke aga - span. tengo que hacer 'ich muss tun'.[85]

Lexik[Bearbeiten]

Ein bedeutender Teil aus dem Grundwortschatz des Spanischen des 15. Jahrhunderts, der sich auch in Spanien bis heute gut erhalten hat, wurde bewahrt. Dadurch ist eine Kommunikation zwischen Sprechern beider Sprachen recht problemlos möglich. Dabei ist für Spanisch Sprechende das Verstehen einfacher, da im Judenspanischen oft bloß ein oder zwei aus einer größeren Anzahl von Synonymen erhalten sind.

  • span. nunca und jamás 'nie' – jsp. nur nunka
  • span. empezar, comenzar und principiar 'anfangen' – jsp. nur empesar und prisipiar[86]

Es gibt etliche judenspanische Wörter, die sich in ihrer Bedeutung stark von der modernen spanischen Sprache unterscheiden:

  • atravesar jsp. 'sich übergeben' - span. 'etwas durchmessen, durchqueren'
  • boda jsp: 'Feiertag' - span. 'Hochzeit'
  • sakudir jsp. 'reinigen' - span. sacudir 'durchrütteln, schütteln'.[87]

Andererseits sind bei zahlreichen Wörtern Bedeutungen aus dem Altspanischen erhalten geblieben, die die moderne spanische Sprache nicht mehr kennt:

  • afeitar jsp. 'in Ordnung bringen' – span. 'rasieren'.[88]

Noch zahlreicher sind die Wörter, die nicht nur der Bedeutung, sondern auch der Form nach aus dem Altspanischen erhalten blieben:

  • jsp. agora – span. ahora 'nun';
  • jsp. estonses – span. entonces 'dann';
  • jsp. solombra – span. sombra 'Schatten'.[89]

Innovationen, die typische Elemente des Spanischen nutzen, finden sich im Bereich der Wortbildung:

  • Ableitungen auf -edad: jsp. derechedad, djustedad - span. justicia 'Gerechtigkeit'; jsp. provedad - span. pobreza 'Armut'
  • Ableitungen auf -és: jsp. chikés - span. infancia, niñez 'Kindheit; jsp. muchachés - span. juventud 'Jugend'.[90]

Auffällig ist, dass das Judenspanische nur wenige Arabismen aus der hispanischen Zeit bewahrte. Zudem wurden ganze Teile des Wortschatzes aufgegeben (besonders im Bereich Fauna und Flora[91]) und neue geschaffen, wie beispielsweise die Vogelbezeichnungen. Die allgemeinen Begriffe ave und pasharó (span. ave 'Vogel, Geflügel'; pájaro 'Vogel, Vögelchen') wurden beibehalten, die übrigen Vogelnamen entlehnt:

  • jsp. bilbiliko - span. ruiseñor - türk. bülbül 'Nachtigal'.[92]

Daneben weist Judenspanisch viele Wörter aus dem Hebräischen auf, die häufig einen Bezug zur Religion haben. Durch den Sprachkontakt mit den Umgebungssprachen finden sich lexikalische Einflüsse des Türkischen sowie in geringerem Maße des Italienischen; Einflüsse des Französischen sind auf die Rolle der AIU zurückzuführen. Griechische, slawische sowie rumänische Einflüsse waren meist auf das regionale Gebiet beschränkt.[93] Auch die portugiesischsprachigen Sepharden, die sich nach ihrer Vertreibung aus Portugal im östlichen Mittelmeerraum niederließen, beeinflussten die Lexik des Judenspanischen.[94]

  • Hebraismen: ganéden 'Paradies, Garten Eden'; sedaká 'Almosen, Wohltätigkeit'
  • Turkismen: adjidearse de 'Mitleid haben mit'; djomerto 'großzügig'
  • Gallizismen: banker 'Bankier'; matmazel ~ madmuazel 'Mademoiselle'; regretar 'bedauern'
  • Italianismen: adío 'Adieu, Tschüss'; lavoro 'Arbeit'; nona 'Großmutter'.[95]
  • Lusitanismen: chapeo 'Hut'; kalmo 'ruhig'; malfadado 'Missgeschick'[96]

Textbeispiel[Bearbeiten]

„LAS KONSEJAS I LOS KUENTOS POPULARES DJUDEO-ESPANYOLES

Ke azian muestros padres en los tiempos ke no avia ni radio ni televizion i ke el uzo de los sefaradis era de pasar la noche adientro de kaza, kon la famiya o kon los vizinos? Uno de los divertimientos los mas populares de akeyos tiempos era el de sintir las narasiones de kuentos i konsejas. Sovre todo en las largas noches de invierno, kuando eskuresia bien presto i toda la famiya estava en kaza, arekojida al deredor del ‚tandur‘, del brazero, ke plazer era de eskuchar los kuentos i las konsejas sovre las fantastikas aventuras de prinsipes o kavayeros barraganes, o de mansevos proves ma intelijentes i korajozos, ke kombatiendo kontra dragos i leones, o kontra ichizeras i reyes krueles, riushian siempre a salvar a sus keridos i a yegar a porto a salvo, malgrado todas las difikultades i todos los peligros ke los enfrentavan.“[97]

Hörbeispiele[Bearbeiten]

Die folgenden Hörbeispiele des Judenspanischen sind von der Internetseite der Ladinokomunita.

Sprachvergleich Judenspanisch – Spanisch[Bearbeiten]

Judenspanisch El djudeo-espanyol, djidio o djudezmo es la lingua favlada por los sefardim, djudios arrondjados de la Espanya enel 1492. Es una lingua derivada del kastilyano i favlada por 25.000 personas en komunitas en Israel, la Turkiya, antika Yugoslavia, la Gresia, el Marroko, Mayorka i las Amerikas, entre munchos otros.

Spanisch El judeo-español, djudio o djudezmo es la lengua hablada por los sefardíes, judíos expulsados de España en 1492. Es una lengua derivada del español y hablada por 25.000 personas en comunidades en Israel, Turquía, la antigua Yugoslavia, Grecia, Marruecos, Mallorca, las Américas, entre muchos otros.

Deutsch Judenspanisch, Djudio oder Djudezmo ist die gesprochene Sprache der Sepharden, Juden, die 1492 aus Spanien ausgewiesen wurden. Es ist eine vom Spanischen abgeleitete Sprache und wird von 25.000 Personen in Gemeinschaften gesprochen, unter anderem in Israel, in der Türkei, im ehemaligen Jugoslawien, in Griechenland, in Marokko, auf Mallorca, in Amerika.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Kramer: Judenspanisch in Israel. In: Herling, Sandra / Patzelt, Carolin (Hg.): Weltsprache Spanisch. ibidem-Verlag, Stuttgart 2013, S. 291-310.
  • Tamar Alexander: El klavo de Djoha 'El Kantoniko de Haketia' en la revista Aki Yerushalayim. In: Pablo Martín Asuero/Karen Gerson Şarhon: Ayer y hoy de la prensa en judeoespañol. Actas del simposio organizado por el Insituto Cervantes de Estambul en colaboración con el Sentro de Investigasiones Sovre la Cultura Sefardi Otomana Turka los días 29 y 30 de abril de 2006. Editorial Isis, Istanbul 2007, S. 97-105.
  • anonym (o. A.): "Las konsejas i los kuentos populares djudeo-espanyoles." [1], abgerufen 3. Oktober 2012
  • Barme, Stefan (2004): Syntaktische Gallizismen im modernen südosteuropäischen Judenspanisch. In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch VIII. Neue Romania 31. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 73–91.
  • Bitzer, Annette (1998):Juden im mittelalterlichen Hispanien. Geschichte, kulturelle Leistung, Sprache. In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch III. Neue Romania 21. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 7 – 150
  • Studemund-Halévy, Michael, La Boz de Bulgaria, Barcelona 2014.
  • Studemund-Halévy, Michael et al., Sefarad an der Donau, Barcelona 2013.
  • Bossong, Georg (2008): Die Sepharden. Geschichte und Kultur der spanischen Juden. Hamburg: Beck.
  • Busse, Winfried (1991): "Zur Problematik des Judenspanischen." In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch I. Neue Romania 12. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 37-84.
  • Busse, Winfried (1999): Die Sprache(n) der Sepharden: Ladino, Ladino. In: Rehrmann, Norbert / Koechert, Andreas (Hg): Spanien und die Sepharden. Geschichte, Kultur, Literatur. Romania Judaica Band 3. Tübingen: Max Niemeyer, S. 133-143.
  • Busse, Winfried (2003): Judeo-Spanish writing systems in Roman letters and the normalization of orthography. In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch VII. Neue Romania 28. Berlin: Institut für romanische Philologie, S.105–128.
  • Busse, Winfried (2011): Kurzcharakteristik des Judenspanischen. In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch XIII. Neue Romania 40. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 171-196.
  • Busse, Winfried / Kohring, Heinrich (2011): Vorwort zu/in Gabinskij, Mark A.: Die sefardische Sprache. Tübingen: Stauffenberg, S.7 - 9
  • Busse, Winfried / Studemund-Halévy, Michael (Hg) (2011): Lexicologia y lexicografía judeoespañolas. Peter Lang, Bern
  • Diaz-Mas, Paloma (1992): Sephardim. The jews from Spain. Chicago: University of Chicago Press.
  • Fintz Altabé, David (2003): "Reflexiones sobre la grafía del judeo-español." In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch VII. Neue Romania 28. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 59-85.
  • Gabinskij, Mark A. (2011): Die sefardische Sprache. Tübingen: Stauffenberg.
  • Gerson Sarhon, Karen (2004): Judeo-Spanish: Where we are, and where we are going. [2]>, abgerufen 18. März 2013
  • Hetzer, Armin (2001): Sephardisch: Einführung in die Umgangssprache der südosteuropäischen Juden. Wiesbaden: Harrassowitz.
  • Kramer, Johannes / Kowallik, Sabine (1994): Einführung in die hebräische Schrift. Hamburg: Buske.
  • Kowallik, Sabine (1998): Beiträge zum Ladino und seiner Orthographiegeschichte. Tübingen: Buske.
  • Liebl, Christian (2007): "Early recordings of Judeo-Spanish in the Phonogrammarchiv of the Austrian Academy of Sciences." In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch XI. Neue Romania 37. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 7-26.
  • Overbeck de Sumi, Ruth (2005): Urtext und Übersetzung der Hebräischen Bibel im sefardischen Judentum. Eine sprachliche Analyse von Ladinoversionen zum Buch Ruth. In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch IX. Neue Romania 34. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 109–216.
  • Platikanova, Slava (2011): "Jacques Loria. Dreyfus I." In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch XIII. Neue Romania 40. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 109-133.
  • Quintana Rodríguez, Aldina (2004): El sustrato y el adstrato portugueses en judeo-español. In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch VIII. Neue Romania 31. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 167–192.
  • Quintana Rodríguez, Aldina: Sephardica. Geografía Lingüística del Judeoespañol. Peter Lang, Bern 2006
  • Şahin Reis, Seminur (2005): "Die Sepharden im Osmanischen Reich und in der Türkei seit 1839." In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch IX. Neue Romania 33. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 217–259
  • Socolovsky, Jerome (2007): Lost Language of Ladino Revived in Spain. [3], abgerufen 21. Februar 2013
  • Studemund-Halévy, Michael (2012): Eine sagenhafte Welt. [4], abgerufen 27. September 2012
  • Zeitschrift "Transversal", Heft 2, Jg. 13: Schwerpunkt Sefarad in Österreich-Ungarn. Zeitschrift des Centrums für jüdische Studien, Universität Graz. Studienverlag, Innsbruck 2012 (drei Artikel zur Sefarad in Sarajevo, in Bosnien, über Baruch Mitrani in Wien und auf dem Balkan, S. 9 - 80)
  • Varol, Marie-Christine (2003): "Normalización gráfica del judeoespañol: ¿Por qué? y ¿Para quién?" In: Busse, Winfried (Hg): Judenspanisch VII. Neue Romania 28. Berlin: Institut für romanische Philologie, S. 87–104.
  • Varol, Marie-Christine (2008): Manual of Judeo-Spanish. Language and Culture. Bethesda: University Press of Maryland.

Weblinks[Bearbeiten]

Zeitungen und Zeitschriften:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gabinskij 2011:24
  2. Gabinskij 2011:13
  3. Kramer/Kowallik 1994:XIV
  4. Gabinskij 2011:23
  5. Bitzer 1998:120
  6. Busse 1991:42
  7. Overbeck 2005:117
  8. Overbeck 2005:115
  9. Gabinskij 2011:17f
  10. Overbeck 2005:144
  11. Overbeck 2005:134
  12. Gabinskij 2011:18f
  13. Gabinskij 2011:18
  14. Gabinskij 2011:25
  15. Gabinskij 2011:20
  16. Gabinskij 2011:20
  17. Gabinskij 2011:21
  18. Gabinskij 2011:21
  19. Alexander 2007:97
  20. Alexander 2007:99
  21. Bitzer 1998:15-18
  22. Bitzer 1998:25
  23. Bitzer 1998:32
  24. Bitzer 1998:25
  25. Bitzer 1998:44
  26. Gabinskij 2011:44
  27. Gabinskij 2011:43-44
  28. Bitzer 1998:126–127
  29. Bitzer 1998:121
  30. Gabinskij 2011:14
  31. Gabinskij 2011:13
  32. Gabinskij 2011:36
  33. Gabinskij 2011:16
  34. Quintana 2004:168–169
  35. Bossing 2008:57
  36. Gabinskij 2011:38
  37. Gabinskij 2011:16
  38. Barme 2004:73
  39. Gabinskij 2011:34
  40. Gabinskij 2011:37
  41. Şahin Reis 2005:217–219
  42. Şahin Reis 2005:224
  43. Gabinskij 2011:37
  44. Gabinskij 2011:14
  45. Gabinskij 2011:40
  46. Gabinskij 2011:41
  47. Gabinskij 2011:41
  48. Platikanova 2011:113
  49. Gabinskij 2011:41
  50. Kramer / Kowallik 1994:XV
  51. Şahin Reis 2005:243
  52. Kramer/Kowallik 1994:XV
  53. Gabinskij 2011:42f
  54. Platikanova 2011:120
  55. Platikanova 2011:121
  56. Platikanova 2011:122
  57. Gabinskij 2011:27
  58. taz
  59. Studemund-Halévy 2012
  60. http://www.jewish-languages.org/judeo-spanish.html, aufgerufen am 3. Oktober. 2012
  61. Gabinskij 2011:54
  62. Alexander 2007:99f
  63. Alexander 2007:100
  64. Alexander 2007:100f
  65. Gabinskij 2011:20
  66. Fintz Altabé 2003:59
  67. Busse 2003:112
  68. Busse 2003:116
  69. Fintz Altabé 2003:60
  70. Busse/Kohring 2011:8
  71. Gabinskij 2011:49
  72. Gabinskij 2011:47
  73. Busse 2011:171
  74. Busse 2003:115
  75. Gabinskij 2011:85f
  76. Gabinskij 2011:95f
  77. Gabinskij 2011:46f
  78. Gabinskij 2011:49
  79. Busse 2011:174-177
  80. Gabinskij 2011:46
  81. Busse 2011:177-180
  82. Gabinskij 2011:108 und 135
  83. Gabinskij 2011:113
  84. Gabinskij 2011:146ff
  85. Gabinskij 2011:50
  86. Gabinskij 2011:165ff
  87. Gabinskij 2011:168f
  88. Gabinskij 2011:169
  89. Gabinskij 2011:169f
  90. Gabinskij 2011:51
  91. Gabinskij 2011:51
  92. Gabinskij 2011:47
  93. Barme 2004:81
  94. Quintana 2004:178
  95. Gabinskij 2011:172-175
  96. Quintana 2004:183-187
  97. http://www.aki-yerushalayim.co.il/artikolos/003-laskonsejas.htm