Ladislaus II. (Ungarn)

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Ladislaus II. stiehlt die ungarische Krone - Darstellung aus der Bilderchronik

Ladislaus II. (* 1131; † 14. Januar 1163) war ungarischer Gegenkönig zwischen Juli 1162 und 14. Januar 1163. Sein Vater war Béla II. und seine Mutter Ilona, Tochter des serbischen Herrschers Uroš I.

Sein Vater war noch nicht König als Ladislaus geboren wurde. Der erste Bericht über Ladislaus erschien, als ihn seine Mutter zur Arader Sammlung mitbrachte, um sich das Mitleid des erblindeten Königs zu erhoffen. Die Sammlung endete mit einem Blutbad.

Ladislaus, der zweite Sohn von Béla, wurde 1137 zum Prinz von Bosnien ernannt. Dieser Titel war natürlich rein formell, die wahre Macht war in den Händen des bosnischen Banes.

Kampf um die Macht[Bearbeiten]

Die Geschichten über Ladislaus handeln hauptsächlich von Kämpfen um die Macht.

In der Zeiten von Géza II. war die Macht des Königs noch stabil, es gab keine politischen Gruppierungen in Ungarn, die die königliche Hoheit in Frage stellen konnten. Diese Situation veränderte sich wesentlich in den Jahren nach 1150. Die jüngeren Generationen der Árpáderfamilie bekamen den Titel Prinz, sie hatten also Anspruch auf den Titel des Königs. Manche wiederum waren unzufrieden mit den kontinuierlichen Kämpfen. So eine Gruppe entstand um den 20 Jahre lang treu gewesenen Belos Ban, unter dessen Führung ein erfolgloser Aufstand stattfand.

1157 rebellierte Stephan (der spätere Stephan IV.), während Ladislaus 1160 aufstand. Nach der Erfolglosigkeit mussten sie an den Hof des byzantinischen Kaisers Manuel I. fliehen.

Damals war Ladislaus zwar schon Witwer, über seine Ehefrau ist jedoch wenig bekannt. Manuel bot eine seiner Töchter zur Frau für Ladislaus an, aber er musste das Angebot zurückweisen, denn er fürchtete, dass eine byzantinische Prinzessin Widerstand unter seinen Anhängern auslösen würde.

Seine Erwartungen gingen in Erfüllung als Géza II. am 31. Mai 1162 starb und Manuel Stephan IV. mit einem Heer unterstützte. Die Adeligen von Ungarn wählten aber Ladislaus zum König. Stephan IV. wurde Herzog, dessen Macht sich auf ein Drittel des Landes ausdehnt. (Früher wurde der Titel Herzog von Koloman 1106 abgeschafft.)

Regierung[Bearbeiten]

An der Spitze der ungarischen Kirche stand ab 1158 Lukács, der Erzbischof von Gran. Er war, wie Thomas Becket auch, ein Anhänger der Gruppe, die neue kirchliche Wege forderten. Lukács wollte den Thronbewerber Ladislaus nicht krönen, also machte es Mikó, der Erzbischof von Kalocsa 1162. Ladislaus wurde danach von Lukács exkommuniziert.

Über die Regierungszeit von Ladislaus stehen uns nur geringe Daten zur Verfügung. Zwar wurde er mit byzantinischer Hilfe zum Throne gebracht, man kann aber nicht beweisen, dass Ladislaus byzantinischer Vasall gewesen wäre. Wahrscheinlich hatte der König eine bedeutende innere Machtbasis. Das erwies sich auch dadurch, dass Ladislaus seinen Neffen Stephan, der vor ihm nach Pozsony floh, nicht angriff. Das heißt, dass er seine Macht nicht gefährdet sah. Er ließ den Graner Erzbischof einsperren, nachdem er Ladislaus exkommuniziert hatte, aber wegen das Plädoyer des Papstes ließ der König Lukács wieder frei. (Aber nachdem der Erzbischof die Exkommunizierung nicht zurücknahm, ließ ihn Ladislaus wieder einsperren.)

Seine Regierung dauerte ein knappes halbes Jahr. Laut Vermutungen starb er an Vergiftung. Er wurde in Székesfehérvár begraben. Er war mit Judith von Polen verheiratet und man weiß über eine Tochter von Ladislaus, die Maria hieß und im Dezember 1167 zur Frau des venezianischen Dogen Michelli Vitale wurde.

Über die Thronfolgerung siehe: Stephan III. oder die Liste der ungarischen Herrscher

Literatur[Bearbeiten]

  • Makk Ferenc: Magyarország a 12. században, Gondolat – 1986, ISBN 963-281-660-9
  • Engel Pál: Szent István birodalma – História, MTA Történettudományi Intézete – 2001, ISBN 963-8312-76-9
  • Makk Ferenc: II. László (In: Kristó Gyula – Makk Ferenc: Az Árpádok – fejedelmek és királyok, Szukits Könyvkiadó – 2003, ISBN 963-9278-48-3)
Vorgänger Amt Nachfolger
Stephan III. (Gegen-)König von Ungarn
11621163
Stephan III.