Laetare

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rosafarbene Kasel für Laetare und Gaudete

Laetare (lat. laetare „freue dich!“) ist der nach dem Anfangswort des Introitus in der römisch-katholischen und evangelisch-lutherischen Liturgie benannte 4. Fastensonntag.

„Laetare Ierusalem: et conventum facite omnes qui diligitis eam: gaudete cum laetitia, qui in tristitia fuistis: ut exsultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.“

„Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum!“

– (Jes 66,10-11 EU)

Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit (Mittfasten) und hat einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter. Dies wird in der Tradition durch eine abweichende liturgische Farbe der Paramente ausgedrückt: Das Violett der Fastenzeit kann an diesem Tage zu Rosa aufgehellt werden, das österliche Weiß strahlt gewissermaßen schon hindurch. Diese liturgische Farbe gilt auch für den 3. Adventssonntag Gaudete.

In der römisch-katholischen Kirche wird Laetare umgangssprachlich auch Rosensonntag genannt, da an diesem Tag vom 11. bis zum 19. Jahrhundert die Goldene Rose (Tugendrose) gesegnet wurde, die der Papst einer Person oder Institution verlieh, die sich um die Kirche besonders verdient gemacht hatte. Eine andere Bezeichnung für diesen Sonntag ist Brotsonntag, abgeleitet vom Evangelium der wundersamen Brotvermehrung.

Liturgische Texte[Bearbeiten]

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

Erste Lesung Zweite Lesung Evangelium
Lesejahr A 1 Sam 16, 1b.6–7.10–13b Eph 5, 8–14 Joh 9, 1–41 (Heilung des Blindgeborenen)
Lesejahr B 2 Chr 36, 14–16.19–23 Eph 2, 4–10 Joh 3, 14–21 (Gespräch mit Nikodemus)
Lesejahr C Jos 5, 9a.10–12 2 Kor 5, 17–21 Lk 15, 1–3.11–32 (Gleichnisse vom barmherzigen Vater)

Regionales Brauchtum[Bearbeiten]

Regional wird Laetare auch Todsonntag genannt, was auf den uralten Brauch des allegorischen Todaustragens von Winter und Sommer zurückgeht, bei dem der Sommer gewinnt.

Im Südwesten Deutschlands wird in vielen Orten am Sonntag Laetare der Brauch der Winterverbrennung gefeiert. Im Elztal im Schwarzwald und angrenzenden Seitentälern findet das Scheibenschlagen traditionell an diesem Tag statt. In der Ostschweizer Gemeinde Ermatingen findet alle drei Jahre am Laetaresonntag ein kombinierter Fischer-, Frühlings- und alemannischer Fasnachtsumzug als Höhepunkt der Groppenfasnacht statt.