LaFee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Lafee)
Wechseln zu: Navigation, Suche
LaFee bei der Jetix-Award-Verleihung im Rahmen der Jugendmesse YOU 2008 in Berlin

LaFee (* 9. Dezember 1990 in Stolberg bei Aachen, Nordrhein-Westfalen; eigentlich Christina Klein) ist eine deutsche Pop-Rock-Sängerin.

Seit 2006 veröffentlichte LaFee mit ihrer Band vier Alben, die sich allesamt in den deutschen Charts platzieren konnten. Sowohl das Debüt als auch „Jetzt erst recht“ (2007) erreichten in Deutschland und Österreich die Spitze der Charts.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Christina Kleins Mutter stammt aus Griechenland, ihr deutscher Vater ist als Kraftfahrer tätig. Klein wuchs zusammen mit ihrem vier Jahre älteren Bruder im Stolberger Stadtteil Büsbach auf, wo ihre Mutter einen Imbiss betreibt. Parallel zu ihrer Arbeit als Sängerin machte sie 2007 ihren Hauptschulabschluss.

LaFee bei einer Autogrammstunde in Essen (2006)

Klein stand mit zehn Jahren das erste Mal vor der Kamera, gefördert von ihrer Mutter. Auch bei Arabella Kiesbauer war sie zu dieser Zeit zu sehen und zu hören. In einer Schülerband sang sie vor allem Charthits. Zudem nahm sie bei Star Search teil, vergaß aber bei ihrem Auftritt ihren Text und kam deshalb nicht ins Fernsehen. 2004 trat sie beim Kiddy Contest, einem österreichischem Gesangeswettbewerb für Kinder auf, wo sie von der Tochter des Musikproduzenten Bob Arnz entdeckt und von diesem auch unter Vertrag genommen wurde.

Unter dem Namen LaFee erschien am 10. März 2006 ihre Debütsingle Virus, die – massiv unterstützt durch die Jugendzeitschrift Bravo und den Musiksender VIVA – in die deutschen Singlecharts gelangte. Für die musikalische Umsetzung sind Songwriter Gerd Zimmermann und Bob Arnz verantwortlich. Ihr Schauspieldebüt gab LaFee in der Handy-Soap Ninas Welt, die von November 2006 bis zum Frühjahr 2007 ausgestrahlt wurde. Später war sie auch vorübergehend bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu sehen.

Am 6. Juli 2007 erschien LaFees zweites Album „Jetzt erst recht“, das nach kurzer Zeit bereits Goldstatus in Deutschland[1] und Österreich[2] erreichte.

Ihren bislang größten Auftritt hatte sie am 31. Dezember 2006 am Silvesterabend vor dem Brandenburger Tor mit mehr als einer Million Zuschauern.[3] Am 27. Juni 2008 brachte sie mit „Shut Up“ ein Compilationalbum heraus, das erstmals Texte auf Englisch beinhaltete. Auf dem Album fanden sich eine Auswahl von Songs aus den vorigen zwei Alben, welche teils auf Englisch neu eingesungen worden waren. Am 25. August 2007 hatte Klein einen Auftritt im Rahmen des „Schau-nicht-weg“-Open-Airs am Brandenburger Tor vor 119.000 Menschen.[4]

Anfang Januar 2009 folgte mit „Ring frei“ ihr drittes volles Studioalbum mit neuen Titeln.

Die Band

Teil der Band hinter LaFee sind der Gitarrist Ricky Garcia, Schlagzeuger Tamon Nuessner, Bassist Goran Vujic sowie Keyboarder Klaus Hochhäuser. Anfangs war Bassist Omar Ibrahim Mitglied der Band, der aufgrund eines Musikstudiums jedoch Ende 2006 ausstieg.

Die ursprüngliche Band mit Ibrahim war nach Angaben von Klein schon vor LaFee eine eingespielte Band. Klein berichtet in Interviews, dass sie auf der Suche nach Musikern bewusst nach erfahreneren Leuten Ausschau hielt. Bei einem Konzert in Aachen soll sie schließlich ihre heutigen Musiker gefunden haben, die sie dann mit ihrem Manager ansprach.

Stil & Rezeption

Musikalisch setzt LaFee auf „schlichten, harten Gitarrenrock“. Begleitet wird sie live von „breit grinsenden Rockmusikern, die ihre Augen hinter dunklen Sonnenbrillen verbergen“.[5]

Inhaltlich thematisiert LaFee unter anderem sexuellen Missbrauch, Gewalt, jugendliche Todessehnsucht, psychische Krankheiten wie Bulimie oder auch Auswirkungen von Eheproblemen auf die jeweiligen Kinder. Dabei sind die „gewöhnungsbedürftigen“[6] Texte oftmals hart, deftig, derb und „provozierend-ordinär“[5]. Das gilt auch mit als Grund dafür, dass Lieder von LaFee nur selten im Radio zu hören sind. Ihre Verkaufserfolge beruhen damit „fast ausschließlich“ auf ihren Live-Auftritten und der konstanten Unterstützung von Jugendmedien wie der Bravo.[7]

Aufgemaltes Tattoo auf LaFees linker Schläfe

LaFee tritt in der Öffentlichkeit vornehmlich dunkel gekleidet „als Mischung aus Shakira und Gothic-Maus“[7] auf. Auffällig ist ihr nicht echtes Tattoo auf der linken Schläfe, in dem das Kürzel „LF“ für „LaFee“ zu finden ist.[5]

Die Anhängerschaft von LaFee entpuppt sich als vergleichsweise inhomogen: Während sich die meisten Fans im Grundschulalter befinden[6] und das Hauptpublikum bei Konzerten zwischen „sechs bis vierzehn Jahre alt“[5] ist, gehören auch viele Erziehungsberechtigte zu den Adressaten ihrer Musik. So schneiden LaFees Studioalben in den Charts auch tendenziell besser als die jeweiligen Singles ab; dies gilt als Indiz dafür, dass sie „viele anspruchsvolle und finanzkräftige Hörer und Käufer hat“.[5] Um diese Käuferschicht weiter für sich zu erschließen, wendete sich das Management ab 2007 auch verstärkt an „seriöse Medien wie Stern, Vanity Fair oder die taz[5].

Musikkritiker berichten über LaFee häufig eher negativ. So bezeichnete David Kleingers LaFee auf Spiegel Online als „rheinländisches Rock-Rumpelstilzchen […], deren Texte jedem Nachhilfelehrer die Schamesröte ins Gesicht treiben“, kritisierte selbige als „lebensfremdes Klischee von Jugendsprache“ und die Musik als „zähen Gummibärchen-Gothic, der keine Omi mehr erschreckt“, „im Hintergrund rumpeln dazu die immergleichen Gitarrenriffs“.[8] In der Plattenkritik zum Anfang 2009 erschienenen dritten Album Ring frei schloss sich laut.de dieser Einschätzung an. So setze die Sängerin „erneut zum gnadenlosen Sturzflug ins Niveau-Nirwana an“, das in den Texten transportierte „LaFee-Weltbild ist ein schlichtes“.[9] In den Nürnberger Nachrichten wird LaFees „Kuschel-Gothic“ mit seinen „euphorischen Mitsing-Refrains“ zudem als eine Art „Überraschungsei-Version von Rammstein“ bezeichnet[10]. LaFee gehöre „zur neuen Garde des Teenager-Aggro-Rocks“, bei dem es hauptsächlich darum gehe, „mit verzerrten Gitarren und ebensolchen Gesichtern Aggression und Kummer auszudrücken“. Jugendliche Unbeschwertheit hingegen finde bei LaFee nicht statt.[11]

Mitunter wird aber auch weniger hart geurteilt. So sei zwar „im Vorfeld akribisch geplant, getüftelt und ein stimmiges Marketingkonzept entwickelt“ worden, um das „Produkt“ LaFee bestmöglich zu verkaufen und die eigens zusammengestellte LaFee-Band habe „auf dem Album anscheinend keinen einzigen Ton gespielt“, jedoch liefere LaFee „authentischen Teen-Pop [...] mit zum Teil erstaunlich hart rockenden Gitarren [...] und fluffigen Synthie- und Keyboardteppichen“. Und obwohl „Klein stimmlich gar nicht mal so gut beieinander“ sei, müsse man die Macher zu einem „perfekt durchgestylten Kunstprodukt“ beglückwünschen.[12]

Bei Konzerten, die vornehmlich von Kindern und deren Eltern besucht werden, zeigt sich die Sängerin gerne „im Gothic-Look“, bewegt sich extrovertiert zu ihren Songs und tanzt auch ihre Mitmusiker erotisch an. Während die Auftritte an sich eher monoton ablaufen, werden „Gesang und Musik jedoch [...] überzeugend gut“ bewertet[13], „ihre Posen sitzen“[7].

Der große kommerzielle Erfolg LaFees und der Stellenwert, den sie gerade unter Jugendlichen einnimmt, zeigt sich deutlich an den Auszeichnungen, die sie verliehen bekam. So wurde sie schon mehrfach mit einem nach Abstimmungsergebnis vergebenen Bravo Otto bedacht, zudem erhielt sie aufgrund ihrer Verkaufszahlen bislang drei Echos.

Diskografie

Alben

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DE
[14]
AT
[15]
CH
[16]
2006 LaFee 1
(64)
1
(43)
19
(29)
2007 Jetzt erst recht 1
(36)
1
(24)
14
(13)
  • 1x Platin in Deutschland [1]
  • 1x Gold in Österreich [2]
2008 Shut Up 21
(6)
31
(4)

2009 Ring frei 6
(15)
5
(13)
21
(7)
  • 1x Gold in Österreich [2]

Singles

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DE
[17]
AT
[15]
CH
[16]
2006 Virus
LaFee
14
(18)
14
(24)
70
(6)
Erstveröffentlichung: 10. März 2006
2006 Prinzesschen
LaFee
11
(23)
10
(28)
25
(14)
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2006
2006 Was ist das
LaFee
17
(10)
25
(15)
59
(5)
Erstveröffentlichung: 1. September 2006
2006 Mitternacht
LaFee
23
(9)
23
(10)
Erstveröffentlichung: 23. November 2006
2007 Heul doch
Jetzt erst recht
3
(18)
6
(20)
25
(10)
Erstveröffentlichung: 18. Mai 2007
2007 Beweg dein Arsch
Jetzt erst recht
22
(9)
35
(5)
87
(3)
Erstveröffentlichung: 24. August 2007
2007 Wer bin ich
Jetzt erst recht
25
(9)
41
(5)
Erstveröffentlichung: 16. November 2007
2008 Shut Up
Shut Up


Erstveröffentlichung: 23.Mai 2008
2008 Ring frei
Ring frei
22
(10)
31
(8)
Erstveröffentlichung: 21. November 2008
2009 Scheiß Liebe
Ring frei
44
(7)
63
(2)
Erstveröffentlichung: 6. März 2009
  • Zahl in Klammern gibt Anzahl der Wochen in den jeweiligen Charts an.

DVDs

  • 24. November 2006: Secret LIVE (1x Gold in Deutschland[1])
  • 28. September 2007: LaFee erst recht
  • 9. November 2007: Wer bin ich – Ein ungeschminktes Märchen

Filmografie

Auszeichnungen

2006
2007
2008
  • Echo in der Kategorie Künstlerin National Pop
  • Jetix Award in der Kategorie Bester Solo-Act

Literatur

  • Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz: LaFee. Das erste Mal. Droemer/Knaur, 2007, ISBN 978-3426780473.

Weblinks


Einzelnachweise

  1. a b c d ifpi.de: Datenbank der IFPI (Zugriff am 3. Dezember 2007)
  2. a b c d ifpi.at: Gold & Platin-Datenbank (Zugriff am 3. Dezember 2007)
  3. memo-media.de: „Silvester in Berlin – Europas größte Silvesterparty begeistert mit hoher Klangqualität“, 14. Dezember 2007
  4. LaFee beim „Schau-nicht-weg“ Open-Air auf viva.tv
  5. a b c d e f Lutz Debus: „Alles muss raus“, in: taz vom 7. August 2007
  6. a b Lutz Debus: „Teenager lieben Märchen von LaFee“, 3. Januar 2009
  7. a b c Frankfurter Rundschau: „Die Prinzessin aus der Imbissbude“, 17. April 2009
  8. David Kleingers: Deutscher Girlpop - Tanz den Rumpelstilz!, in: SPIEGEL-Online, 16. August 2007, Zugriff am 16. August 2007
  9. laut.de: Plattenkritik zu „Ring frei“, Januar 2009
  10. zitiert nach: taz: „Schmähkritik (52): Lafee“, Dezember 2007
  11. Julia Bähr: „Sängerin LaFee – Zwischen Abzieh-Tattoos und Cellulite-Viren“. In: FAZ, 11. Dezember 2006.
  12. cdstarts.de: Albumkritik zu „LaFee - LaFee“, 2006; online abgerufen am 9. Januar 2009
  13. Aachener Zeitung: „LaFee im Eurogress: Die Teenies kreischen bei jeder Bewegung“, 4. Dezember 2007
  14. musicline.de: Chartverfolgung / Lafee / Longplay (Zugriff am 3. Dezember 2007)
  15. a b austriancharts.at: LaFee in der österreichischen Hitparade (Zugriff am 3. Dezember 2007)
  16. a b hitparade.ch: LaFee in der Schweizer Hitparade (Zugriff am 3. Dezember 2007)
  17. musicline.de: Chartverfolgung / Lafee / Single (Zugriff am 3. Dezember 2007)
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen