Laga

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Laga (Begriffsklärung) aufgeführt.
Subdistrikt Laga
Laga (Osttimor)
Red pog.svg
Heilige Haus in Utufalu, Laga
Hauptstadt Laga
Fläche 191,99 km²[1]
Einwohnerzahl 14.432 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Atelari 1.799
Libagua 943
Nunira 1.776
Saelari 1.696
Sagadate 2.501
Samalari 1.782
Soba 1.479
Tequinaumata 2.456
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Baucau
Lage des Distrikts Baucau

Laga ist der Hauptort des Subdistrikts Laga im osttimoresischen Distrikt Baucau.

Der Ort[Bearbeiten]

Links der Ort Laga, rechts davon die Flüsse Lequinamo und Uaimuhi.

Der Ort liegt im Osten des Distrikts, im Suco Soba, östlich der Mündung des Flusses Lequinamo in die Straße von Wetar. Das Zentrum der Stadt befindet sich, trotz seiner Lage am Meer, bereits in einer Meereshöhe von 78 m. Zur Distriktshauptstadt Baucau sind es in Luftlinie 15 km und zur Landeshauptstadt Dili etwa 114 km nach Westen.

In Laga existiert eine Vorschule (Escola Pre-Primaria No. 1 Soba),[3] eine präsekundäre Schule, einen Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[4] Außerdem gibt es einen kleiner Markt und einen Hafen. Die Kirche Igreja de S. João Bosco de Laga ist ein moderner Bau, der sich am kolonialen, portugiesischen Stil orientiert. Zwei rechteckige Türme umrahmen die Betonfassade des Eingangs. Auf dem dazwischen gelegenen Giebeldach thront über den Eingang ein Kreuz, darunter ein Kachelbild. Ein portugiesisches Fort thront auf einem kleinen Hügel, südlich der Hauptstraße.

In Laga wurde Cornélio da Conceição Gama, der Parteivorsitzende der UNDERTIM geboren. Er ist besser bekannt unter seinem Kämpfernamen L7, den er im Unabhängigkeitskrieg gegen Indonesien erhielt.

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Laga im Nordosten des Distrikts Baucau
Salzhändler in Laga
Administrator des Subdistrikts
Name Amtszeit
Baltazar Belo um 2004
Francisco da Costa um Juli 2010

Der Subdistrikt Laga liegt im Nordosten des Distrikts Baucau am Ufer der Straße von Wetar. Im Osten grenzt er an den Distrikt Lautém, im Süden an den Subdistrikten Baguia und Quelicai und im Westen an Baucau. Die Grenze zu Baucau wird vom Fluss Borauai gebildet. Weitere Flüsse, die in Laga in die Straße von Wetar münden sind unter anderem der Lequinamo und der Binagua. Östlich vom Ort Laga liegt im Suco Nunira der Salzsee Lagoa Laram mit einer Fläche von 150.000 m².[5]

Laga teilt sich in acht Sucos: Atelari, Libagua, Nunira, Saelari, Sagadate (Sagadati), Samalari, Soba und Tequinaumata (Tequino Mata, Tekinomata).

Im Subdistrikt leben 14.432 Menschen (2010).[1] Laga ist eine der wenigen Regionen des Landes in der die Bevölkerungszahl seit der vorherigen Volkszählung 2004 sank (15.133).[6] Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Makasae. Der Altersdurchschnitt beträgt 18,2 Jahre (2010,[1] 2004: 17,3 Jahre[7]). Die Organisation Sagrada Familia hat in Laga ihre Basis.

57 % der Haushalte bauen Mais an, 52 % Kokosnüsse, 41 % Reis (in Tequinaumata), 41 % Maniok, nur 5 % Kaffee und 24 % Gemüse.[2] Von Laga bis nach Lautém gibt es Erde, die zur Farbgewinnung verwendet werden kann.

Administrator des Subdistrikts ist Francisco da Costa (Stand: Juli 2010).

Geschichte[Bearbeiten]

Wasserbüffel in Laga

Im Juni 1863 wurde ein Aufstand der Makasae von Laga durch die Portugiesen niedergeschlagen und das Dorf niedergebrannt. Dabei wurde auch der Anführer der Rebellion von 1861 in Laclo gefangen genommen. Im August 1867 rebellierten die Einwohner vom Galoli-Reich von Vemasse, zu dem auch Laga gehörte. Auch diese Rebellion scheiterte.[8]

Als Laga im Dezember 1975 von den Indonesiern besetzt wurde, floh die Bevölkerung in die Wälder. Die indonesischen Soldaten töteten das Vieh, raubten die Nahrungsmittelvorräte und brannten Häuser nieder. Ende 1979 gab es im Ort Laga ein indonesisches Umsiedlungslager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten. Weitere sogenannte Transit Camps gab es in Atelari und Saelari.[9] Im August 1978 wurden vier osttimoresische Zivilisten am Berg Tokegua, nahe Samagata, von indonesischen Soldaten verhaftet. Sie hatten ihr Flüchtlingscamp auf der Suche nach Nahrung verlassen, hatten aber dafür keine Genehmigung. Eine Person wurde bei One-Bu'u getötet, eine weitere in Uasagia (ebenfalls Subdistrikt Laga) und eine dritte in Cotamutu (Distrikt Lautém).[10] 1997 beschossen Widerstandskämpfer in Laga einen indonesischen Militärlastwagen mit Granaten und töteten dabei 18 Soldaten.

Anfang Juli 2010 zerstörte eine Flut etwa 1000 Hektar Reisfelder. 400 Haushalte waren davon betroffen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit dem australischen Cooloola Shire Council besteht eine Partnerschaft.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  4. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 499 kB)
  5. Ministry of State Administration & Territorial Management, Timor-Leste: Baucau District profile (PDF; 276 kB)
  6. Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004
  7. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  8. History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  9. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  10. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. Webseite des Außenministeriums Osttimors

-8.4722222222222126.59694444444Koordinaten: 8° 28′ S, 126° 36′ O