Lagerverwaltungssystem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lagerverwaltungsysteme (LVS) (engl. Warehouse management systems WMS[1]) sind softwarebasierte Systeme für die unternehmerische Verwaltung von Warenlagern und Distributionszentren.

Dabei wird nicht nur die Lagerposition von Artikeln in Hochregallagern, Kleinbehälterlagern oder Handlagern verwaltet, sondern auch der Wareneingang (Bestellung - Zulieferung - Lieferungsvergleich, Artikelstammpflege), und der Versand (Kundenstammpflege, Lieferung - Bestellvergleich, Lieferscheindruck, Disposition im Lager für den Versand).

Neben den reinen Lager- und Versandinformationen innerhalb eines Lagers wird in einem WMS die Kommissionierung von Waren zu versandfertigen Positionen realisiert. Um die Bewegung der Waren innerhalb eines Lagers zu gewährleisten, ist ein WCS (Warehouse-Control-System) Bestandteil eines WMS. Ein WCS stellt sicher, dass die gewünschte Ware über interne Förderanlagen (Lagerplatz in einem Hochregallager, Arbeitsplatz eines Kommissionierers, Versandrutsche im Warenausgang) an die Position kommt, die das WMS für die Ware bestimmt hat.

Mit Lagerverwaltungssoftware, Logistiksoftware, Intralogistiksoftware oder auch Warehouse-Management-Systemen kann der komplette innerbetriebliche Materialfluss abgebildet werden. Als innerbetrieblicher Materialfluss werden alle in einem Unternehmen durchgeführten Warenbewegungen bezeichnet. Dazu zählen Prozesse des Wareneingangs, Einlagerung, Umlagerungen, Auslagerungen und Versand. Dabei wird zwischen dem Materialfluss sowie dem Informationsfluss unterschieden. Bei dem Materialfluss geht es um die physische Vereinnahmung des Materials im Lager. Die Lagerprozesse werden vom Informationsfluss begleitet. Dieser sorgt während des Transports für Datensicherheit und Bestandstransparenz.

Lagerverwaltungsysteme sind modular aufgebaut und umfassen neben Kernfunktionen (wie bspw. Auftragsbearbeitung und -freigabe oder Inventur) und Zusatzfunktionen (wie bspw. eine Seriennummernverwaltung oder Dock-/Yardfunktionalität) auch Erweiterungsmodule (z.B. Pick-by-Voice oder RFID-Subsysteme). Die Auswahl und Einführung eines WMS zur Lagerverwaltung stellt ein anspruchsvolles und umfangreiches Projekt dar. Da das System in seiner Funktionalität den individuellen Ansprüchen eines Lagers gerecht werden muss, ist eine sorgfältige Analyse und Auswahl eines passenden Softwaresystems unverzichtlich. Einen umfassenden Überblick über den WMS Markt bietet der WMS Marktreport des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik. Darin wird der WMS Markt auf aktuelle Trends und Entwicklungen untersucht und die Funktionalitäten gängiger WMS dargestellt. Dabei stellte sich heraus, dass die WMS-Anbieter in ihrer Struktur grob in drei Typen unterteilt werden können - den puren WMS-Anbieter, den Suite-Anbieter, der sein WMS als Teil einer Software-Suite anbietet (z.B. ERP-System), und den Lagertechnik-Anbieter. Hilfestellung für die Auswahl eines passenden WMS kann die WMS Datenbank des Instituts geben, die einen neutralen Überblick über rund 90 Prozent aller relevanten Anbieter von Warehouse Management Systemen bietet.

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. http://www.mhia.org/learning/glossary/w

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael ten Hompel, Detlef Spee, Tim Geissen, Martin Rudel: WMS Marktreport 2010: Entwicklungen und Trends des Marktes für Warehouse Management Systeme. Verlag Praxiswissen, Dortmund 2010, ISBN 978-3-86975-037-8.