Lago O’Higgins/San Martín

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Lago O’Higgins
Lago San Martín
Satellitenbild ISS (Nord nach links)
Satellitenbild ISS (Nord nach links)
Geographische Lage Argentinien, Chile[1]
Zuflüsse Río Mayer
Abfluss Río Pascua
Daten
Koordinaten 48° 50′ S, 72° 36′ W-48.833333333333-72.6250Koordinaten: 48° 50′ S, 72° 36′ W
Lago O’Higgins (Santa Cruz)
Lago O’Higgins
Höhe über Meeresspiegel 250 m
Fläche 1013 km²f5
Maximale Tiefe 836 mf10
Lago O'Higgins 4.jpg
Das Gletscherwasser färbt einige Zweige des Sees türkisblau.

Der O’Higginssee oder San Martínsee (spanisch Lago O’Higgins (in Chile), Lago Martín (in Argentinien)) ist ein Gletschersee der Anden, teils in Chile und teils in Argentinien gelegen, und der tiefste des südamerikanischen Kontinents.

Lage und Namen[Bearbeiten]

Der See befindet sich seit der Grenzziehung von 1902 an der Grenze zwischen Argentinien und Chile und trägt zwei Namen: Während die Chilener ihn nach Bernardo O’Higgins nennen, ist sein Name für die Argentinier José de San Martín gewidmet. Das Gewässer ist zu etwa gleichen Teilen zwischen den beiden Ländern geteilt.[2]

Nahe gelegen, beide auf chilenischem Gebiet, sind das Dorf Villa O’Higgins und der bei Touristen beliebte O’Higgins-Gletscher.

Was den Ursprung anbelangt, bildet er zusammen mit den beiden südlich gelegenen Gletscherseen Lago Argentino und Lago Viedma eine zusammenhängende Gruppe am Ostrand der patagonischen Gletscher; während sich diese beiden Seen aber auf der atlantischen Seite der Wasserscheide befinden, fließt das Wasser des San Martinsees Richtung Pazifik.

Tiefe[Bearbeiten]

Die Dimensionen der grösseren Gletscherseen Südamerikas übersteigen diejenigen der alpinen Seen in Europa um etwa das Dreifache. Nach neueren Messungen (2003) soll dieser See mit einer maximalen Tiefe von 836 m der tiefste Amerikas sein.[3] Somit liegt der tiefste Punkt des Lago O’Higgins, nahe beim Gletscher, 586 Meter unter dem Meeresspiegel.

Gletscher und Gewässer[Bearbeiten]

Der See trägt die typische Form des Gletschersees und hat acht Arme. Das westliche Ende des dort stark verzweigten Sees reicht bis tief in die Anden.[4] Die Gletscherzungen münden an mehreren Stellen in den See und speisen ihn. Der Río Pascua (62 km) führt das Wasser zu den ebenso verzweigten chilenischen Fjorden auf der Pazifikseite.

Landschaft und Klima[Bearbeiten]

Die Landschaft ist eher karg: Das Westufer präsentiert sich als Gletscherlandschaft, während die Ostseite durch Laubbäume, zum Beispiel den Nothofagus pumilio etwas belebt wird. Der See ist von starken Windströmungen charakterisiert, die die Schiffahrt immer - vor allem aber in der Vergangenheit - erschwert haben.[5] Der See friert im Winter nicht zu, aber aufgrund des rauhen Klimas wurden seine Ufer erst ab etwa 1902 besiedelt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lago O’Higgins/San Martín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. World lake database, Karte
  2. Karte
  3. chile.com
  4. villaohiggins
  5. villaohiggins