Lahti

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Dieser Artikel behandelt die finnische Stadt Lahti; für andere Bedeutungen von Lahti, siehe Lahti (Begriffsklärung)
Lahden kaupunki
Wappen Karte
Wappen von Lahti Lage von Lahti in Finnland
Basisdaten
Staat: Finnland
Landschaft: Päijät-Häme
Verwaltungsgemeinschaft: Lahti
Geographische Lage 60° 58′ N, 25° 40′ O60.96666666666725.66666666666782Koordinaten: 60° 58′ N, 25° 40′ O
Fläche: 154,60 km²[1]
davon Landfläche: 135,06 km²
davon Binnengewässerfläche: 19,54 km²
Einwohner: 103.667 (30. Sep. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 767,6 Ew./km²
Gemeindenummer: 398
Sprache(n): Finnisch
Website: lahti.fi
Blick auf das Zentrum von Lahti

Lahti [ˈlɑhti] (schwedisch: Lahtis) ist die siebtgrößte Stadt Finnlands. Sie liegt ungefähr 100 km nördlich von Helsinki in der Landschaft Päijät-Häme am See Vesijärvi. Eisenbahnverbindungen nach Helsinki dauern mit den Fernzügen 48 Minuten und mit der S-Bahn Helsinki eine Stunde.

Geschichte[Bearbeiten]

Erst im Jahre 1905 erhielt das bereits 1443 erwähnte Lahti das Stadtrecht. Durch den Bau der Eisenbahn von Helsinki nach Sankt Petersburg im Jahre 1870 und durch die Ansiedlung von Flüchtlingen im Winterkrieg 1940 wuchs die Stadt im 20. Jahrhundert rasch an. Seit 1923 finden in Lahti die berühmten Lahti-Skispiele statt, bei denen Langlauf und Skispringen den Mittelpunkt bilden.

Lahti war bis 1993 Standort eines großen Rundfunksenders für Langwelle sowie zeitweise auch Kurzwelle, dem Langwellensender Lahti. Als Antenne diente eine an zwei im Jahre 1927 errichteten 150 Meter hohen freistehenden Stahlfachwerktürmen aufgehängte T-Antenne. Heute ist diese Anlage stillgelegt und beherbergt ein Rundfunkmuseum.

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

1906–1955

  • 1906: 2.779
  • 1910: 5.996
  • 1925: 8.315
  • 1940: 24.757
  • 1945: 33.725
  • 1950: 43.571
  • 1955: 48.112

1960–1987

  • 1960: 65.210
  • 1965: 79.829
  • 1970: 88.393
  • 1975: 94.862
  • 1980: 94.767
  • 1985: 94.447
  • 1987: 93.671

1990–2003

  • 1990: 93.151
  • 1997: 95.854
  • 1999: 96.666
  • 2000: 96.921
  • 2001: 97.543
  • 2002: 97.968
  • 2003: 98.253

2004–2012

  • 2004: 98.281
  • 2005: 98.413
  • 2006: 98.766
  • 2007: 99.308
  • 2008: 100.080
  • 2009: 100.854
  • 2012: 103.065

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sibelius-Halle in Lahti
Die beiden Türme des ehemaligen Langwellen-Senders (heute ein Teil des Rundfunkmuseums)

Das Lahti-Sinfonieorchester (Sinfonia Lahti) unter dem Dirigenten Okku Kamu zählt zu den Spitzenorchestern der nordischen Länder. Es residiert in der Sibelius-Halle (finn. Sibelius-Talo) in Lahti, welche von den jungen finnischen Architekten Hannu Tikka und Kimmo Lintula entworfen wurde. Im Frühjahr 2000 wurde die Sibelius-Halle eröffnet und gilt auf Grund der hervorragenden Akustik als einer der besten Konzertsäle Nordeuropas.

Weiterhin sind der Marktplatz, der das Zentrum der Stadt bildet, das Rathaus von Lahti, sowie die an der Kirkkokatu gelegene „Kirche des Kreuzes“, erbaut von Alvar Aalto, sehenswert. Am See Pikku Vesijärvi im Nordwesten der Stadt befindet sich ein kleiner künstlicher See, an dem zweimal täglich Wasserspiele zu klassischer Musik stattfinden. Da Lahti als „Sporthauptstadt“ Finnlands gilt, findet man im Westen der Stadt einen umfassenden Sportkomplex, wo sich unter anderem mit der Salpausselkä-Schanze drei große Skisprungschanzen befinden. Das Skimuseum am Fuße der Schanzen beherbergt mehrere Simulatoren, mit denen man den Sprung von einer Schanze, ein Slalomrennen, Langlauf oder auch das Schießen beim Biathlon nachempfinden kann.

Das Rundfunkmuseum befindet sich auf dem Areal der einstigen Langwellen-Sendeanlage.

Politik[Bearbeiten]

Im Oktober 2006 trafen sich die EU-Staats- und Regierungschefs zum Gipfeltreffen in Lahti, um über Energiesicherheit und die Verbesserung der Innovationsfähigkeit der Union zu reden.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Silber ein schwarzes siebenspeichiges Rad mit ebenso vielen roten Schneiden besetzter Umfang.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen am 30. Oktober 2008 löste die konservative Nationale Sammlungspartei die Sozialdemokratische Partei als stärkste Fraktion ab. Bei den Stadtratswahlen 2012 konnte sie den Status als stimmenstärkste Partei trotz Verlusten behaupten. Im Gemeinderat (insgesamt 59 Abgeordnete) verfügen sie ebenso wie die Sozialdemokraten nunmehr nur noch über 18 Sitze. Großer Gewinner der aktuellen Wahl waren die rechtspopulistischen Basisfinnen, die die Zahl ihrer Sitze auf neun verdreifachen könnten. Vier weitere Parteien sind mit zwei bis fünf Sitzen vertreten.

Zusammensetzung des Stadtrats (2013–2016)
Partei Wahlergebnis 2012[3] Sitze
Nationale Sammlungspartei 29,7 % 18
Sozialdemokratische Partei 28,7 % 18
Basisfinnen 14,9 % 09
Linksbündnis 08,3 % 05
Finnische Christdemokraten 07,5 % 04
Grüner Bund 05,2 % 03
Zentrumspartei 04,7 % 02
Übrige 01,0 % 00

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lahti ist ein bedeutender Industriestandort für die Möbel-, Textil- und Glasproduktion. Ebenfalls ist dort eine der größten Brauereien/Getränkehersteller (Hartwall) Finnlands ansässig.

Sport[Bearbeiten]

Die Stadt ist ein bedeutendes Zentrum des nordischen Skisports. Hier fanden bereits sechs Mal Nordische Skiweltmeisterschaften statt: 1926, 1938, 1958, 1978, 1989 und 2001.

Die Stadt ist auch Heimat des finnischen Eishockeyclubs Pelicans, der in der obersten Liga spielt, und des Fußballclubs FC Lahti.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Lahti ist durch Städtepartnerschaften verbunden mit[4]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Maanmittauslaitos (finnisches Vermessungsamt): Suomen pinta-alat kunnittain 1. 1. 2010. (PDF; 199 kB)
  2. Väestörekisterikeskus (finnisches Bevölkerungsregister): Bevölkerung der finnischen Gemeinden am 30. September 2014.
  3. Finnisches Justiziministerium: Ergebnis der Kommunalwahlen 2012, abgerufen am 6. November 2012
  4. Offizielle Website der Stadt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lahti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien