Dobroje (Kaliningrad)

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Siedlung
Dobroje/Legden
(Groß und Klein Legden)

Доброе
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Gegründet 1334
Frühere Namen Layde (1334)
Layden (um 1540)
Leiden (um 1560),
Laiden (um 1565),
Groß Legden/Klein Legden (bis 1928),
Legden (bis 1946)
Bevölkerung 134 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238313
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 822 006
Geographische Lage
Koordinaten 54° 45′ N, 20° 45′ O54.74731666666720.750597222222Koordinaten: 54° 44′ 50″ N, 20° 45′ 2″ O
Dobroje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Dobroje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Dobroje (russisch Доброе, deutsch Groß und Klein Legden, 1928–1946 Legden, litauisch Laidė) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Nisowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nisowje (Waldau)) im Rajon Gurjewsk (Kreis Neuhausen).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Dobroje liegt 16 Kilometer nordöstlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) an einer Nebenstraße, die Pribreschnoje (Palmburg) an der russischen Fernstraße A 229 (ehemalige deutsche Reichsstraße 1) mit Pridoroschnoje (Neu Droosden) an der Fernstraße A 190 verbindet. Bis 1945 war Gamsau (russisch: Podgornoje) die nächste Bahnstation an der Linie der Königsberger Kleinbahn von Königsberg (Preußen) über Possindern (Roschtschino) nachTapiau (Gwardeisk).

Geschichte[Bearbeiten]

Das vor 1946 Legden[2] genannte Dorf mit einem Gut wurde bereits 1334 gegründet. Am Ortsrand lag der Krug Klein Legden[3]. Am 30. April 1874 wurde Groß Legden Sitz und namensgebender Ort des neu gebildeten Amtsbezirks Groß Legden[4] der bis 1945 bestand und zum Landkreis Königsberg (Preußen) (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am 20. Januar 1875 wurde der bisher kommunalfreie Abbau Strecken (zum Amtsbezirk Heiligenwalde (russischen: Uschakowo) gehörig) in den Gutsbezirk Groß Legden eingegliedert.

Die Einwohnerzahl betrug 1910 insgesamt 255[5]. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Groß Legden mit Klein Legden in die Landgemeinde Legden umgewandelt. Die Einwohnerzahl sank bis 1933 auf 207 und betrug 1939 noch 198[6].

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Legden mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt die russische Bezeichnung „Dobroje“. Bis zum Jahre 2009 war der Ort in den Nisowski selski sowjet (Dorfsowjet Nisowje (Waldau)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[7] – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der Niwoskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nisowje) im Rajon Gurjewsk der Oblast Kaliningrad.

Amtsbezirk Groß Legden (1874–1945)[Bearbeiten]

Der Amtsbezirk Groß Legden[8] bestand zwischen 1874 und 1945. Er wurde anfänglich aus drei Landgemeinden und zehn Gutsbezirken gebildet:

Deutscher Name Russischer Name Bemerkungen
Landgemeinde:
Köllmisch Wargienen Aprelewka 1901 in einen Gutsbezirk, 1928 wieder
in eine Landgemeinde umgewandelt
Mantau Jastrebki
Tromitten 1928 in die Landgemeinde Fünflinden eingegliedert
Gutsbezirke:
Adlig Wargienen Aprelewka 1928 in die Landgemeinde Wargienen
bzw. Waldau eingegliedert
Fünflinden Prochorowka 1928 in eine Landgemeinde umgewandelt,
1937 in die Landgemeinde Mantau eingegliedert
Gamsau Podgornoje 1928 in eine Landgemeinde umgewandelt
Groß Legden
mit Klein Legden
Dobroje 1928 in die Landgemeinde Legden umgewandelt
Legitten Pobedino 1928 in die Landgemeinden Wargienen bzw.
Altsitt eingegliedert
Mantau Jastrebki vor 1883 in die Landgemeinde Mantau eingegliedert
Poduhren Orechowka 1928 in die Landgemeinde Mantau eingegliedert
Praßnicken Podolskoje 1928 in die Landgemeinde Gamsau eingegliedert
Siebeneichen 1892 in den Gutsbezirk Sonnigkeim eingegliedert
Spitzings Malinniki 1928 in die Landgemeinde Wargienen eingegliedert

Am 1. Juni 1945 gehörten aufgrund der vielfachen strukturellen Veränderungen noch vier Gemeinden zum Amtsbezirk Groß Legden: Gamsau, Legden, Mantau und Wargienen. Mantau ist ein heute nicht mehr existenter Ort.

Kirche[Bearbeiten]

Die Bevölkerung in Groß und Klein Legden war vor 1945 mehrheitlich evangelischer Konfession. DLegden war in das Kirchspiel der Kirche Arnau (russisch: Rodniki) eingepfarrt und gehörte zum Kirchenkreis Königsberg-Land II in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Arthur Brodowski.

Dobroje liegt nun im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen Gemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg), der Hauptkirche der evangelisch-lutherischen Propstei Kaliningrad[9] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: (Groß) Legden
  3. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Klein Legden
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Groß Legden
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  6. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Samland
  7. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, in Verbindung mit dem Gesetz Nr. 254 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch das Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Rolf Jehke, Amtsbezirk Groß Legden (wie oben)
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad

Weblinks[Bearbeiten]