Laie (Religion)

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Ein Laie (von griechisch laós λαός „Volk“ über laikós λαϊκός „zum Volk gehörig“ und kirchenlateinisch laicus „der (kirchliche) Laie“) ist ein Gläubiger, der im Gegensatz zum Kleriker kein geistliches Amt innehat. Er befindet sich im Laienstand und ist kein Angehöriger des Klerus. Der Begriff wird vornehmlich im Christentum verwendet, wird aber auch auf andere Religionen übertragen.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort laicus (das Gegenteil von clericus (Kleriker)) bekam im mittelalterlichen Latein im übertragenen Sinne die Nebenbedeutung „ungebildet“. Dies wird auf die Gegebenheit zurückgeführt, dass Bildung bis in die Renaissance für Angehörige nicht vermögender Familien nur durch eine geistliche Laufbahn zu erhalten war. In der deutschen Sprache hat sich diese Bedeutung (im Gegensatz zu den romanischen Sprachen) bis heute erhalten und ist zur häufigsten Bedeutung des Wortes geworden; dabei wird jedoch sprachlich oder durch den Kontext sichergestellt, dass nicht die kirchenrechtliche Bedeutung gemeint ist ("ein mathematischer Laie", ggf. auch "ein theologischer Laie", wozu aber der Laientheologe gerade nicht gehört).

Christentum[Bearbeiten]

Laien oder geistliche Amtsträger, denen ihr Amt wieder genommen wurde, können als dem Laienstand zugehörig betrachtet werden. Organisieren sich kirchliche Laien in größeren Gemeinschaften, so spricht man von Laienbewegungen.

Buddhismus[Bearbeiten]

Im Buddhismus wird der Begriff gewöhnlich für Nicht-Mönche verwendet. Klassische Begriffe für praktizierende buddhistische Laien sind „upāsaka“, was oft mit „Dabeisitzender“ oder „Anhänger“ übersetzt wird, sowie „gahapati“, was „Hausvater“ bedeutet (im Gegensatz zu den buddhistischen Mönchen, die ursprünglich meist Wandermönche waren, also keine festen Häuser besaßen).

Literatur[Bearbeiten]

  • Klerus und Laien, in: RGG3 Bd. 3, 1661-1664 (Stefan Zankow (Heinz-Horst Schrey): orthodoxe Kirchen, Hans Barion: römisch-katholische Kirche, Günther Wendt: evangelische Kirche)
  • Laie, in: LThK3 Bd. 6, spp. 589-597 (Jürgen Werbick: Begriff, Historisch-theologisch, Systematisch-theologisch; Heinrich F. J. Reinhardt: Kirchenrechtlich; Marianne Heimbach-Steins: Spiritualität; Norbert Mette: Laien im kirchlichen Dienst)
  • Klaus-Josef Notz: Laie, in: Lexikon des Buddhismus. Grundbegriffe, Traditionen, Praxis. Hg. von Klaus-Josef Notz. Freiburg, Basel, Wien: Verlag Herder, 1998, Bd. 1, 257.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]

Glossar: Stichwort "Laie" aus Erinnerungen an des Zweite Vatikanische Konzil, hg. v. Diözesanrat der Katholiken, München 2012