Laja

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Laja (Begriffsklärung) aufgeführt.
Laja
Iglesia de Laja
Iglesia de Laja
Basisdaten
Einwohner (Stand) 934 Einw. (Fortschreibung 2012) [1]
Höhe 3861 m
Telefonvorwahl (+591)
Koordinaten 16° 32′ S, 68° 23′ W-16.536944444444-68.3852777777783861Koordinaten: 16° 32′ S, 68° 23′ W
Laja (Bolivien)
Laja
Laja
Politik
Departamento La Paz
Provinz Provinz Los Andes
Klima
Klimadiagramm Viacha
Klimadiagramm Viacha

Laja (benannt nach dem dort vorkommenden gleichnamigen Gestein) ist eine Ortschaft im Departamento La Paz im Hochland des südamerikanischen Anden-Staates Bolivien.

Lage im Nahraum[Bearbeiten]

Laja ist zentraler Ort des Landkreises (bolivianisch: Municipio) Laja in der Provinz Los Andes und liegt auf einer Höhe von 3861 m. Nördlich und südlich von Laja erstreckt sich die weite Ebene des bolivianischen Hochlandes bis zum Titicaca-See im Norden und über Calamarca hinaus im Süden.

Geographie[Bearbeiten]

Laja liegt auf der bolivianischen Hochebene zwischen den Anden-Gebirgsketten der Cordillera Occidental im Westen und der Cordillera Central im Osten. Das Klima der Region ist ein typisches Tageszeitenklima, bei dem die Durchschnittstemperaturen im Tagesverlauf stärker schwanken als im Jahresverlauf.

Die mittlere Jahrestemperatur von Viacha liegt bei knapp 9 °C, der Jahresniederschlag beträgt etwa 600 mm (siehe Klimadiagramm Viacha). Die Monatsdurchschnittstemperaturen schwanken nur unwesentlich zwischen 6 °C im Juli und 10 °C von November bis Februar. Die Monate Mai bis August sind arid mit Monatsniederschlägen von weniger als 15 mm, in den Südsommer-Monaten Januar und Februar werden Monatsniederschläge von mehr als 100 mm gemessen.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 20. Oktober 1548 gründet Alonso de Mendoza am Ort der heutigen Ortschaft Laja die Stadt Nuestra Señora de La Paz als Station auf dem Handelsweg von Potosí nach Callao in Peru. Drei Tage später wird für die neue Siedlung ein Standort rund 25 km weiter östlich gewählt und ein Teil der Dorfeinwohner dorthin verlegt, weil er besseren Schutz vor Wetterunbilden bietet. Touristisch bekannt ist vor allem die ebenfalls 1548 gegründete und mehrfach erweiterte Kirche, welche größtenteils mit Steinen des nahegelegenen Tiahuanaco konstruiert wurde. Die Kirche wird seit 2002 (Stand: 2011) von Steyler Missionaren und Steyler Missionsschwestern, zwei jeweils voneinander unabhängigen, internationalen römisch-katholischen Ordensgemeinschaften betreut. An der Ortseinfahrt nach Laja erinnert heute eine steinerne Stele mit der Aufschrift "Laja - cuna de La Paz", (zu deutsch: Laja, die Wiege von La Paz) an die historische Bedeutung des Ortes für die Stadtgeschichte von La Paz.

Verkehrsnetz[Bearbeiten]

Laja beherbergt eine Gemeindeverwaltung, Polizei, Krankenhaus und die Büros mehrerer Nichtregierungsorganisationen. Die Ortschaft liegt in einer Entfernung von 38 Straßenkilometern westlich von La Paz, der Hauptstadt des Departamentos.

Von La Paz aus führt die asphaltierte Fernstraße Ruta 2 in westlicher Richtung nach El Alto und weitere fünf Kilometer in nordwestlicher Richtung. Dann zweigt die Ruta 1 nach Westen ab und erreicht nach weiteren zwanzig Kilometern Laja. Die Ruta 1 führt dann weiter nach Tiahuanaco und zum Titicaca-See. Außer im Zentrum sind sämtliche Seitenstraßen in Laja unasphaltiert. Über Telefon und Internetzugang verfügen nur wenige öffentliche Einrichtungen im Ort.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Ortschaft ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten um etwa zwei Drittel angestiegen:

Jahr Einwohner Quelle
1992 561 Volkszählung[2]
2001 707 Volkszählung[3]
2010 894 Fortschreibung[4]
2012 934 Fortschreibung[5]

Aufgrund der historischen Bevölkerungsentwicklung weist die Region einen hohen Anteil an Aymara-Bevölkerung auf, im Municipio Puerto Pérez sprechen 97,2 % der Bevölkerung die Aymara-Sprache.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Ort wird ein Fladenbrot (pan de Laja) hergestellt, das weit über die Dorfgrenzen hinaus nachgefragt wird, und so den Lebensunterhalt vieler Familien sichert. Das größte Fest des Dorfes findet am 9. Dezember zu Ehren der "Jungfrau der unbefleckten Empfängnis" (Virgen de la Inmaculada Concepción) statt. Das Stadtbild ist geprägt von kleinen Lebensmittelgeschäften und wenigen Bars. Mehrmals täglich bieten private Kleinbusunternehmen vom Zentrum aus Fahrten nach El Alto und La Paz an.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. World Gazetteer
  2. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 1992
  3. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2001
  4. World Gazetteer abgerufen 11. Januar 2010
  5. World Gazetteer abgerufen 30. April 2012
  6. INE-Sozialdaten (PDF; 12,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten]