Lajos Haynald

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Dr. Ludovicus Haynald, Lithographie von Eduard Kaiser, 1856
Kardinal Lajos Haynald (aus einer Fotosammlung der Konzilsteilnehmer 1870)
Lajos Haynald

Lajos Haynald (deutsch Stephan Franz Ludwig von Haynald ; * 3. Oktober 1816 in Szécsény im Komitat Nógrád, Ungarn; † 4. Juli 1891 in Kalocsa) war Erzbischof und Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Haynald“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Haynald studierte in Gran, Tyrnau und Wien, wo er 1841 in Theologie promovierte. Von 1842 bis 1846 war er Professor der Theologie in Gran, beschäftigte sich lebhaft mit Naturwissenschaft, besonders mit Botanik, wurde 1851 Koadjutor des Bischofs in Karlsburg und 1852 dort Bischof, zuvor wurde er zum Titularbischof von Hebron ernannt.

1863 entsagte er seinem Bistum und lebte in Rom, bis er 1867 als Erzbischof von Kalocsa nach Ungarn zurückkehrte. Im Konsistorium am 12. Mai 1879 wurde er von Papst Leo XIII. zum Kardinal erhoben. Ihm wurde die Titelkirche Santa Maria degli Angeli zugewiesen. Er errichtete in Kalocsa ein reichdotiertes Gymnasium der Jesuiten und versah es 1877 mit einer Sternwarte.

Sein Herbarium und seine botanische Bibliothek gehörten um 1890 zu den vollständigsten in Europa, auch lieferte er eine wertvolle Arbeit über die Pflanzen der Bibel. Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ernannte ihn 1867 zu ihrem Mitglied.

Literatur[Bearbeiten]

  • Constantin von Wurzbach: Haynald, Ludwig. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 11, Verlag L. C. Zamarski, Wien 1864, S. 425–428.
  • Kanitz, A. 1890: Cardinal-Erzbischof Dr. L. Haynald als Botaniker. Zur Feier seines 50 jährigen Priesterjubiläums. – Ung. Revue 10: 1–20.
  • Ascherson, P. 1893: Cardinal Haynald. Nachruf (Vorgetragen auf der Herbst-Hauptversammlung am 10. October 1891). – Verh. Bot. Vereins Prov. Brandenburg 34: L–LVI.
  • Haeberlin, C. 1891: Ludwig von Haynald. – Leopoldina 27: 165–170, 180–184.
  • Knapp, J. A. 1891: Nachruf an Cardinal Haynald, gehalten in der Versammlung am 7. October 1891. – Verh. K. K. Zool.-Bot. Ges. Wien 41: 785–790.
  • Haynald Ludwig. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 227 f. (Direktlinks auf S. 227, S. 228).
  • Walter Lack: Kardinal Lajos Haynald als Mäzen der Botaniker in Wien und Berlin. – Ann. Naturhist. Mus. Wien 106 B: 221–235 (2005).

Weblinks[Bearbeiten]