Sender Lakihegy

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Sendemast Lakihegy

Der Sender Lakihegy ist ein Sendeturm südlich der ungarischen Hauptstadt Budapest auf der Donau-Insel Csepel.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Sender wurde 1933 als ein selbststrahlender Sendemast mit einer Höhe von 314 Metern errichtet. Zum Zeitpunkt seiner Errichtung war er das höchste Bauwerk Europas, steht in Ungarn unter Denkmalschutz und ist noch heute eines der höchsten Bauwerke in Ungarn.

Der Sendemast wurde am 26. November 1944 von der aus Südosteuropa zurückfliehenden, deutschen Wehrmacht im Rahmen der Strategie der Verbrannten Erde gesprengt.[1] Die Anlage wurde erst 1948 wieder aufgebaut; 2006 wurde sie generalüberholt.

Technik[Bearbeiten]

Der Sendemast ist, wie alle selbststrahlenden Sendetürme, bei Betrieb unter Hochspannung. Mit Stand 2012 wird der Mast als Mittelwellensender vom ungarischen Rundfunk auf der Sendefrequenz 546 kHz mit 150 kW und im Diplexbetrieb zur Ausstrahlung des Europäischen Funkrundsteuerungssignals (EFR) auf 135,6 kHz mit 100 kW genutzt.

Er verfügt über einen fischbauchartigen Querschnitt welcher als Blaw-Knox-Sendeturm bezeichnet wird. Diese in nordamerikanischen Raum verbreite Mastbauform wird in Europa nur noch bei den Sendemasten im nordirischen Lisnagarvey, im bulgarischen Wakarel und Stara Sagora (beide in Bulgarien) verwendet. Daneben existieren in Lakihegy noch zwei weitere kleine abgespannte Sendemasten für Mittelwelle üblicher Bauart.

Eine weitere Sendeantenne, bestehend aus zwei freistehenden Türmen bei 47° 22′ 25″ N, 18° 59′ 0″ O47.37372222222218.983261111111 wird über eine 2,1 Kilometer lange Reusenleitung vom Sendegebäude aus gespeist.

Im Jahre 2006 nahm am Sender der Langwellenbetrieb für das Rundsteuersignal der Europäischen Funkrundsteuerung (EFR) den Sendebetrieb auf. Dieses Signal dient zur automatischen und grenzüberschreitenden Fernsteuerung von Verbrauchern im Versorgungsnetz von mehreren mitteleuropäischen Energieversorgungsunternehmen. Verwendet wird dafür die Langwellenfrequenz von 135,6 kHz mit einer Sendeleistung von 100 kW. Die digital codierten Steuerdaten werden mit einer Symbolrate von 200 Baud nach dem Kommunikationsstandard IEC 60870-5 übertragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kühnste Antennenkonstruktion Europas (PDF; 4,8 MB) Veröffentlichung auf der Internetseite des Deutschen Museums. Abgerufen am 2. Juni 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

47.37319444444419.004583333333Koordinaten: 47° 22′ 23″ N, 19° 0′ 16″ O