Lale Akgün

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lale Akgün auf einer Demonstration zum Bau einer Moschee in Köln-Ehrenfeld

Lale Akgün (* 17. September 1953 in Istanbul) ist eine ehemalige deutsche Politikerin (SPD).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1972 absolvierte Lale Akgün ein Studium der Medizin, Völkerkunde und Psychologie in Marburg, welches sie 1981 als Diplom-Psychologin beendete. Im selben Jahr nahm sie die deutsche Staatsangehörigkeit an. Sie war dann bis 1997 bei der Familienberatung der Stadt Köln tätig, ab 1992 als stellvertretende Dienststellenleiterin. 1987 erfolgte ihre Promotion zum Dr. rer. nat. an der Universität Köln. Von 1997 bis 2002 war sie Leiterin des Landeszentrums für Zuwanderung des Landes Nordrhein-Westfalen in Solingen. 1999 erfolgte ihre Approbation als Psychotherapeutin. 2008 veröffentlichte sie unter dem Titel Tante Semra im Leberkäseland – Geschichten aus meiner türkisch-deutschen Familie ihre heiteren Erinnerungen an den Integrationsprozess ihrer Familie in Deutschland. Im Mai 2013 setzte sich Akgün im Rahmen der Kritischen Islamkonferenz 2013 für die Gründung eines Verbandes liberaler Muslime ein, da die Mehrheit der deutschen Muslime nicht durch die traditionellen Islamverbände vertreten seien. Der Islam in Deutschland sei von außen geregelt und kontrolliert, daher müsse „das zarte Pflänzchen eines liberalen Islam“ in Deutschland etabliert werden.[1]

Lale Akgün ist mit dem Lehrer Ahmet Akgün verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.

Politik[Bearbeiten]

1982 wurde Akgün Mitglied der SPD. Von 2002 bis 2009 war Akgün Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war sie seit Dezember 2005 stellvertretende Sprecherin der Fraktionsarbeitsgruppe „Angelegenheiten der Europäischen Union“ und seit März 2006 auch der Arbeitsgruppe „Migration und Integration“. Seit Oktober 2007 gehörte sie auch dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion an. Sie war eine von fünf MdB muslimischen Glaubens.

Lale Akgün zog stets als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Köln II in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte sie 43,8 % der Erststimmen. Bei der Bundestagswahl 2009 verlor sie ihren Wahlkreis an den CDU-Kandidaten Michael Paul. Auf der Landesliste der SPD Nordrhein-Westfalen war sie auf Platz 29 gewählt worden, der nicht zum Zuge kam. Sie schied damit aus dem Bundestag aus. Nach dem Regierungswechsel in NRW war sie Referatsleiterin in der Staatskanzlei NRW für Internationale Angelegenheiten und Eine-Welt-Politik.[2] Seit März 2013 leitet Akgün die neu geschaffene Kompetenzstelle für nachhaltige und faire Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen NRW. Das Projekt verfügt über einen Jahresetat von 300.000 €.[3][4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • mit Jendrik Scholz: Kommunale Integrationspolitik – Probleme und Perspektiven am Beispiel Köln. In: Argumente. Beiträge zur Zukunftsdiskussion von links. Heft 1, 2003, ISSN 1439-9784, S. 57–67, online (PDF; 63 KB).
  • Tante Semra im Leberkäseland. Geschichten aus meiner türkisch-deutschen Familie. Krüger, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-8105-0119-6.
  • Der getürkte Reichstag. Tante Semras Sippe macht Politik. Krüger, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-8105-0121-9.
  • Aufstand der Kopftuchmädchen. Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus. Piper, München u. a. 2011, ISBN 978-3-492-05381-5.
  • Kebabweihnacht. Aufbau-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-351-03370-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SPD-Politikerin für die Gründung eines Verbandes liberaler Muslime Neues Deutschland, 13.Mai 2013. Abgerufen am 30. Juli 2013
  2. http://www.nrw.de/web/media_get.php?mediaid=17215&fileid=50828&sprachid=1
  3. http://www.landmark-project.eu/fileadmin/files/de/2013-06-04_Verantwortungsvolle_Vergabe_in_NRW.pdf
  4. http://www.nrw.de/landesregierung/landesregierung-schafft-kompetenzstelle-fuer-nachhaltige-und-faire-beschaffung-von-guetern-und-dienstleistungen-14027/
  5. verliehen von der der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Kölner Stadtanzeiger 7. Dezember 2013, Seite 37: Engagierte Streiterin für Zivilcourage. online
  6. [http://www.koelnische-gesellschaft.de/preis13.php www.koelnische-gesellschaft.de: Preis 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikinews: Lale Akgün – in den Nachrichten
 Commons: Lale Akgün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien