Lamalou-les-Bains

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Lamalou-les-Bains
Wappen von Lamalou-les-Bains
Lamalou-les-Bains (Frankreich)
Lamalou-les-Bains
Region Languedoc-Roussillon
Département Hérault
Arrondissement Béziers
Kanton Saint-Gervais-sur-Mare
Gemeindeverband Communauté de communes Pays de Lamalou-les-Bains.
Koordinaten 43° 36′ N, 3° 5′ O43.59753.0797222222222202Koordinaten: 43° 36′ N, 3° 5′ O
Höhe 175–458 m
Fläche 6,18 km²
Einwohner 2.551 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 413 Einw./km²
Postleitzahl 34240
INSEE-Code
Website Webseite von Lamalou-les-Bains

Lamalou-les-Bains – Panoramaansicht

Lamalou-les-Bains ist eine südfranzösische Gemeinde mit 2551 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Hérault in der Region Languedoc-Roussillon. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Haut-Languedoc.

Lage[Bearbeiten]

Lamalou-les-Bains liegt in einer waldreichen Region am Fuße der Cevennen etwa 85 Kilometer (Fahrtstrecke) westlich von Montpellier bzw. etwa 38 Kilometer nördlich von Béziers in einer Höhe von etwa 200 Metern ü. d. M..

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008
Einwohner 1.987 2.029 2.067 2.202 2.194 2.157 2.280

Wirtschaft[Bearbeiten]

In früheren Zeiten lebten die Einwohner der Gemeinde als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau und die Zucht von Schafen und Ziegen gehörten. Erst im 19. Jahrhundert begann man mit der Erschließung und Nutzung der seit dem Mittelalter bekannten Thermalquellen.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus prähistorischer und auch aus römischer Zeit fehlen Funde. Frühestes Zeugnis menschlicher Besiedlung der Gegend ist ein gallorömisches Heiligtum des 5./6. Jahrhunderts, an dessen Stelle im 12. Jahrhundert die romanische Prioratskirche Saint-Pierre-de-Rhèdes erbaut wurde. Die heutige Gemeinde und der Ort Lamalou entstanden aus dem Ort Villecelle, der im Jahr 1878 – in einer Blütezeit des Bäderwesens – den Namen ‚Lamalou-les-Bains‘ annahm.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Saint-Pierre-de-Rhèdes
Südportal
Notre-Dame de Capimont
  • Die ehemalige Priorats- und heutige Pfarrkirche Saint-Pierre-de-Rhèdes steht in Hanglage im heutigen Weiler Rhèdes. Ein Vorgängerbau wurde bereits im Jahr 990 erwähnt, doch stammt die heutige Kirche aus dem 12. Jahrhundert und wurde als Teil eines Priorats der Abtei Villemagne errichtet. Als ehemalige Prioratskirche ist sie aus exakt behauenen Steinen errichtet und mit Strebepfeilern stabilisiert; außerdem verfügt sie über zwei mit schwarzen Steininkrustationen geschmückte Portale im Süden und Westen und ein drittes – schmuckloses – auf der Nordseite sowie über mehrere in ähnlicher Manier geschmückte Fensterbögen. Der wehrerkerartig vorkragende und zinnengeschmückte Giebel der über Westfassade ist darüber hinaus von Interesse – die Konsolen zeigen teilweise figürliche Motive, die als unheilabwehrend (apotropäisch) gedeutet werden können. Ein Bogenfeld des Rundbogenfrieses der Apsis präsentiert eine ‚primitiv‘ anmutende Figur eines Pilgers mit Stab und Tasche. Das im Scheitel leicht angespitzte Tonnengewölbe des ausschließlich von Südfenstern belichteten Kirchenschiffs ist von Gurtbögen unterzogen, die auf doppelten Halbsäulenvorlagen mit sehr einfach gestalteten figürlichen und vegetabilischen Kapitellen und einem umlaufenden Klötzchenfries aufruhen. Den Wänden des Langhauses vorgestellt ist eine doppelte Reihe von Steinbänken, die ehemals möglicherweise als Ersatz für einen nicht vorhandenen Kapitelsaal gedient haben könnten. Die Halbkuppel der Apsiskalotte ist von unprofilierten Gewölberippen unterfangen. Der Kirchenbau wurde bereits im Jahr 1880 als Monument historique[1] anerkannt.
  • Auf dem die Kirche umgebenden Friedhof stehen mehrere außergewöhnlich reich gestaltete Gräber und Grabmonumente aus dem 19. Jahrhundert.
  • Die romanische Wallfahrtskapelle Notre-Dame de Capimont steht auf einer felsigen und bewaldeten Anhöhe etwa anderthalb Kilometer außerhalb des Ortskerns. Von hier genießt man einen schönen Blick über Lamalou-les-Bains. Mehrere Kreuze im Wald weisen auf einen Kreuzweg hin, der im Rahmen der Karfreitagsprozession begangen wurde.
  • Die neogotische Pfarrkirche (Église Saint-Pierre-et-Saint-Paul) von Lamalou-les-Bains wurde im Jahr 1904 fertiggestellt.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lamalou-les-Bains – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Église Saint-Pierre-de-Rhèdes, Lamalou-les-Bains in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)