Lamar Alexander

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Lamar Alexander

Andrew Lamar Alexander (* 3. Juli 1940 im Blount County, Tennessee) ist ein US-amerikanischer Politiker und früherer Gouverneur von Tennessee. Seit 2003 vertritt er diesen Bundesstaat im US-Senat.

Frühe Jahre und politischer Aufstieg[Bearbeiten]

Lamar Alexander absolvierte 1962 die Vanderbilt University und schloss 1965 sein Jurastudium an der University of Tennessee ab. Er war Gründungsmitglied der Anwaltskanzlei Dearborn and Ewing. Ab 1967 arbeitete er zunächst für den republikanischen Senator Howard Baker sowie nach dem Amtsantritt von Präsident Richard Nixon für Bryce Harlow, den Verbindungsmann des Weißen Hauses zum Kongress. Im Jahr 1970 war Lamar Alexander Wahlkampfhelfer für Winfield Dunn, der in diesem Jahr zum ersten republikanischen Gouverneur von Tennessee seit 50 Jahren gewählt wurde. 1974 kandidierte er selbst für das Amt des Gouverneurs, unterlag aber dem Demokraten Ray Blanton. Ein Grund für seine Niederlage war wohl die Auswirkung der Watergate-Affäre auf die republikanische Wählerschaft.

Gouverneur von Tennessee[Bearbeiten]

Im Jahr 1978 gewann Alexander die Wahl. Schwere Korruptionsvorwürfe gegen seinen Vorgänger Blanton und die fragwürdige Begnadigung von 52 Sträflingen wenige Tage vor dem Ende von Blantons Amtszeit führten zu einer vorzeitigen Amtseinführung von Alexander, um weitere unliebsame Überraschungen von Blantons Seite zu verhindern. Die um drei Tage vorgezogene Amtseinführung wurde auch von den Demokraten unterstützt. Gouverneur Alexander profitierte von einer Verfassungsänderung im Jahr 1978, die eine zweite zusammenhängende vierjährige Amtszeit des Gouverneurs erlaubte. Alexanders Amtszeit von 1979 bis 1987 fiel in eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs. Es entstanden viele neue Arbeitsplätze, vor allem in der Automobilindustrie. Sein Hauptaugenmerk lag auf der Bildungspolitik, die er weiter ausbaute und förderte. Er förderte auch den weiteren Ausbau des Straßennetzes und betrieb eine Justizreform. So unterstützte er den Bau neuer Strafanstalten. Außerdem war er zeitweilig Vorsitzender der National Governors Association.

Weitere Karriere[Bearbeiten]

Nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit war Alexander unter anderem von 1988 bis 1991 Präsident der University of Tennessee. Zwischen 1991 und 1993 war er US-Bildungsminister unter Präsident George Bush. Anschließend war er als juristischer Berater tätig. In den Jahren 1996 und 2000 bewarb er sich jeweils erfolglos um die republikanische Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten. Seit 2003 ist er US-Senator für Tennessee. Seit Dezember 2007 ist Alexander Chairman der Senate Republican Conference und damit die „Nummer 3“ der Republikaner im Senat.

Im März 2015 fand sein Name Erwähnung, als er als einer von sieben republikanischen US-Senatoren einen öffentlichen Brief der übrigen 47 republikanischen US-Senatoren zur Relativierung bzw. Unterminierung der Atom-Verhandlungen zwischen dem Iran und US-Präsident Obama nicht unterzeichnete. In dem Brief verwiesen die 47 US-Senatoren u. a. darauf, dass jedes Abkommen des US-Präsidenten jederzeit vom US-Senat oder vom nächsten US-Präsidenten gekippt werden könne.[1] [2] [3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Governors of the American States Commonwealths and Territories. National Governors Association, 1984
  • Who's Who in America, 2005. New Providence, NJ: Marquis Who's Who, 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lamar Alexander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Republikaner ärgern Obama mit Brief an Iran. Atom-Streit. In: Mitteldeutsche Zeitung. 10. März 2015, abgerufen am 27. März 2015: „47 republikanische US-Senatoren haben jetzt einen offenen Brief an Teheran geschrieben und darin erklärt, ein solches Abkommen werde unter Umständen nicht von Dauer sein. Es könne jederzeit vom US-Senat oder vom nächsten US-Präsidenten gekippt werden. Im Weißen Haus in Washington wurde das ungewöhnliche Schreiben als eine weitere Kampfansage der konservativen Mehrheit im US-Parlament gegen Präsident Barack Obama gewertet.“
  2. USA: Republikaner behindern Obamas Atomverhandlungen mit dem Iran. In: RT Deutsch. 10. März 2015, abgerufen am 27. März 2015: „Nun haben 47 von 54 republikanischen Senatoren einen Brief an die „Anführer der Islamischen Republik Iran“ gerichtet, in dem Teheran gegenüber angedeutet wird, dass eine allfällige Vereinbarung mit Präsident Obama in der Atomfrage, wie sie noch im Laufe dieses Monats stattfinden soll, keine tatsächliche rechtliche Bindungswirkung entfalten würde.“
  3. Republican senators warn Iran in open letter. In: Politico. 9. März 2015, abgerufen am 27. März 2015: „The following Republican senators did not sign the bill: Lamar Alexander of Tennessee, Dan Coats of Indiana, Thad Cochran of Mississippi, Susan Collins of Maine, Bob Corker of Tennessee, Jeff Flake of Arizona and Lisa Murkowski of Alaska.“