Lamar S. Smith

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lamar S. Smith

Lamar Seeligson Smith (* 19. November 1947 in San Antonio, Texas) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Er ist seit 1987 Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus und vertritt den 21. Wahlbezirk von Texas, welcher ein Gebiet nordöstlich von San Antonio und westlich von Austin abdeckt.

Leben[Bearbeiten]

Lamar Smith wurde 1947 in San Antonio geboren und erwarb dort 1965 einen Schulabschluss am Texas Military Institute. 1969 absolvierte er einen Bachelorstudiengang an der Yale University in New Haven (Connecticut) und erwarb schließlich 1975 den Juris Doctor an der Law School der Southern Methodist University in Dallas.

Von 1969 bis 1970 war er als Praktikant in Washington D.C. tätig, danach als Journalist und Rechtsanwalt. Mit seiner Frau Beth hat er zwei Kinder.[1]

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

1978 wurde Smith zum Vorsitzenden der Republikanischen Partei im Bexar County gewählt. 1980 wurde Smith im mit dem Bexar County übereinstimmenden 57. Wahlkreis in das Repräsentantenhaus von Texas gewählt, wo er im Rohstoffausschuss und im Feuerameisen-Untersuchungsausschuss tätig war. Von 1982 bis 1985 hatte Smith das Amt des Commissioner im Bexar County inne. 1987 zog er für die Republikaner in das Repräsentantenhaus als Mitglied des 100. Kongresses ein und war seitdem Mitglied aller folgenden Kongresse.

Er ist Mitglied folgender Ausschüsse:

Smith hat den umstrittenen Gesetzentwurf SOPA im US-Repräsentantenhaus eingebracht. Innerparteilich gehört er dem konservativen Republican Study Committee und dem der Tea-Party-Bewegung nahestehenden Tea Party Caucus an.

Im Jahr 2011 erhielt Smith bis November $37.250 Wahlspenden von Bier-, Wein- und Likörlobbyorganisationen[2], zwischen 2009 und 2011 insgesamt $65.800. Maplight.Org führt die Bier-, Wein- und Likörlobby als drittstärksten von Smiths Spendengebern an.[3]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Abtreibung[Bearbeiten]

Smith befürwortet Einschränkungen von Abtreibungen. 2009 stimmte er für ein Verbot von Abtreibungen, die vom Staat finanziell unterstützt werden.[4] 2006 stimmte Smith für die Abortion Pain Bill, die „sicherstellen sollte, dass Frauen, die eine Abtreibung wollen, über die dem ungeborenen Kind dadurch verursachten Schmerzen voll informiert werden“. Ebenso stimmte Smith für den Child Interstate Abortion Notification Act, der den Transport von Minderjährigen zu Abtreibungen in Staaten mit anderen Gesetzen zu Abtreibungen verbieten sollte.[5] 2008 gab das National Right to Life Committee Smith eine Bewertung von 100 Punkten auf einer Skala, die den Einsatz von Politikern gegen Abtreibungen bewerten soll.[6][7]

Digital Millennium Copyright Act[Bearbeiten]

Am 23. April 2006 berichtete CNET, dass Smith ein Gesetz vorschlug, das die aus dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA) hervorgehenden Einschränkungen für Software zur Umgehung von Kopierverboten stärken und der Bundespolizei den verstärkten Einsatz von Abhörmaßnahmen zur Urheberrechtsverletzungsbekämpfung erlauben sollte.[8]

SOPA[Bearbeiten]

Smith ist Autor des Stop Online Piracy Act, besser bekannt als „SOPA“, ein kontroverses[9][10] Gesetzesvorhaben gegen Urheberrechtsverletzungen und andere illegale Aktivitäten im Internet. In diesem Zusammenhang sorgte der Umstand für Aufsehen, dass bis kurz vor der Entstehung des Gesetzesentwurfes ein nicht ordnungsgemäß lizenziertes Bild auf seiner Internetseite als Hintergrund diente.[11]

Klimawandel[Bearbeiten]

Lamar Smith vertritt eine skeptische Haltung bezüglich der menschlichen Verursachung und den Folgen der globalen Erwärmung.[12][13]

Am 20. Mai 2013 veröffentlichte Smith einen Op-Ed Artikel in der Washington Post, in dem er sich gegen eine „überhitzte Rhetorik“ in der Klimadebatte aussprach, sowie unter anderem gegen den von der Obama-Regierung veranlassten Aufschub des Ausbaus der Keystone-Pipeline sowie die Verschärfung der Emissionsrichtlinien für Kohlekraftwerke. Zudem vertrat er verschiedene klimaskeptische Argumente, die in einer Stellungnahme von Klimawissenschaftlern als fehlerhaft dargestellt wurden.[14][15]

Smith erhielt von Mineralölunternehmen wiederholt größere finanzielle Zuwendungen für Wahlkampf und Karriere, davon allein im Zeitraum 2011-2012 über 100.000 US-Dollar.[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. house.gov: Offizielle Biografie, abgerufen am 11. Februar 2010
  2. Lamar Smith: Campaign Finance/Money – Summary – Representative 2012. OpenSecrets. Abgerufen am 16. November 2011
  3. Lamar Smith (R-TX) U.S. House | MAPLight.org – Money and Politics. MAPLight.org. Abgerufen am 16. November 2011
  4. Project Vote Smart – Representative Smith on H Amdt 509 – Prohibiting Federally Funded Abortion Services
  5. Project Vote Smart – Representative Smith on S 403 – Child Interstate Abortion Notification Act
  6. National Right to Life
  7. Project Vote Smart - Representative Lamar S. Smith - Interest Group Ratings
  8. Declan McCullagh , "Congress readies broad new digital copyright bill", CNet,24 April, 2006.
  9. Under voter pressure, members of Congress backpedal (hard) on SOPA, Ars Technica
  10. Internet giants to protest controversial legislation with blackouts , St. Louis Today
  11. Raubkopierer Lamar Smith, Vice Magazin
  12. Amanda Terkel: Lamar Smith, Global Warming Skeptic, Set To Chair House Science Committee In: The Huffington Post, 27. November 2012. Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  13. Christine Gorman: Climate Change Denier Likely to Lead Congressional Science Committee In: Scientific American, 14. November 2012. Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  14. Lamar Smith: Overheated rhetoric on climate change doesn’t make for good policies. In: The Washington Post, 20. Mai 2013. Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  15. Michael Oppenheimer, Kevin Trenberth: Climate science tells us the alarm bells are ringing.. In: The Washington Post, 8. Juni 2013. Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  16. Lamar Smith 2011-2012 auf OpenSecrets.org. Abgerufen am 28. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lamar S. Smith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien