Lambertz-Gruppe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG
Logo der Lambertz-Gruppe
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 8. Juli 1899[1]
Sitz Aachen, NRW
Leitung Inhaber:

Geschäftsführer:

  • Ralf Loebert
  • Ralf Fritzsche
  • Hannes Wieczorek
Mitarbeiter 3.450 [2]
Umsatz 536,3 Mio. Euro (2009/10) [3]
Branche Lebensmittelindustrie
Produkte Printen, Lebkuchen, Schokoladenwaren und Gebäcke
Website www.lambertz.de
Anzeige 1874.
Zentrale in Aachen

Die Aachener Lambertz-Gruppe ist einer der führenden deutschen Hersteller für Backwaren und Weltmarktführer bei Herbst- und Weihnachtsgebäck.[4]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Ursprünge der Firma gehen auf Henry Joseph Napoléon Lambertz zurück, Sohn des Zuckerbäckers Johann Werner Lambertz aus Erkelenz[5] und der Adelheid Geulen[6], welcher um 1831 nach Aachen gezogen war und am Büchel eine Bäckerei einrichtete. Nachdem Henry Lambertz selbst Ende der 1850er Jahre seine Kenntnisse in der Printen- und Schokoladenherstellung im belgischen Huy erweitert und vertieft hatte, gründete er 1860 im so genannten "Haus zur Sonne" am Aachener Markt Hausnummer 7 eine eigene Konditorei, in dem zuvor unter anderem Heinrich Kann[7] eine Ellenwaaren-Handlung betrieben hatte.[8] Noch heute weist das von Henry Lambertz Frau Pauline kreierte Sonnenemblem im Firmenlogo auf diesen ersten Firmensitz hin.

Zu jener Zeit wurden in Aachen zwar Printen hergestellt, aber bis dato führte keiner die Bezeichnung Printenbäcker oder erwähnte das Gebäck in seiner Anzeige. Erst 1872 wurde unter der Klassifikation Conditoren ihre jeweilige Spezialisierung aufgezeigt. Außer den beiden Lambertz-Brüdern finden sich in Aachen keine weitere Printenfabrikanten, sondern nur Produktionsstätten für Lebküchler und Zuckerwaren.

Lambertz erweiterte sein Sortiment international um Englische Biscuits, in- und ausländische Liqueure sowie Medicinal Tokayer. Im Jahr 1874 modernisierte er seinen Betrieb mit einer Dampfmaschine und gründete 1876 eine weitere Filiale auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz in Aachen.[9] Henry Joseph Napoléon Lambertz gelang es zum Hoflieferanten der nahen Königreiche der Niederlande und Belgier aufzusteigen.

Auf Grund einer schweren Gallenerkrankung entschloss sich Henry Lambertz mit notarieller Wirkung zum 16. September 1878 zum Verkauf seines "Hauses zur Sonne" auf dem Aachener Markt Nummer 7 an den nicht verwandten „Rentier und ehemaligen Bierbrauer Christian Geller und dessen Frau Josephine geb. Ross, in Forst wohnend und im Begriffe ihr Domizil nach Aachen zu verlegen.“[10]

Ein Jahr nach Henry Lambertz Tod führte ab 1899 der Nachfolger von Christian Geller die Geschäfte unter der alleinigen Firmierung „Henry Lambertz“ weiter. Am 8. Juli 1899 wurde „Henry Lambertz“ als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet und am 4. Oktober 1899 als geschützte Wortmarke im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes eingetragen, klassifiziert unter Konditor- und Backwaren aller Art.[11] Noch heute befindet sich die Firma in Privatbesitz der Nachfahren Geller und hat ihr Stammwerk in Aachen, in direkter Nachbarschaft zu Lindt & Sprüngli. Die ersten Kräuterprinten und die ersten Printen mit Schokoladenglasur kamen aus dem Hause Lambertz. Das Unternehmen wurde Hoflieferant der Regenten von Preußen.

Als Hermann Bühlbecker 1978 die Geschäftsleitung übernahm, war das Unternehmen wirtschaftlich stark angeschlagen. Lambertz war zu jener Zeit immer noch ein reiner Printenhersteller und belieferte ausschließlich Fachgeschäfte. Das Unternehmen stieg 1978 in den Markt für Dominosteine ein, womit die Spezialisierung auf Printen durchbrochen wurde. Hinzu kamen mit der Zeit klassische Produkte wie Lebkuchenherzen, Zimtsterne oder Spekulatius. Das Unternehmen produzierte nun auch Ganzjahresprodukte wie Gebäckmischungen, gefolgt von Monogebäcken, Kleinkuchen bis hin zu Pralinen und diverse Gebäcke.

[Bearbeiten] Tochterunternehmen

Im Jahr 1994 erwarb Lambertz die Max Weiss GmbH, einen Hersteller von Lebkuchen süddeutscher Prägung. Anfang 1999 übernahm Lambertz ferner die Unternehmen Kinkartz und die Nürnberger Marke Haeberlein-Metzger des Unternehmers Theo Schöller[12]. Zur Lambertz-Gruppe gehören derzeit Marken wie Weiss, Wolff, Kinkartz, Heemann, Haeberlein Metzger, Scharschmidt und Feinbäckerei Otten sowie seit Januar 2010 noch die Firma Bären-Schmidt aus Mainbernheim.

[Bearbeiten] Film

  • Die Printenkönige von Aachen - Lambertz. Dokumentarfilm, Deutschland, 2010, 44 Min., Buch und Regie: Peter Scharf, Produktion: WDR, Reihe: Dynastien in NRW, Erstausstrahlung: 19. November 2010, Inhaltsangabe mit Video-Clip vom WDR.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Register.dpma A2132, Reg.Nr.40074.
  2. lambertz.de: Nachhaltigkeitspreis an Prinz Charles, 29. April 2009
  3. lambertz.de: Zahlen & Fakten, aufgerufen am 1. Mai 2010
  4. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  5. * 10. Januar 1802 in Erkelenz. Kirchenbucheintrag, Erkelenz. Reg. Nr. LA 28. (48). Die Recherche der Kirchenbucheinträge stammen v. Josef Dreßen, Erkelenz. Großvater: Josephus Lambertz (* 19. März 1745 Kückhoven; † 10. Mai 1809 in Erkelenz; Beruf: Ackersmann), ebd. Reg.Nr.LA33 (86).
  6. geb. 19. September 1803 AC, gest. 8. Juni 1876 AC. Geb. Urkunde. N° 851. LAV; Ahnenpass.
  7. „1823 Verzeichnis der Güterbesitzer, der Grundgüter, ihres Flächen-Inhalts, ihrer Klasse und ihres Reinertrags.“ Reinartz.
  8. „Verzeichnis aller im Regierungs-Bezirk AACHEN wohnenden Kaufleute, Beamten und Geistlichen“. I. Jahrgang 1831. Aachen. Verlag von Math. Urlichs. 1831. Unter „Adressen aller im Regierungsbezirke Aachen wohnenden Kaufleute. I. Aachen. „3. Spezerei-, Ellen-, Mode-, kurze Waaren-, Weinhandlungen und Restaurationen.“ S. 83: „Kann, H., Ellenwaaren, B 777.“ (1831); „Verzeichnis aller im Regierungs-Bezirk AACHEN wohnenden Beamten, Geistlichen u. Kaufleute.“ IV. Jahrgang. 1834. Aachen, Verlag von M. Urlichs, Sohn. 1834. „3. Spezerei-, Ellen-, Mode-, Wein- und kurze Warenhandlungen.“ S. 66: „Kann, H., Ellenwaaren, B 777.“
  9. Adressbuch Aachen. 1872. Anhang S. 80; 1875, 1877.
  10. Notarakte Baum. Not. Rep. 25749. Rep. 1358. LAV.
  11. Register.dpma A2132, Reg.Nr.40074.
  12. Historie Haeberlein-Metzger

50.7884138888896.0643666666667Koordinaten: 50° 47′ 18,29″ N, 6° 3′ 51,72″ O

Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge