Lamu
| Lamu | ||
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| Gewässer | Indischer Ozean | |
| Inselgruppe | Lamu-Archipel | |
| Geographische Lage | 2° 16′ 58″ S, 40° 51′ 32″ O-2.282777777777840.858888888889Koordinaten: 2° 16′ 58″ S, 40° 51′ 32″ O | |
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| Länge | 10 km | |
| Breite | 6 km | |
| Hauptort | Lamu Town | |
| Altstadt von Lamu* | |
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| UNESCO-Welterbe |
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| Hafenabschnitt in Lamu
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| Staatsgebiet: | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (ii)(iv)(vi) |
| Referenz-Nr.: | 1055 |
| Region: ª | Afrika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2001 (Sitzung 25) |
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* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt. |
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Lamu ist eine flache, etwa 10 × 6 km große Sandinsel mit Mangrovenbuchten vor der Küste Kenias im Indischen Ozean. Sie bildet mit den Inseln Manda und Pate den Lamu-Archipel.
Auf der nur 120 bis 800 Meter vom Festland entfernten Insel Lamu befinden sich die Ortschaften Lamu Town (Hauptstadt und Teil des UNESCO-Welterbes), Shela, Matondoni und Kipangani. In der Hauptstadt leben ca. 15.000 Einwohner. Auf der Insel wird Swahili, eine in Ostafrika weit verbreitete Sprache, gesprochen. Die Anreise kann beispielsweise mit dem Bus von Mombasa aus in einer Tagesreise mit kurzem Übersetzen erfolgen. Flugzeuge landen auf der Nachbarinsel Manda von Nairobi oder Mombasa aus.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Zuerst kamen Händler, die sich im 5. oder 6. Jahrhundert hier niederließen und deren Nachkommen, die Swahili, die Lamu mit ihrer Sprache und ihrer Kunst prägten. Stärkere Besiedlungen lassen sich im 14. Jahrhundert nachweisen. 1505 ankerten erstmals portugiesische Kriegsschiffe vor Lamu. Die arabischen Händler aus Oman brachten der Insel nicht nur Waren, sondern auch den Islam. Heute bekennt sich fast die gesamte Inselbevölkerung zum Islam. Von 1506 bis 1698 wurde Lamu durch die Portugiesen beherrscht. 1698 wurde es durch Oman erobert. Der Sultan von Oman errichtete 1812 – 1831 das Fort, welches heute als Museum dient.
Mitte des 19. Jahrhunderts geriet Lamu unter den politischen Einfluss des Sultans von Sansibar. Von 1888 bis 1891 bestand in Lamu ein deutsches Postamt, das die Kommunikation mit einer kurzzeitigen deutschen Besitzung im Sultanat Witu erleichtern sollte.[1] 1890 fiel die Insel durch den Helgoland-Sansibar-Vertrag gemeinsam mit Kenia unter britische Kolonialherrschaft.[2] 1963 erlangte Lamu als Teil der britischen Kolonie Kenia die politische Unabhängigkeit, der Einfluss der kenianischen Zentralregierung blieb jedoch gering, auf Lamu lebt man weiterhin sein Eigenleben.
Wirtschaft[Bearbeiten]
Wirtschaftlich lebte die Insel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vom Sklavenhandel. Das Sklavenhandel-Verbot 1907 stürzt Lamu in eine Wirtschaftskrise. Heute lebt die Insel vom Fischfang, etwas Obst- und Gemüseanbau und dem Tourismus, wobei auch hier die Rucksacktouristen wegen der relativen Unberührtheit weiter Dünenlandschaften und Sandstrände eine Pionierrolle hatten.
Der gesamte 12 Kilometer lange, sehr breite Südstrand ist nahezu unbewohnt. Lamu hat mehr Esel als Automobile: die engen Gassen der Siedlungen lassen kaum Raum für Kraftfahrzeuge, jeder der rund 3000 Esel kommt überall durch.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Lamu-Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe seit 2001)
- Lamu Museum
- Fischerdörfer
Klimatabelle[Bearbeiten]
| Lamu | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lamu
Quelle: Kenya Meteorological Department, Daten[3]; wetterkontor.de
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Literatur[Bearbeiten]
- A. Erhard: Tourismus und sozioökonomischer Wandel. Das Beispiel der Insel Lamu (Kenia). in: Geographische Rundschau. Band 55 (2003), H. 7–8, S. 18–23.
- Ulrich Schulz-Bergdorf: Aspekte der Swaheli-Volksmedizin im Lamu-Archipel Kenyas. Münster 1994, ISBN 3-89473-649-6.
- Shiva Naipaul: North of South. S.177 ff. Penguin Books, ISBN 978-0-14-018826-4.
Weblinks[Bearbeiten]
- Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
- Müsli auf Lamu: Wie „alternativer“ Tourismus eine Insel verändert (Die Zeit)
- Schätze der Welt – Lamu, die magische Steinstadt (SWR-Doku)
- Hemingway, Hippies und der Hochadel (Spiegel Online, 6. März 2009)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ National Museums of Kenya: Lamu – German Post Office, Historical Background (engl.)
- ↑ Lamu, in: Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon, Bd. II, Leipzig 1920, S. 411.
- ↑ Kenya Meteorological Department: Klimainformationen Lamu. World Meteorological Organization, abgerufen am 27. Oktober 2012.