Lancaster University

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Lancaster University
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Motto Patet omnibus veritas
Gründung 1964
Trägerschaft staatlich
Ort Lancaster, Vereinigtes Königreich
Kanzler Christian Bonington, Paul Wellings (Vizekanzler)
Studenten 17.415 (2006/07)[1]
Mitarbeiter 2250
Jahresetat 5,02 Millionen Pfund
Website www.lancs.ac.uk

Die Universität Lancaster (englisch Lancaster University; offiziell University of Lancaster) ist eine öffentliche Campus-Universität in Lancaster, England im Vereinigten Königreich mit über 17.000 Studenten. Die Universität liegt in nationalen Rankings regelmäßig unter den besten Hochschulen, vor allem im Bereich der Forschung. Der 2011 Guardian University Guide stufte die Lancaster University auf Platz 6 ein unter allen Universitäten in England. Der 2011 Complete University Guide vergab Platz 8 an die Lancaster University und der Good University Guide 2011 stufte Lancaster auf Platz 10 ein. Die Management School (LUMS) ist neben der London Business School die einzige Hochschule, die über ein 6-Sterne-Ranking verfügt. Das Sterne-Ranking ist im Vereinigten Königreich maßgeblich für die Vergabe von Forschungsgeldern. Im internationalen MBA-Ranking der Financial Times belegt die LUMS aktuell Rang 22, im Bereich der Doktorandenprogramme liegt sie auf dem 5. Platz weltweit. Die Abteilung für Physik hat mehrere Weltrekorde für die niedrigste konstante Temperatur, die jemals erreicht wurde, gebrochen. Die Management School bietet ein Masterprogram, was laut dem Financial Times Ranking of Business Schools in 2010 auf Platz 24 weltweit liegt. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach dem Masterabschluss liegt bei 112,214 US Dollar und ist somit das 24. höchste Durchschnittsgehalt nach einem Masterprogram weltweit.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Universität wurde 1964 gegründet und entwickelte sich fortan zu einer renommierten britischen Universität.

Colleges[Bearbeiten]

Wappen der Universität Lancaster

Die Universität hatte ursprünglich zwei Colleges, Bowland und Lonsdale (wobei Bowland zuerst erbaut wurde und Lonsdale ein Jahr später fertiggestellt wurde).

Seitdem ist sie stark gewachsen und hat mittlerweile 8 Undergraduate-Colleges, die alle nach den historischen Grenzen der Grafschaft von Lancashire benannt wurden:

  • Bowland, benannt nach dem Wald von Bowland
  • Cartmel, benannt nach der Stadt Cartmel
  • The County, benannt nach dem Lancashire County Council
  • Furness, benannt nach der Region Furness des historischen Lancashire
  • Fylde, benannt nach der Halbinsel Fylde
  • Grizedale, benannt nach dem Grizedale-Wald
  • Lonsdale, benannt nach dem Lune Valley (Lonsdale)
  • Pendle, benannt nach der Region Pendle von Lancashire und Lancasters Rolle in den Hexenprozessen von Pendle.

Die Universität hat ein Graduate-College:

  • Graduate, 1992 erbaut

Ursprünglich waren drei weitere Colleges geplant, wurden aber, vermutlich aus finanziellen Gründen, nie gebaut. Die folgenden "Wälder" sollten als Namensgeber dienen:

  • Rossendale
  • Trawden
  • Gisburn
  • Hyndburn

Diese Colleges wären südlich des Campus entstanden. Ursprünglich war auch ein zweiter Zwillingscampus mit acht weiteren Colleges auf der östlichen Seite des M6 Motorways in Hazelragg geplant, der mit einer Straßenüberführung mit dem ersten Campus verbunden werden sollte. Dieser Plan wurde in den 1970er Jahren fallengelassen und das Land in Zeiten finanzieller Schwierigkeiten verkauft. Eine große Karte der Pläne existierte bis Ende der 1970er Jahre im University House.

Die College-Gebäude beinhalten eine Reihe akademischer Abteilungen, sind aber in erster Linie Wohn- und Freizeiteinrichtungen, jede mit eigener Bar und Gemeinschaftsraum (Junior Common Room). Ein Werbeargument der Universität ist, dass die Colleges mehr als nur Wohneinrichtungen, nämlich Ort des sozialen Gemeinschaftslebens sind. Jeder Student und jedes Mitglied des Universitätspersonals ist Mitglied eines Colleges. Diese Collegekultur floriert nicht nur in Lancaster aber auch in Oxford, Cambridge und Durham. Die Studenten müssen sich für ein College entscheiden und sich für dieses bewerben.

Campus[Bearbeiten]

Alexandra Square, Lancaster University

Der Campus liegt um einen zentralen Weg, der als The Spine (Rückgrat, Dorn, Stachel) bekannt ist, herum konstruiert. Dieser Weg führt von Norden nach Süden durch den Campus und ist zum Großteil vor den in Lancashire häufigen Regenfällen geschützt.

In den letzten Jahren wurde die Universität kontinuierlich erweitert, wobei das nennenswerteste Beispiel die Errichtung des Alexandra Park im Südwesten des Campus ist, in dem sich jetzt die Colleges Graduate, Lonsdale und Cartmel befinden. Neue Wohngebäude für die Colleges Furness und Fylde im Osten des Campus wurden im September 2006 fertiggestellt. Der vollständige Neubau des Grizedale College und die Errichtung weiterer Wohnmöglichkeiten für das County College im Norden des Campus sollten 2007 abgeschlossen werden.

Diese Entwicklung ist aufgrund der schnellen Expansion, der durch die Einrichtung von Zimmern mit eigenem Bad notwendigen Steigerung der Mietpreise und aufgrund des begrenzten neu geschaffenen Freizeitbereichs kontrovers diskutiert worden. In den älteren Wohnbereichen teilen sich ca. 15 Studenten Gemeinschaftsbäder und -küchen. Die Gemeinschaftsküchen sind häufig ein Platz sozialer Interaktion. In den neueren Gebäuden teilen sich dagegen weniger Studenten eine Küche und jeder verfügt über ein eigenes Bad.

Studentische Aktivitäten[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche studentische Vereine und Gesellschaften auf dem Campus, darunter:

  • Bailrigg FM, das Studentenradio
  • Scan, die Zeitung der Studentenschaft
  • Lancaster University Cinema, das Campus-Kino der Studentenschaft. Das Kino wurde 1965 als Film Society gegründet. Der Name wurde im Mai 2004 geändert. Vorstellungen finden im Bowland Lecture Theatre statt.

Es gibt verschiedene religiöse und kulturelle Gruppierungen sowie hobbyorientierte Angebote von Schreiben über Tanzen bis hin zu Anime und Rollenspielen. Jeden Sommer findet das Roses Tournament (der Name geht auf die zwischen York und Lancaster geführten Rosenkriege zurück), eine Sportveranstaltung im Wettstreit mit der University of York, statt. Das Turnier findet im Jahreswechsel in York oder Lancaster statt. Darüber hinaus finden sportliche Wettbewerbe eher im Wettstreit der einzelnen Colleges miteinander als im interuniversitären Bereich statt. Die Colleges kämpfen um den Carter Shield und den Georg Wyatt Cup und seit 2004 ermitteln die beiden Gründungscolleges, Bowland und Lonsdale, den Gewinner der Founder's Trophy. Der LUSU, der Studentenschaft, gehört ein Nachtclub in Lancaster, The Sugar House. Dieser ist eine wesentliche Einnahmequelle für die Studentenschaft. Zudem hat sie zwei Geschäfte auf dem Campus und ein Verwaltungsgebäude. Jedes College verfügt über seine eigene Bar. Außerdem gibt es noch eine zu bestimmten Gelegenheiten geöffnete Bar in der Great Hall.

Die Kanzlerschaft[Bearbeiten]

Der Kanzler der Universität ist Sir Chris Bornington, der seit Januar 2005 im Amt ist. Er ist Nachfolger der Prinzessin Alexandra von Kent, die den Posten vierzig Jahre seit der Gründung der Universität innehatte, wodurch sie die dienstälteste Kanzlerin aller britischen Universitäten war. Es gab fünf Vizekanzler in der Geschichte der Universität:

  • 1964–1980: Sir Charles Carter
  • 1980–1985: Philip Reynolds
  • 1985–1995: Harry Hanham
  • 1995–2002: William Ritchie
  • 2002–heute: Paul Wellings

Berühmte Wissenschaftler[Bearbeiten]

  • Peter Checkland, emeritierter Professor, Entwickler der Soft Systems Methodology in der Systemtheorie.
  • Cary Cooper ist Professor für Organisatorische Psychologie und Gesundheit an der Lancaster University Management School, Pro-Vizekanzler für Außenbeziehungen
  • Michael Dillon, Professor für Politik, Autor von "Politics of Security"
  • Alan Dix ist Professor im Department Computing
  • Terry Eagleton, Professor für englische Literatur, marxistischer Literaturtheoretiker.
  • Norman Fairclough, ein Befürworter der kritischen Diskursanalyse, ist Emeritierter Professorunf vormals Professor für Sprache im Sozialleben am Department für Linguistik und Englische Sprache
  • Paul Farleym Dozentin für kreatives Schreiben, Gewinner des Whitbread Prize für Dichtung (2002) und anderer Preise
  • Gwilym Jenkins (bis 1974), Professor für Systems Engineering
  • Bob Jessop, Distinguished Professor für Soziologie, Staatstheoretiker
  • Geoffrey Leech ist Emeritierter Professor und war Professor für Linguistik und Moderne Englische Sprache. Er war Teil des Teams, das in den 1990er Jahren, mit einem Team, das sein Sitz an der Oxford University hatte, den British National Corpus, eine 100 Millionen Wörter umfassende Sammlung gesprochener und geschriebener Texte, zusammenstellte.
  • Barbara Maher ist Professorin für Physikalische Geographie und Leiterin des Geographie-Departments. Als Spezialistin im Bereich des Umweltmagnetismus und des Palaeomagnetismus erhielt sie 2006 den Royal Society Wolfson Merit Research Award.
  • George Pickett, Professor für Niedrigtemperatur-Physik, wofür die Universität weltbekannt ist. Er ist einer der Hauptentwerfer des magnetisch gekühlten Kühlschranks, der dem Physikdepartment der Universität gestattet, niedrigste Temperaturen zu erreichen. Er ist zudem Autor und Ko-Autor einiger Physik-Lehrbücher.
  • Jeffrey Richards, Professor für Kulturgeschichte und Experte für britische Popkultur
  • Norman Sherry, Professor für Englisch, 1970-1983. Expert für Graham Greene.
  • Ninian Smart, Gründungsprofessor für Religiöse Studien, 1967-1982
  • Lucy Suchman, Professorin für Soziologie, sie trug maßgeblich zu Erkenntnissen der Mensch-Computer-Interaktion bei und ist Autorin des Werkes "Plans and Situated Actions: The Problem of Human-machine Communication" (1987). 1992 erhielt sie die Benjamin Franklin Medal in Computer and Cognitive Science.
  • Stephen Taylor, Professor für Finanzen und weltweit führender Wissenschaftler für Wirtschaftsmathematik. Er ist Autor der Werke "Modelling Financial Time Series" (1986) und "Asset Price Dynamics, Volatiliy, and Prediction" (2005).
  • John Urry ist Professor für Soziologie, bekannt für seine Werke über Tourismus, Mobilität, Komplexität und breiteren sozialen und wirtschaftlichen Wandel. Zu seinen wichtigsten Werken zählen "The Tourist Gaze" (Sage, 1990, 2. Auflage 2002), "Consuming Places" (Routledge, 1995), "The End of Organized Capitalism" (1987) und "Economics of Signs and Space" (1994, zusammen mit Scott Lash). Zudem hat er wichtige Bücher über "Global Complexity" (Polity, 2003) und "Sociology beyond Societies" (Routledge, 2000) verfasst. Er ist Direktor des Zentrums für Mobilitätsforschung und Mitglied der Royal Society of Arts.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Kooperationen[Bearbeiten]

Die Universität ist Mitglied der International Partnership of Business Schools.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lancaster University – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tabelle 0a (MS Excel; 80 kB) der Higher Education Statistics Agency

54.010277777778-2.7855555555556Koordinaten: 54° 0′ 37″ N, 2° 47′ 8″ W