Landau (Bad Arolsen)
| Landau
Stadt Bad Arolsen
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| Koordinaten: | 51° 21′ N, 9° 5′ O51.34189189.0851374310Koordinaten: 51° 20′ 31″ N, 9° 5′ 6″ O |
| Höhe: | 310 m ü. NN |
| Fläche: | 8,34 km² |
| Einwohner: | 1.092 (15. Dez. 2009) |
| Eingemeindung: | 1. Jan. 1974 |
| Postleitzahl: | 34454 |
| Vorwahl: | 05696 |
Landau ist eine ehemals selbstständige Stadt und seit 1974 ein Stadtteil von Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Landau wurde, abseits des damals bestehenden Wegenetzes und ohne dass wichtige wirtschaftliche Interessen in unmittelbarer Umgebung dort zu schützen waren, im 13. Jahrhundert auf Anordnung des Waldecker Grafen Otto I. als befestigte Stadt über dem Ostufer der Watter gegründet, mit einer kleinen Burg am nördlichen Ende der Talseite und einer zweiten kleinen Burganlage, der Knappenburg, am Südende beim Oberen Tor. Die Anlage sollte, zusammen mit der Burg Rhoden, das Gebiet der Grafschaft im Norden sichern. Der Ort ist 1290 erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich unter Ottos gezielter Förderung rasch und erhielt schon im Jahre 1294 die Stadtrechte, ohne allerdings jemals die Bevölkerungszahl eines großen Dorfes zu überschreiten. Die kleine Stadt wurde mit einer, die die ehemalige Burganlage umfassende Mauer eingerechnet, insgesamt 1750 Meter langen Stadtmauer umgeben, die nur im Norden und Süden jeweils ein Doppeltor besaß, das Obere und das Untere Tor. Zwischen Stadt und Burg, die durch eine weitere Mauer getrennt waren, befand sich ein weiteres Tor. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Gesamtbild der Stadt nahezu unverändert; erst dann entstanden neue Wohngebiete außerhalb des alten Ortskerns. Landau war von 1397 bis 1495 Residenz der älteren und von 1550 bis 1597 der neueren Landauer Linie des waldeckschen Grafenhauses.
Die Stadt wurde 1974 nach Bad Arolsen eingemeindet. Landau hat rund 1120 Einwohner. Der Ort verfügt über eine eigene Grundschule, einen evangelischen Kindergarten, eine Turnhalle, einen Sportplatz und über ein Freibad im Wattertal. Die Mehrzahl der Einwohner ist evangelisch und gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Landau, die auch die Bad Arolser Ortsteile Bühle und Volkhardinghausen umfasst. Die katholischen Bewohner gehören kirchlich zur katholischen Kirchengemeinde in Bad Arolsen. Landau hatte eine eigene jüdische Gemeinde, deren Synagoge in der Heidestraße stand. Der jüdische Friedhof ist in Teilen erhalten geblieben.
[Bearbeiten] Jüdische Gemeinde
Eine jüdische Gemeinde bestand vom 16. Jahrhundert bis nach 1933. 1837 erbaute man die Synagoge auf der Heide (heute Heidestraße). Nach 1932 wurde sie verkauft und abgebrochen.
[Bearbeiten] Jüdischer Friedhof
Die damalige jüdische Gemeinde erwarb 1779 ein 11,05 ar großes Areal und legte hier einen Friedhof an. Der Flurname wird seitdem als „Jüddengrund“ bezeichnet. Heute sind noch 41 Grabsteine (Mazewot) vorhanden. Der Friedhof wurde bis in die 1930er Jahre belegt. Er befindet sich östlich des Ortes an einem steilen Hang. Man erreicht ihn über eine Wiese über den Tiefenholer Weg.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Stadtkirche: Ihre Anfänge reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück, als an der Burg eine Kapelle, von romanischem in frühgotischen Stil übergehend, auf einer Krypta errichtet wurde. Sie diente der gräflichen Familie später als Begräbniskapelle. Um die Wende zum 16. Jahrhundert wurde an die Kapelle nach Westen eine gotische Hallenkirche angebaut, und die ehemalige Kapelle wurde zum Chor der Kirche. Der Turm, gegen 1550 vollendet, ist 34 Meter hoch und wurde 2002/03 vollständig restauriert.
- Schloss Landau: Das ehemalige Grafenschloss geht auf die Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zurück, die um 1330 zum Schloss umgebaut wurde. Hier residierten von 1397 bis 1495 die ältere und von 1550 bis 1597 die neuere Landauer Linie des waldeckschen Grafenhauses. Das Schloss dient heute als Altenheim der Evangelischen Altenhilfe Hofgeismar (Diakonisches Werk Kurhessen–Waldeck)
- Altstadt: Landau verfügt über eine geschlossene und denkmalgeschützte Fachwerkaltstadt. Zwei historisierende Torbögen begrenzen die Altstadt an den beiden einzigen Straßen, die ins Tal der Watter und damit aus der Altstadt heraus führen. Auf dem Bild ist das ehemalige Schmiedegebäude am oberen Tor zu sehen. Früher stand an dieser Stelle das sogenannte kleine Knochenbrecher- bzw. Hexenhaus. Im Erdgeschoss waren zwei Gefängnisräume eingerichtet, in denen auch Verhöre und Folterungen stattfanden.
- Torbogen: Der Torbogen, ebenfalls eines der Wahrzeichen der Stadt, wurde 1563 durch den Grafen Johann von Waldeck und seine Gemahlin Anna, geb. Gräfin zu Lippe, erbaut. Das Torhaus diente in den Jahrhunderten seines Bestehens vielerlei Aufgaben. Als leicht zu verteidigender Zugang zum Schloss und zur Meierei erbaut, war es in den folgenden Jahren Kanzlei der gräflich Landauischen Linie. 1750 wurden bei Umbauarbeiten am Schloss aus Unkenntnis des Wertes auch fast alle alten Kanzleiakten verbrannt. Das Obergeschoss diente lange Zeit als Wohnung für die Kammerdiener, zwischen den beiden Weltkriegen als Jugendherberge und danach als Mietwohnung. Heute wird das Gebäude durch den „Torbogen-Verein“ genutzt und instandgehalten. Zwei schöne Wappensteine erinnern an den Bau des Gebäudes und das letzte hier regierende Grafenehepaar. Das Interesse vieler Besucher wecken auch die drei sehr unterschiedlichen Neidköppe auf beiden Seiten des Gebäudes.
- Wasserkunst: Eine restaurierte Trinkwasserförderanlage, die von 1535 bis 1981 Trinkwasser von der Watter auf den 65 Meter höher gelegenen Landauer Berg in die Stadt pumpte. Heute speist sie in den Sommermonaten den historisierenden Marktkump (Brunnen), der auf dem Marktplatz am Aufgang zum Kirchhof bzw. Schulhof liegt.
- Franzoseneiche: Die Eiche steht oberhalb von Landau an der Gemarkungsgrenze zu Braunsen, Elleringhausen und Volkhardinghausen. Sie war ein großer Baum, von dem bis Mitte der 20er Jahre noch der imposante Stumpf zu sehen war, an geschichtsträchtigem Ort. Mitte der 90er Jahre wurde in der Nähe eine neue Eiche gepflanzt. An ihr finden regelmäßig Feste statt.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Heinrich Nebelsieck (*31. August 1861 in Landau), Pfarrer und Superintendent
- Wilhelm Großcurth (1808–1875), Pfarrer in Landau und waldeckscher Landtagspräsident
- Johann Franz Christoph Steinmetz (* 21. Januar 1730 in Landau; † 14. Dezember 1791 in Arolsen ) evangelischer Theologe
[Bearbeiten] Literatur
- Götz J. Pfeiffer: Die spätmittelalterlichen Konsolbüsten in der ev. Kirche zu Landau. Selbstdarstellung der Bürger als Träger ihrer Kirche?, in: Geschichtsblätter für Waldeck, Bd. 98 (2010), S. 68-88.
[Bearbeiten] Weblinks
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