Landenge von Perekop

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Karte der Landenge von Perekop

Die Landenge von Perekop verbindet die Halbinsel Krim mit dem ukrainischen Festland.

Geografie[Bearbeiten]

Sie ist an der engsten Stelle knapp neun Kilometer breit und trennt das Schwarze vom Asowschen Meer und dem Sywasch. Südlich von Perekop gibt es Seen mit reichen Salzvorkommen, die stets von wirtschaftlicher Bedeutung für die Region waren. Über die Landenge verläuft der Nord-Krim-Kanal, der die Krim mit Süßwasser versorgt, die Fernstraße M 17 und eine Eisenbahnlinie.

Geschichte[Bearbeiten]

Durch die strategisch und ökonomisch wichtige Lage war die Landenge mehrfach Schauplatz blutiger Kämpfe um die Krim. Bereits Griechen und Tataren befestigten das Gebiet; bis zum 15. Jahrhundert gab es hier eine Genueser Kolonie.

Im Rahmen der Krimfeldzüge erreichten 1689 russische Truppen die an der Landenge gelegene Festung. Die große Zahl osmanischer und krimtatarischer Soldaten machte einen Angriff aussichtslos. Im 5. Russischen Türkenkrieg erstürmte 1737 die russische Hauptarmee unter dem Oberbefehlshaber Feldmarschall Burkhard Christoph von Münnich die an der Landenge errichteten Verteidigungslinien der Krimtataren. Seit 1783 gehörte die Landenge zu Russland.

Im Bürgerkrieg zwischen Roter und Weißer Armee nach der Oktoberrevolution fand 1920 eine entscheidende Schlacht mit dem Sieg der Roten Armee über Generalleutnant Wrangel statt, woraufhin rund 140.000 Menschen über das Schwarze Meer Richtung Istanbul flohen und die Krim eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb Russlands wurde.

Im Zweiten Weltkrieg spielte die Landenge eine wichtige Rolle bei der Einnahme der Krim durch die deutsche Wehrmacht und der mit ihr verbündeten rumänischen Armee. Die von der Roten Armee stark abgeriegelte Halbinsel wurde vom 24. September bis zum 27. Oktober 1941 von der 11. Armee unter General Manstein in einer blutigen Schlacht an der Landenge erobert. Bis auf Sewastopol (1942) wurde danach in schneller Folge Simferopol, Feodossija und Kertsch von der Wehrmacht eingenommen. Ab November 1943 begann die Rote Armee mit der Rückeroberung der Halbinsel; am 9. Mai 1944 war sie wieder vollständig in sowjetischer Hand.

1954 wurde die Landenge zusammen mit der Krim der Ukrainischen Sowjetrepublik übertragen, wodurch sie ab 1992 zur unabhängigen Ukraine gehörte. Seit 2014 verläuft hier die Grenze zwischen der Ukraine und der von Russland annektierten Krim, deren völkerrechtlicher Status noch nicht geklärt ist.

Name[Bearbeiten]

Im Krimtartarischen heißt Perekop "Or boynu", im Türkischen "Orkapı", das Graben (Or) und Tor (Qapı) bedeuten soll. Perekop bedeutet in slawischen Sprachen "Aushub".

Literatur und Film[Bearbeiten]

Ein 1930 gedrehter Film des ukrainisch-sowjetischen Filmemachers Iwan Kawaleridse und ein 1952 geschriebener Bürgerkriegs-Roman des ukrainischen Schriftstellers und Philosophen Oles Hontschar tragen jeweils den Titel Perekop.

46.14944444444433.6722222222220Koordinaten: 46° 8′ 58″ N, 33° 40′ 20″ O