Landerzhofen

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49.06083333333311.390277777778525Koordinaten: 49° 3′ 39″ N, 11° 23′ 25″ O

Landerzhofen
Gemeinde Greding
Höhe: 525 m
Fläche: 613 hadep1
Einwohner: 176
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91171
Vorwahl: 08463

Landerzhofen ist ein Ortsteil der Gemeinde Greding im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf der Hochfläche der südlichen Frankenalb im Naturpark Altmühltal nordöstlich des Gemeindesitzes Greding an der von Greding nach Berching führenden Staatsstraße 2336.

Geschichte[Bearbeiten]

Im frühen Mittelalter scheint das Dorf wenigstens in Teilen zum fränkischen Reichsgut Greding gehört zu haben. „Landoltshoven“ (= die Höfe des Lantold) wird 1289 erstmals urkundlich erwähnt, und zwar in einem Rechtsstreit des Bischofs von Eichstätt mit dem Kloster Seligenporten um dessen Dorfbesitz. Im Vertrag über die Hirschberger Erbschaft zwischen Eichstätt und Bayern von 1305 wird der Ort zwar nicht genannt, aber von Eichstätt beansprucht; dies zeigt der Eichstätter Schiedsspruch von 1306, der das Dorfgericht der Reichslandvogtei Nürnberg zuwies. Dieses Recht setzte sich aber nicht durch und fiel wahrscheinlich 1311 mit Greding dem Hochstift zu. Fortan unterstand das Dorf der hochgerichtlichen Vogtei des Oberamtes Hirschberg-Beilngries. 1490 versuchte der Neumarkter Pfalzgraf Otto II., die Rechtsverhältnisse noch einmal zu ändern, jedoch ohne Erfolg.

Grundherren im Dorf waren außer dem Bischof die Herren von (Hilpolt-)Stain, noch 1741 die Wolfsteiner zu Sulzbürg, seit 1289 mit einem halben Hof aus dem Besitz der Herren von Stauf und seit 1403 zusätzlich mit einer Wiese im Brunntal das Kloster Seligenporten, das Heiligkreuzkloster der Dominikanerinnen in Regensburg, die 1440 gestiftete Frühmesse im Dorf (ab 1600 der Kaplanei Greding zugeschlagen), 1644 mit einem Feldbesitz die Hofmark Erasbach und mehrere Eigenbesitz-Bauern. Die Bischöfe gaben ihren Besitz zu Lehen an die Emmendorfer und in deren Nachfolge an die Absberger zu Rumburg und an die Schenken von Geyern zu Stossenberg. Der bischöfliche Besitz mehrte sich, indem Bischof Friedrich IV. (von Öttingen) 1398 von Schweiker (Schweiger) dem Jüngeren von Gundelfingen zwölf Hofstätten und Hofreiten aus dem ehemaligen Besitz der Toerringer bzw. des Hilpolts II. von Stein erwarb; schon 1383 hatte sich Berta von Stein mit dem Eichstätter Domkapitel über den Zehent in Landerzhofen, Attenhofen und Herrnsberg verglichen. Das Hirschberger Salbuch von 1447 verzeichnet 16 vogtbare Landerzhofer Anwesen. Der Besitz der Regensburger Dominikanerinnen kam 1585 mit der Erbschaft der Hirnheimer, die 1560 die beiden Anwesen gekauft hatten, an den Bischof. Sie unterstanden nunmehr ebenfalls der Hirschberger Pflege, zinsten aber weiterhin dem Kastenamt Jettenhofen. Die bischöflichen Adelslehen waren bis 1644 an das Hochstift zurückgefallen. Dem Dreißigjährigen Krieg fielen einige der Anwesen zum Opfer. Ende des 18. Jahrhunderts hatte das bischöfliche Pflegamt Hirschberg 18 Haushalte in Landerzhofen unter sich.

Bis zur Säkularisation 1802 unterstand Landerzhofen zusammen mit dem Nachbarort Attenhofen und fünf weiteren Orten der Ehehaft Hirschberg, deren Abhaltung mit Landerzhofen, Haunstetten und Badanhausen alternierte, und bezüglich der Dorf- und Gemeindeherrschaft zusammen mit Attenhofen als eine Gemeinde dem Kastenamt Beilngries des Oberamtes Beilngries-Hirschberg. Bei der Säkularisation kam das untere Hochstift, zu dem das Oberamt Beilngries-Hirschberg und damit auch die Gemeinde Landerzhofen/Attenhofen gehörte, 1802 an Großherzog Erzherzog Ferdinand III. von Toskana und 1806 an das Königreich Bayern und dort in das Landgericht Beilngries. 1809 wurde aus Landerzhofen, Attenhofen und dem ehemals Plankstetter Birkhof der Steuerdistrikt Landerzhofen gebildet (ab 1811 Ruralgemeinde). 1857 wurde diese Gemeinde dem mittelfränkischen Landgericht Greding einverleibt. Dabei blieb es bis zur bayerischen Gebietsreform, als sich Landerzhofen am 1. Januar 1972 der Gemeinde Greding anschloss.[1]

Katholische Filialkirche St. Thomas[Bearbeiten]

Spätestens seit der Romanik (12./13. Jahrhundert) gibt es hier eine Ortskirche St. Thomas als Filiale der Urpfarrei St. Martin in Greding. 1308 fand eine Kirchweihe statt. Die in der Region übliche Chorturmkirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts nach Westen verlängert und dabei eine neue Sakristei angebaut. Ein ungewöhnliches Aussehen („malerische Baugruppe“, Mader, Hirschberg, S. 207) hat die Kirche dadurch erhalten, dass an der Südseite des Langhauses zwischen einem spätgotischen zweigeschossigen Friedhofsturm mit Treppengiebeln und Satteldach ein Treppenhaus zur Empore angebaut wurde, so dass sich eine nach Süden verbreitere (außer einem Hochkreuz schmucklose) Westfassade ergibt. Die Friedhofsmauer der Wehrkirche ist nicht mehr in ihrer ursprünglichen Höhe erhalten und hat im Westen der barocken Erweiterung der Kirche Platz machen müssen. Im Chorturm (mit Spitzhelm) steht unter dem barocken Kreuzgewölbe ein zweisäuliger Hochaltar vom Beginn des 18. Jahrhunderts, dessen Altarblatt 1790 von Sebastian Prem in Greding gemalt wurde. Die zweisäuligen Seitenaltäre sind klassizistisch mit Rokoko-Nachklängen und zeigen jüngere Bilder. Die barocke Kanzel vom Ende des 17. Jahrhunderts weist alte Evangelistenbilder auf. Von der Ausstattung ist insbesondere eine Holzfigurengruppe des Hochaltares „Begegnung Christi mit Thomas“ von 1330-50 zu erwähnen, eine „sehr seltene, ikonographisch interessante Darstellung mit Sitzfiguren“ (Mader, Kunstdenkmäler, S. 218; eine Nachbildung des Eichstätter Bildhauers Wieland Graf befindet sich in der Pfarrkirche von Möning). Weiterhin birgt die Kirche eine Madonna, eine hl. Margareta und einen hl. Sebastian (alle spätgotisch um 1510-20), ein Kruzifix mit der Schmerzensmutter (um 1720) und einen St. Wendelin (klassizistisch, frühes 19. Jahrhundert). Vom Geläute sind zwei jeweils mit einem Fries geschmückte Glocken beachtenswert: eine von 1706 von Wolfgang Wilhelm Schelchshorn, eine von 1701 von Joseph Stapf in Eichstätt gegossen. Die Ölberggruppe in einer Kapelle an der südlichen Außenwand des Langhauses zeigt holzgeschnitzte Figuren aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. – Bis 1495 besaßen die Wolfsteiner das Präsentationsrecht auf die Frühmesse, dann tauschte es der Eichstätter Bischof Wilhelm gegen Rechte in Ebenried ein. Heute werden die Katholiken von Greding aus seelsorgerlich betreut.

Einwohnerentwicklung von Landerzhofen[Bearbeiten]

  • 1910: 247 Einwohner[2]
  • 1933: 261 Einwohner
  • 1939: 243 Einwohner[3]
  • 1987: 88 Einwohner (nur Landerzhofen)[4]

Vereine[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Landerzhofen/Attenhofen
  • FSV Landerzhofen/Attenhofen
  • Katholische Landjugend-Bewegung Landerzhofen/Attenhofen

Verkehr[Bearbeiten]

Die Staatsstraße 2336 führt nach Greding bzw. nach Litterzhofen. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Attenhofen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken. III Bezirksamt Hilpoltstein. München: R. Oldenbourg Verlag 1929 (Nachdruck 1983), S. 216-220
  • Felix Mader: Geschichte des Schlosses und Oberamtes Hirschberg. Eichstätt: Brönner & Daentler 1940, S. 205-207
  • Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 16: Neumarkt, Franken Reihe I Heft 6: Eichstätt, sowie Franken Reihe I Heft 14: Hilpoltstein. In: Digitalsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 482
  2. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/hilpoltstein.htm
  3. http://www.verwaltungsgeschichte.de/bay_hilpoltstein.html
  4. http://gov.genealogy.net/ShowObjectSimple.do?id=LANFEN_W8541