Landesarchiv Schleswig-Holstein

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Hofansicht des Prinzenpalais

Das Landesarchiv Schleswig-Holstein ist das Staatsarchiv des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Sitz ist Schleswig. Es befindet sich heute im Gebäude des historischen Prinzenpalais.

Gebäude[Bearbeiten]

Das Gebäude des Landesarchivs wurde um 1700 für die Geheimrätin von Buchwaldt errichtet. Vorher stand an dieser Stelle das fürstliche Amtshaus. Frau von Buchwaldt verkaufte das Grundstück an den gottorfischen Hofmarschall Georg Heinrich von Görtz, der dem Haus seine noch heute vorhandene Struktur gab, in dem er dem Mittelbau die beiden Seitenflügel anfügte. Es handelt sich um ein dreiflügliges barockes Herrenhaus mit einer klassizistischen Fassade aus späterer Zeit, das heute in Schleswig nach einem der früheren Eigentümer, dem Prinzen Friedrich Emil August aus der Augustenburger Linie des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg, als Prinzenpalais bezeichnet wird.

Archivalien[Bearbeiten]

Das Archivgut umfasst Archivalien aus der vorpreußischen Zeit (bis 1867) betreffend Gesamt-Schleswig-Holstein, sowie der drei Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg, sowie des Fürstentums Lübeck sowie der Landkreise soweit das Archivgut nicht in das Reichsarchiv nach Kopenhagen gelangte. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die Urkunden und Akten der schleswig-holsteinischen Güter und Klöster. Das Archivgut der Hansestadt Lübeck befindet hingegen im Archiv der Hansestadt Lübeck als deren ehemaligem Staatsarchiv.

Aus der Zeit ab 1867 bis zum Nationalsozialismus verwaltet das Landesarchiv Archivgut des Landesteils Lübeck (bis 1937), sowie der preußischen Verwaltung der Provinz Schleswig-Holstein (bis 1946).

Archivarische Bestände der schleswig-holsteinischen Justizbehörden bestehen aus der Zeit nach 1867. Ebenfalls sind Archivalien von den schleswig-holsteinischen Betriebsstellen der Reichs- und Bundesverwaltung (u. a. das Post-, Bahn- und Wetterwesen) ab 1871 verwaltet.

Aus der Zeit des Nationsozialismus und der Besatzungszeit (1933–1949) besteht eine Abteilung zur Entnazifizierung. Vier weitere Abteilungen (u. a. über die Gauleitung Schleswig-Holstein der NSDAP oder dem Sub Area Intelligence Office der britischen Militärregierung) befinden sich im Aufbau (Stand: 2012).

Aus der Nachkriegszeit beherbergt das Landesarchiv die Akten und Urkunden der Landesverwaltung des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Archivalien der kommunalen Gebietskörperschaften befinden sich in den diversen Kreis- und Stadtarchiven.

Sonderarchive des Landesarchivs gibt es zu verschiedenen nicht-staatlichen Sammelgebieten. Hierzu zählen u. a. Sammlungen der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte oder des Schleswig-Holsteiner-Bundes. Daneben ist das Landesarchiv zugleich auch Film- und Kartenarchiv Schleswig-Holsteins.

Weitere Einzelbestände entstammen verschiedenen Nachlässen, unter anderem auch von Privatpersonen.

Bibliothek[Bearbeiten]

Das Archiv verfügt über eine landeskundliche wissenschaftliche Bibliothek mit über 110.000 Bänden, die im Lesesaal zugänglich sind. Dazu gehören die Bestände der ehemaligen Bibliothek der 1307 gegründeten Domschule Schleswig, die die älteste Gelehrtenschule des Bundeslandes ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning von Rumohr: Schlösser und Herrensitze in Schleswig-Holstein und Hamburg. Frankfurt am Main 1963. S. 31 ff. mit Hinweis auch auf das für von Görtz errichtete Görtz-Palais am Neuen Wall in Hamburg.

Weblinks[Bearbeiten]

54.5054539.539426Koordinaten: 54° 30′ 19,6″ N, 9° 32′ 21,9″ O