Landesausbau

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Landesausbau, auch Binnenkolonisation (- oder innere Kolonisation (-Kolonisierung)), nennt man den Prozess der Erschließung und Besiedelung bis dahin siedlungsleerer oder siedlungsarmer Räume innerhalb bereits besiedelter Gebiete oder Länder. Es handelt sich dabei um europaweite Prozesse, durch die seit dem Mittelalter mittels Rodung und Urbarmachung die landwirtschaftlichen Nutzflächen erweitert und Siedlungsraum für die Anlage neuer Städte und Dörfer geschaffen wurde. Dieser Landesausbau führte zu einer großräumigen Veränderung der Natur- und Kulturlandschaft.

Diese Form der inneren Kolonisation wird in Politik- und Geschichtswissenschaft in der Regel nicht mit dem neuzeitlichen Begriff des Kolonialismus verbunden. Mitunter geht ein solcher Landesausbau jedoch mit einer äußeren Siedlungsbewegung oder Kolonisation einher, wie es etwa während der Zeit der deutschen Ostsiedlung im Hochmittelalter der Fall war.

Auch in der frühen Neuzeit kam es in Deutschland zu einem Landesausbau, etwa unter Friedrich dem Großen in Preußen. In dieser Zeit sprach man in diesem Zusammenhang auch oft von Peuplierung.

Moorkolonisation bezeichnet die Urbarmachung und Ansiedlung von Menschen in Moorgebieten. Auch die Landgewinnung dient vielfach der Schaffung von Siedlungsflächen.

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