Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg

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Landesfeuerwehrschule
Baden-Württemberg
Luftbild der Übungsanlage
Schulform Feuerwehrschule
Gründung 1952
Ort Bruchsal
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 6′ 42,7″ N, 8° 34′ 53,6″ O49.111868.58156Koordinaten: 49° 6′ 42,7″ N, 8° 34′ 53,6″ O
Träger Baden-Württemberg
Schüler jährlich etwa 7000
Lehrkräfte 41
Leitung Thomas Egelhaaf
Website http://www.lfs-bw.de

Die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg in Bruchsal ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg auf der Grundlage des Feuerwehrgesetzes Baden-Württemberg zur Aus- und Fortbildung der Angehörigen der Feuerwehren aus Baden-Württemberg.[1]

Standort[Bearbeiten]

Die Landesfeuerwehrschule verfügt über zwei Standorte in Bruchsal. Der eine dient weitgehend der theoretischen Unterrichtserteilung, der Verwaltung und der Unterbringung der Lehrgangsteilnehmer und wird von einem 35 m hohen Schlauchturm überragt. Etwa 5 km entfernt (im Bruchsaler Gewerbegebiet "Im Wendelrot" ) ist die Übungsanlage mit einer Übungshalle sowie dem Feuerwehr-Übungshaus und der Gefahrstoff-Übungsanlage. Dort sollen ab 2011 auch Räumlichkeiten für den Bereich entstehen, der aktuell noch am ursprüngliche Standort (Steinackerstraße) zu Hause sind.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung des Landes Baden-Württemberg hatte auch für die damals bestehenden Feuerwehrschulen Konsequenzen: Die Feuerwehrschule Baden (in Schwetzingen), die bereits 1947 nach Bruchsal verlegt wurde, sollte künftig zentral alle Aufgaben der Feuerwehrausbildung übernehmen. Deshalb gingen die Feuerwehrschulen Südwürttemberg-Hohenzollern (Tübingen) und Südbaden (Freiburg) in ihr auf. Den neuen Status als "Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg" erhielt die Schule schon 1952. Die Verlegung an ihren heutigen Standort erfolgte am 7. Juli 1961 mit der Inbetriebnahme der neuen Gebäude.[3] Etwa gleichzeitig zum 1. April 1961 erfolgte die Aufhebung der Landesfeuerwehrschule Freiburg; ihre Aufgaben gingen auf die neu errichtete Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg in Bruchsal über.[4]

Lehrgänge[Bearbeiten]

Die Schule veranstaltet rund 50, zumeist mehrtägige, Lehrgänge, an denen jährlich 7.000 Feuerwehr- oder Katastrophenschutzangehörige teilnehmen. Die Schule hat 96 Mitarbeiter, davon 41 Ausbilder. Die Schulkapazität ist für 200 Lehrgangsteilnehmer ausgelegt. Es gibt 16 Lehrsäle mit 20 bis 150 Plätzen.[5]

Zu den Lehrgängen gehören:

  • Aus- und Fortbildung von Führungskräften und Ausbildern
  • Durchführung technischer Spezialausbildungen für das Personal der Freiwilligen Feuerwehren sowie der Berufs- und Werkfeuerwehren
  • Aus- und Fortbildung von Leitstellenbedienpersonal für Feuerwehr und Rettungsdienst
  • Ausbildung und Schulung von Führungsgruppen und -stäben
  • Ausbildung von Betreuern für die Jugendfeuerwehr
  • Vermittlung von Fachwissen im vorbeugenden Brandschutz und in der Brandschutzerziehung und -aufklärung

Anlagen[Bearbeiten]

Das Feuerwehr-Übungshaus ist eine Einrichtung in der Übungsanlage, die eine praktische „Ausbildung am Feuer“ ermöglicht. Die gasbetriebene Technik und Rauch aus nichttoxischen, unbedenklichen Spezialfluiden schaffen in den unterschiedlich ausgestatteten Räumen des Brandhauses realistische Szenarien für die Brandbekämpfung. Die rechnergesteuerte und monitorüberwachte Übungsanlage lässt die dynamische Veränderung der Übungssituation zu. So kann aus einem Friteusenbrand ein Küchenbrand entstehen. Auch eine Rauchgasdurchzündung kann dargestellt werden.

Übungen zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen werden ebenfalls durchgeführt. Hierzu steht eine Fläche zur Verfügung, die als zweispurige Straße mit Straßenbahnschienen und -haltestelle sowie mit Oberleitung ausgestattet ist. Auf einer weiteren Übungsfläche können das Abstützen und Sichern bei Hochbauunfällen geübt werden. Die Fläche ist insgesamt als typische Baustelle ausgestaltet. Weitere Übungsmöglichkeiten sind eine Gefahrstoff-Übungsanlage, für die Tauchausbildung ein Übungsteich, der Nachbau eines Lagergebäudes und eine Siloanlage.

Prüfstelle für drahtlose Fernmeldegeräte[Bearbeiten]

Die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg ist aufgrund eines Staatsvertrages Prüfstelle für drahtlose Fernmeldegeräte für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg (Bruchsal), 2002
  • Wolfgang Jendsch: "Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg – Am Puls der Zeit". In: Feuerwehr-Magazin Nr. 6/Juni 1999, Kortlepel Verlag Bremen, S. 76

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg, § 5,1, Fassung vom 2. März 2010, http://www.landesrecht-bw.de
  2. Ministerrat stimmt Neubau der Landesfeuerwehrschule zu, Pressemitteilung der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg, 14. Juli 2009
  3. www.aalen-ebnat.de.
  4. Kabinettsprotokolle von Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern, 1945-1952, W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2004, S. LXVII.
  5. Schule mit Vollpension, http://www.lfs-bw.de, abgerufen am 3. Juli 2010