Landgrafschaft Klettgau
Die Landgrafschaft Klettgau bezeichnet einen spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Herrschaftsbereich mit sich ändernder territorialen Ausdehnung am Hochrhein zwischen Schaffhausen und Waldshut. Der Klettgau lässt sich nach bisher bekannter Quellenlage ab 1315 als Landgrafschaft datieren. Die Landgrafschaft endete infolge der Mediatisierung, als das Gebiet 1806 an das Großherzogtum Baden fiel. Die Landgrafschaft Stühlingen war von 1112 bis 1250 Bestandteil der Grafschaft Klettgau.
Namensbildung [Bearbeiten]
Der Klettgau (auch Kleggau, Clecgouva, Chlegowe, Clegove, Clechgouwe, Cleggovia), hat seinen Namen von Cleg (Schiffchen, Weidling) und Geu (Landstrich) – womit wohl auf die Lage am Rhein abgestellt wird.[1] Erstmals schriftlich genannt wird der Name Actum in pago Chlegouve im 2. Jahr der Regierung Ludwigs, zur Zeit des Papstes Sergius II. 844, anlässlich eines Gütertauschs zwischen einem Rinloz und dem Kloster Rheinau[2]
Frühe Besiedelung [Bearbeiten]
Nach Aegidius Tschudi von den „Latobriga“ (Latobriger), einem Stamm der Kelten, besiedelt. Später Siedlungsgebiet der Alamannen, war das Land am Hochrhein zwischen Schaffhausen und Waldshut zunächst römisch besetzt. 537 übergab Witigis als Gegengabe für Hilfsleistungen gegen die Byzantiner Provinzteile des Alpenvorlandes an Theudebert. 585 wurde das Bistum Konstanz von Vindonissa losgelöst. Die fränkisch-karolingische Neueinteilung des Reiches in Gaugrafschaften führte im 8. Jahrhundert zur Namensgebung des sich zwischen Rhein, Wutach und Randen erstreckenden Gebietes. Im Norden spielten die Reichsherrschaft Bonndorf unter dem Kloster St. Blasien und im Westen das Damenstift Säckingen eine wichtige Rolle. Das Gebiet war von 911 bis 1268 Bestandteil des Herzogtums Schwaben.
Geschichte [Bearbeiten]
In der in karolingischer Zeit existierenden Grafschaft Klettgau waren um 1200 unter anderen die Herren von Krenkingen, die Grafen von Küssaberg, das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen sowie das Hochstift Konstanz begütert. Der ursprüngliche Sitz war Altenburg bei Jestetten.[3] Später wurde die Stadt Tiengen Sitz der Grafen. Teilweise unter der Herrschaft der Grafen von Lupfen, von Stühlingen, wurde später weiterer Grundeigentümer im Klettgau das Kloster Rheinau. Der Klettgau war von 911 bis 1268 Bestandteil des Herzogtums Schwaben und kam als Erbe an Herzog Ernst von Schwaben. Als Freund des Graf Werner von Kyburg, und nach der Zerstörung der Kyburg im Jahr 1027 durch Konrad II., folgte der langsame Zerfall durch das mächtigere Staufer Reich. Das seit 1651 zum heutigen Kanton Zürich gehörende Gebiet, das Rafzerfeld sowie die ehemalige Herrschaft Regensberg kam im Zusammenhang mit dem Kyburger Erbe von den Regensbergern und wurde Bestandteil des Zürichgau. Das Herzogtum Schwaben fiel 1541 an Österreich, und 1805 an Württemberg.
Unter den Krenkingern [Bearbeiten]
Mit ihrer Stammburg Burg Altkrenkingen und Burg Krenkingen im Steinatal, der Stadt Tiengen und der Weißenburg waren die Freiherren von Krenkingen zeitweise die mächtigsten Herrscher des Klettgau. 1389 werden genannt Johans von Krenkingen fry her und her zu Tuengen, hoffrichter des Romischen richs und Diethelm von Krenkingen fry, Kilcher (Kirchherr) zu Tuengen und ze Schwerzen, gebruder[4]
Unter den Grafen von Habsburg-Laufenburg (1282–1408) [Bearbeiten]
Mit ihrem Sitz[5] in Altenburg und der Erbauung der Habsburg durch Rathbod[6] sind sie die Begründer einer Dynastie, die bis heute weiterlebt. Von 1282 bis 1408 war der Klettgau in der Hand der Grafen von Habsburg-Laufenburg; 1325 wurden sie Landgrafen. Graf Rudolf der Schweigsame begründet 1282 die Linie der Laufenburger Grafen. Die Laufenburger Linie war durch vielfache politische und wirtschaftliche Kräfte bedrängt, interne Streitigkeiten wurden zwar immer wieder entschärft, doch Fortuna war nicht immer zur Stelle, als das sich ein günstiges Fortdauern und Bestehen der Linie ergeben hätte. Landgraf Johann IV., der letzte der Laufenburger Linie, starb 1408 auf der Burg Balm ohne männliche Nachkommen. Verzweifelt liess bestimmt auch er - wie viele andere vor und nach ihm - noch Stammbäume anlegen und Genealogien durchforschen um den Fortbestand zu sichern, doch vergebens, dennoch brachte seine Familie herausragende Persönlichkeiten hervor, etwa den draufgängerischen Gottfried I. (Habsburg-Laufenburg), oder der Sohn Rudolf des Schweigsamen, der Bischof von Konstanz, Rudolf von Habsburg-Laufenburg. Auch Rudolf III. (Habsburg-Laufenburg) sorgte für ansehnlichen Gebietszuwachs durch seine Heirat mit Elisabeth von Rapperswil. Der Größte Teil der Verluste war letztlich durch den unbändigen Freiheitsdrang der Eidgenossen bedingt.
Unter den Grafen von Sulz (1408–1687) [Bearbeiten]
Durch den 1408 geschlossenen Vertrag seines Vaters Hermann von Sulz mit der Witwe des Johann von Habsburg, Reza von Habsburg-Laufenburg, erfolgte 1410 die Heirat der Tochter Ursula von Habsburg-Laufenburg mit dem Graf Rudolf III. von Sulz;[7] so kam die Landgrafschaft Klettgau zusammen mit den Herrschaften Krenkingen und Rottemberg[8] an die Grafen von Sulz, die seit dem 10. Jahrhundert in Sulz am Neckar nachgewiesen sind.
Das Haus Sulz versuchte – auch im Konflikt mit den Habsburgern – die Schirmvogtei über das im Klettgau begüterte Kloster Rheinau zu erlangen, wobei es auch zu Konflikten mit der Stadt Schaffhausen kam. Als Basis für ihre öfters auch gewaltsamen Aktionen gegen das Kloster benutzten die Sulzer die Burg Balm, die 1449 von Truppen der Stadt Schaffhausen zerstört wurde.
Während des Waldshuterkrieges wurde 1468 auch die Landgrafschaft Klettgau durch die eidgenössischen Truppen geplündert. 1482 konnten die Sulzer die Stadt Tiengen erwerben, die zur Residenz wurde. Im Austausch mussten sie gegenüber dem Hochstift Konstanz auf alle Rechtsansprüche bzgl. Hallau und Neunkirch verzichten. 1478 schlossen die Grafen von Sulz mit der Stadt Zürich – für sich und die Landgrafschaft – ein auf zehn Jahre befristetes Burgrecht ab, das 1488 auf "ewig" verlängert wurde. Nachdem sie 1488 das Schloss Jestetten[9] erwerben konnten, wurde auch dieses zeitweise zur Residenz. Die Sulzer residierten zudem auch noch auf der Küssaburg, die sie 1492 als Pfand und 1497 als Lehen übernehmen konnten. Im Austausch wurde Bohlingen an das Hochstift Konstanz abgetreten. Die Landgrafschaft wurde 1499 im Schwabenkrieg zum Kriegsschauplatz und wurde von eidgenössischen, wie von habsburgischen Truppen verwüstet – auch das Residenzstädtchen Tiengen wurde zerstört.
Der Bauernkrieg [Bearbeiten]
1525 schlossen sich auch die Klettgauer den aufständischen Bauern an. Von Zürich aus wurde das zwinglianisch-reformierte Bekenntnis durch Prädikanten in den Klettgau getragen, und Thomas Müntzer hielt sich im nahen Waldshut auf.[10] Unter Führung von Nikolaus Wagner formulierten die Klettgauer ihre Beschwerden in 44 Artikeln, die sie am 25. Januar 1525 an den Rat der Stadt Zürich richteten[11]. Der Aufstand dauerte bis zum 4. November 1525. An diesem Tag wurde er von Truppen des Grafen Rudolf V. von Sulz unter Christoph Fuchs von Fuchsberg bei Grießen blutig niedergeschlagen.
Die Steuerrebellion [Bearbeiten]
Als 70 Jahre später Landgraf Rudolf (der Schuldenmacher) versuchte, den Untertanen seine Schulden anzulasten, wehrten sich 16 Gemeinden und traten in einen Steuerstreik. 1597 eskalierte die Auseinandersetzung zwischen Untertanen und Landgraf. Die Untertanen sandten eine Delegation in die eidgenössische Stadt Zürich, mit der die Grafen von Sulz 1478 ein Burgrecht geschlossen hatten. Im Hinblick auf eine befürchtete Intervention von Zürich setzte der Kaiser Rudolf II. eine Kommission und schliesslich auch Verwalter (Rudolf von Helfenstein und Friedrich von Fürstenberg) für die Landgrafschaft ein. 1601 ermahnte der Kaiser die Stadt Zürich, sich nicht weiter einzumischen. Aufgrund des völlig zerrütteten Verhältnisses zwischen Rudolf und seinen Untertanen und seiner nach wie vor prekären finanziellen Situation übergab er 1602 seinem Bruder Karl Ludwig das Amt des Landgrafen im Klettgau. Die Untertanen verweigerten dem neuen Landgrafen jedoch bis Frühjahr 1603 den Huldigungseid.
Noch in seinem ersten Amtsjahr ließ Karl Ludwig eine umfassende Polizei- und Landesordnung[12] ausarbeiten, wobei er auch Vertreter der Untertanen beizog. Die sulzischen Beamten versuchten jedoch deren Einfluss einzudämmen, was zu weiteren Protesten bei den kaiserlichen Kommissaren und zu einer Überarbeitung der Polizei- und Landesordnung im Jahre 1605 führte.[13] Erst 1610 beendeten die Untertanen ihre Steuerrebellion.
Der dreißigjährige Krieg [Bearbeiten]
1633 wurde auch der Klettgau vom dreissigjährigen Krieg erfasst. Französisch-schwedische Truppen unter Oberst Villefranche drangen in die Landgrafschaft ein, da Landgraf Karl Ludwig Ernst von Sulz ein bekannter Parteigänger des Kaisers war. 700 Bauern, die durch sulzische Beamte geführt wurden, griffen diese Truppen am 8. Mai 1633 bei Lottstetten an und wurden vollständig geschlagen. Nebst 200 Toten waren viele Gefangene und erheblicher Sachschaden zu beklagen – das Dorf Lottstetten wurde verbrannt und das Gebiet bis 20. Juni 1633 und im nächsten Jahr nochmals geplündert. 1635 forderte die Pest erhebliche Opfer, so dass die Landgrafschaft weitgehend verwaist war.[14] Die Landesfestung Küssaburg wurde am 8. März 1634 durch die kaiserliche Besatzung zerstört, damit sie nicht in die Hände der Schweden fiel.
Der Verkauf [Bearbeiten]
Am 17. Juli 1651 verkaufte Graf Johann Ludwig von Sulz das Rafzerfeld[15] mit allen Hoheitsrechten an die Stadt Zürich und 1656 den nördlichen Teil der Landgrafschaft an die seit 1501 zur Eidgenossenschaft gehörende Stadt Schaffhausen. Von nun an sprach man auch vom schweizerischen Klettgau im Gegensatz zum reichischen Klettgau, dem beim Deutschen Reich verbliebenen Teil der Landgrafschaft. Quer durch den Klettgau verlief nun nicht nur die Reichsgrenze, sondern auch eine Religionsgrenze, da sich die eidgenössischen Stände Schaffhausen und Zürich für die reformierte Konfession entschieden hatten.
Unter den Fürsten von Schwarzenberg (1687–1806) [Bearbeiten]
Nach dem Aussterben der Grafen von Sulz im Mannesstamme kam 1687[16] die Landgrafschaft Klettgau über die Heirat von Maria Anna von Sulz mit Ferdinand von Schwarzenberg an das Haus Schwarzenberg und wurde zur gefürsteten Landgrafschaft erhoben; das Münzrecht der Grafen von Sulz ging auf die Schwarzenberger über. Die Herren von Schwarzenberg führten seither auch die Grafentitel von Sulz und den Titel Landgrafen von Klettgau. Die gefürstete Landgrafschaft wurde seither auch als Herrschaft Schwarzenberg bezeichnet.
In der Folge der Mediatisierung fiel das Gebiet (die Landeshoheit) 1806 an das Großherzogtum Baden.
Liste der Herrscher und Grafen des Klettgau und deren Rechtsnachfolger [Bearbeiten]
- Adilbert (um 844)
- Uodalricus (um 876)
- Gozpertus (um 878)
- Bertold, Bruder des Erchanger
- Guntram der Reiche, Graf im Breisgau
- Lanzelin
- Ratbod, sein Bruder war Rudolf von Altenburg (manche Historiker bezweifeln dies, er kann auch der Onkel oder Schwager gewesen sein), der Gründer des Klosters Ottmarsheim[17]
- Uoaldricus (um 1045)
- Liutoldus (um 1064)
- Gerungus (um 1067)
- um 1067 bis 1200 sind keine Grafen bekannt, der Klettgau ist als Herzogtum Schwaben Teil des Heiligen Römischen Reichs, Herrscher sind damit die Herzöge, respektive die Könige oder Kaiser:
- Rudolf, 1057–1079
- Friedrich I., 1079–1105
- Berthold I., 1079–1090
- Berthold II., 1092–1111
- Berthold III., 1113–1122
- Konrad, 1122–1152
- Berthold IV., 1152–1186
- Berthold V., 1186–1218
- Friedrich II., 1105–1147
- Friedrich I. (HRR), genannt Barbarossa 1147–1152
- Friedrich IV. (Schwaben), 1152–1167
- Friedrich V. (Schwaben), 1167–1191
- Konrad II. (Schwaben), 1191–1196
- Philipp von Schwaben, 1196–1208
- Friedrich II. (HRR), Urenkel von Barbarossa, 1106 bis 1250 → siehe Urkunde bei Burg Weißenburg (Klettgau)
- um 1200 beginnt die große Zeit der Freiherren von Krenkingen, erstmals genannt 1202, sie gelten als Gründer der Stadt Tiengen, sie erbauten den alten Turm, das heutige Schloss Tiengen, und die Freiherren von Küssenberg, die Erbauer der Küssaburg, sie nützten die Kaiserlose Zeit geschickt aus um den Klettgau zu beherrschen, zerrieben sich aber am Ende in Kleinlichkeiten
- danach waren die Habsburger Reichsvögte des Klettgau, König Rudolf I. und seine Vorgänger gelten als Gründer, respektive als Erbauer der Stadt Waldshut, er zerstörte 1288 auch die Weißenburg, und beendete das Interregnum (HRR) und mit
- Rudolf dem Schweigsamen, († 6. Juli 1249), beginnt die Linie derer von Habsburg-Laufenburg, nach ihm kam die Grafschaft Klettgau an seine Söhne (kurzzeitig auch an Vormünder aus dem Stammhaus Habsburg-Österreich)
- Gottfried I. (Habsburg-Laufenburg), 1239 bis 1271
- Rudolf III. (Habsburg-Laufenburg) nach 1270 bis 1314
- Johann I. (Habsburg-Laufenburg) 1314 bis 1337
- Johann II. (Habsburg-Laufenburg),(† 17. Dezember 1380), regierte gemeinsam mit seinem Bruder
- Rudolf IV. (Habsburg-Laufenburg), 1337–1383
- Johann IV. (Habsburg-Laufenburg), 1383 bis 1408
Grafen von Sulz (1408–1687)[18] [Bearbeiten]
- Rudolf III. von Sulz 1405–1431, Landgraf im Klettgau ab 1408
- Johann II. 1431–1483
- Alwig X. 1431–1493
- Rudolf IV. 1431–1487
- Rudolf V. 1493–1535 (* 1478 in Tiengen; † 1535 in Vaduz), seit 1507 in Vaduz und Blumeneck, 1520 königlicher Statthalter von Württemberg, 1523/35 Statthalter in Vorderösterreich, siehe auch Liste der Landvögte im Elsass
- Johann Ludwig I. von Sulz 1536–1566
- Alwig XI. von Sulz – Landgraf 1565–1572; ab 1567 bis 1572 Landvogt in Vorderösterreich
- Rudolf IV. von Sulz – Landgraf 1583–1602
- Karl Ludwig I. – Landgraf 1602–1617[19]
- Alwig – Landgraf 1617–1628
- Karl Ludwig Ernst von Sulz – Landgraf 1628–1648 [20]
- Johann Ludwig II. von Sulz - Landgraf 1648–1687
Fürsten von Schwarzenberg (1687–1806) [Bearbeiten]
- Ferdinand Wilhelm Eusebius Fürst von Schwarzenberg (* 23. Mai 1652 in Brüssel; † 22. Oktober 1703)
- Adam Franz Fürst von Schwarzenberg
- Johann I. Nepomuk (* 1742; † 1789)
- Johann I. Nepomuk Anton Joseph Joachim Prokop Fürst zu Schwarzenberg
- Joseph II. (Schwarzenberg) er verlor 1806 die Landeshoheit; Verkauf von Schloss Tiengen, Schloss Willmendingen und Standesherrschaft am 19. Juli 1812 an das Haus Baden[21]
Haus Baden [Bearbeiten]
- Karl Ludwig Friedrich (Baden)
- Ludwig I. (Baden)
- Leopold (Baden)
- Ludwig II. (Baden)
- Friedrich I. (Baden, Großherzog)
- Friedrich II. (Baden, Großherzog) Thronverzicht am 22. November 1918
und danach [Bearbeiten]
- Die Badische Ständeversammlung wurde durch die Novemberrevolution aufgelöst und ging über zum
- Landtag der Republik Baden, und am 5. März 1933 mit dem Vorläufiges Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich und mit dem Zweiten Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich wurde bis Kriegsende 1945 Robert Wagner zum Reichsstatthalter und Gauleiter von Baden.
- Nach dem Krieg wurde Baden und damit auch der Klettgau Französische Besatzungszone. Der erste Militärgouverneur der Französischen Besatzungszone und Oberbefehlshaber über die französischen Besatzungstruppen in Deutschland wurde Jean de Lattre de Tassigny, sein Nachfolger wurde Marie-Pierre Kœnig, bis zum 21. September 1949 und mit Bildung der Alliierten Hohen Kommission, mit Sitz auf dem Petersberg bei Bonn, im September 1949 wurde das Amt des Militärgouverneurs durch das Amt des Hohen Kommissars abgelöst. Hoher Kommissar für die Französische Besatzungszone war André François-Poncet vom 21. September 1949 bis zum 5. Mai 1955.
- Baden (Südbaden) wurde mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Erster Staatspräsident von 1947 bis 1952 war Leo Wohleb
- Das Land Baden-Württemberg wurde am 25. April 1952 gegründet. Reinhold Maier wurde erster Ministerpräsident
- das Land Baden-Württemberg gehört zu Deutschland und ist Bestandteil der Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Literatur [Bearbeiten]
- Arnold Münch: Die Münze zu Laufenburg: Beiträge zur Geschichte des schweizerisch-oberrheinischen Münzwesens vom 14. – 17. Jahrhunderts nebst einem Abriß der Geschichte der Grafen von Habsburg-Laufenburg. Sauerländer, Aarau 1874.
- Caesar: Der gallische Krieg
- Franz Schmidt (Herausgeber): Der Klettgau, Tiengen 1971
- Martin Wanner: Geschichte des Klettgaues im Umriß bis zum Abschluß der Reformation, Hamburg 1857 in der Google Buchsuche
- Dieter Stievermann: Herrschaft Schwarzenberg. In: Meinrad Schwab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.): Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 2: Die Territorien im alten Reich. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg herausgegeben. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91371-8, S. 423-428
- Walther Schultze: Die Gaugrafschaften des alamannischen Badens, Stuttgart 1896, S. 150-171
- Wilhelm Franck: Die Landgrafschaften des heiligen römischen Reichs, Braunschweig 1873, S. 76-80 im Internet Archive
- Georg Hedinger: Landgrafschaften und Vogteien im Gebiete des Kantons Schaffhausen, Buchdruckerei Reuss & Itta, Konstanz 1922
- Monika Baumann: "Widerwertigkeit vnd Aufruor" im Klettgau, In: Mark Hengerer, Elmar L. Kuhn: Adel im Wandel, Band 1, Thorbecke, Ostfildern 2066, S. 183−192
- Joseph Bader: Urkunden und Regesten aus dem ehemaligen Klettgauer Archiv, In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 13 (1861) S. 228-256, 355-383, 466-491
- Joseph Bader: Aus der Geschichte des Pfarrdorfes Grießen im Kletgau, In: Freiburger Diözesan–Archiv, Band IV (1869), Freiburg 1869, S. 225–250
- J. B. Kolb (Herausgeber): Historisch-statistisch-topographisches Lexicon von dem Großherzogthum Baden, Zweyter Band, im Verlag der C.F. Macklotschen´schen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei, Karlsruhe 1814, S. 154–163 in der Google Buchsuche
Einzelnachweise / Anmerkungen [Bearbeiten]
- ↑ s. Kolb S. 154
- ↑ Marquard Herrgott, Genealog. diplom, tom II., pars I.(Cod. prob.) S.25 und 26
- ↑ Martin Wanner: Geschichte des Klettgaues im Umriß bis zum Abschluß der Reformation, Hamburg 1857
- ↑ Albert Krieger, Topographisches Wörterbuch des Großherzogtum Baden, 1905, Spalte 1180
- ↑ Rustenus Heer, in: Anonymus Murensis Denudatus, S. 337, nach: Acta Murensia
- ↑ s. Wanner, S. 88-89.
- ↑ bereits 1408 war der Heiratsvertrag durch den Vater des Bräutigams, Hermann von Sulz, und die Mutter der Braut und Witwe des Grafen Johann, Agnes von Landenberg, geschlossen worden; s. Badenia, 2. Jahrgang, S. 155
- ↑ im Unterelsass; s. Niederhäuser
- ↑ Geschichte des Schlosses auf der Homepage der Gemeinde Jestetten
- ↑ Bader berichtet von einer Quelle, nach der sich Müntzer auch längere Zeit in Grießen aufgehalten hat
- ↑ in: Heinrich Schreiber: Der deutsche Bauernkrieg – gleichzeitige Urkunden, Teil I, S. 179–184
- ↑ Polizey- und Landtsordnung der Landtgrafschafft Kleggau (PDF; 156 kB)
- ↑ s. Monika Baumann S. 187
- ↑ Christian Roder: Bericht über die Niederlage der Klettgauer Bauern bei Lottstetten am 8. Mai 1633; In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 41, S. 118–121
- ↑ mit den Gemeinden Rafz, Wil, Hüntwangen und Wasterkingen
- ↑ Das Haus Sulz starb mit dem Grafen Johann Ludwig bereits 1687 aus, und dessen Tochter Maria Anna erbte die Landgrafschaft. Da sie seit 1674 mit dem Fürsten Ferdinand Wilhelm von Schwarzenberg verheiratet war, ging die Landgrafschaft de facto bereits 1687 an das Haus Schwarzenberg über. Nach dem Tod von Maria Anna 1698 erbte ihr Mann die Landgrafschaft. Der Kaiser hatte 1676 die Landgrafschaft in eine Reichserbkunkellehen umgewandelt und so den Erbgang auf die Tochter des letzten Sulzer Grafen ermöglicht.
- ↑ Manuskript der Urkunde der Gründung des Klosters Ottmarsheim von 1063
- ↑ Die Stadt Tiengen und der Klettgau auf der Homepage Klettgau Historia (PDF; 954 kB)
- ↑ teilweise auch bis 1616; Bruder von Rudolf IV.
- ↑ Bruder von Alwig
- ↑ Karl zu Schwarzenberg, Schloss Obermurau: Die Schwarzenbergische Regierung im Klettgau, in: Franz Schmid (Hrsg.) Der Klettgau, 1971 S. 261
Weblinks [Bearbeiten]
- Geschichte des Klettgaus
- Klettgau im Historischen Lexikon der Schweiz
- Peter Niederhäuser: Die Grafen von Sulz zwischen Eidgenossen und Habsburg; Vortrag vor der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V. am 17. Januar 2003 online
- Abschrift der Klettgauer Regesten aus der Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, 1861, 1862 und 1869 (PDF; 1,7 MB)
-
Commons: Sulz (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
47.6016666666678.3533333333333Koordinaten: 47° 36′ 6″ N, 8° 21′ 12″ O