Landkreis Alzenau in Unterfranken

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Alzenau i.UFr.
Landkreis Alzenau in Unterfranken
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Alzenau i.UFr. hervorgehoben
50.0869444444449.0722222222222Koordinaten: 50° 5′ N, 9° 4′ O
Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1939–1972
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Verwaltungssitz: Alzenau i.Ufr.
Fläche: 240 km²
Einwohner: 53.201 (27. Mai 1970)
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: ALZ
Kreisschlüssel: 09 6 31
Kreisgliederung: 42 Gemeinden
Lage des Landkreises Alzenau i.UFr. in Bayern
Karte
Über dieses Bild
Karte des Landkreises Alzenau um 1950

Der Landkreis Alzenau in Unterfranken, amtlich Landkreis Alzenau i.UFr. (Kfz-Kennzeichen ALZ), gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken. Kreisstadt war Alzenau i.Ufr.. Die Zusatzbezeichnung „in Unterfranken“ wurde zur Abgrenzung von Alzenau in Schlesien (heute Polen) geführt.

Geografie[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet lag im heutigen Landkreis Aschaffenburg und umfasste den gesamten Kahlgrund (außer Bamberger Mühle). Es reichte vom Main im Westen bis zum Aubach im Osten. Die größten Gemeinden waren Kahl am Main, Dettingen am Main, Großwelzheim, Michelbach, Mömbris, Krombach sowie die Märkte Alzenau in Unterfranken, Hörstein und Schöllkrippen.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1862 wurde durch das Zusammenlegen der Verwaltungsgebiete vom im Jahre 1816 gebildeteten Landgericht Alzenau und dem 1858 entstandenen Landgericht Schöllkrippen, das Bezirksamt Alzenau gebildet. Amtssitz wurde die Marktgemeinde Alzenau, die daraufhin Kreisstadt wurde und 1951 wieder Stadtrechte erhielt. 1939 erfolgte dann eine schlichte Umbenennung von Bezirksamt in Landratsamt und somit wurde der Amtsbezirk dann Landkreis.[1]

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Alzenau im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst und mit Gemeinden der aufgelösten Landkreise Lohr am Main und Obernburg am Main dem Landkreis Aschaffenburg zugeschlagen. Bis zu seiner Auflösung hatte der Landkreis 42 Gemeinden. Bereits 1966 hatte der Zusammenschluss der Gemeinden Groß- und Kleinblankenbach sowie die kurzzeitige Eingemeindung von Königshofen nach Schimborn, zu einer Verringerung der Gemeindeanzahl geführt.

Seit Juli 2013 wird das alte Kfz-Kennzeichen ALZ alternativ für den Landkreis Aschaffenburg vergeben.[2]

Gemeinden mit Ortsteilen[Bearbeiten]

Gemeinden mit Ortsteilen im Landkreis Alzenau im Jahre 1950.[3]

(Einwohnerzahlen von 1830*[4], 1950[4] und 1987**[5])

Märkte:

Gemeinden:

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt und oben gespalten; vorne in Rot ein sechsspeichiges, silbernes Rad; hinten in Gold drei rote Sparren; unten in Silber ein wachsender blauer Krummstab.“

Das Wappen stellt die geschichtliche Entwicklung des Kreisgebietes sinnbildlich dar. Es weist auf die Jahrhunderte lange Herrschaft zwischen dem Erzbistum Kurmainz (das Mainzer Rad) und den Grafen von Hanau (die drei Sparren) hin. In der unteren Schildhälfte werden die geistigen Herren dargestellt (Krummstab). Sie erinnert an die Abtei Seligenstadt und das Stift Aschaffenburg.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung und Heimatpflege Kahlgrund e. V.: Unser Kahlgrund. Heimatjahrbuch für den ehemaligen Landkreis Alzenau. Bd. 1 ff., 1956 ff., ISSN 0933-1328.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Echo im März 2011: Der Weg zum Landkreis Alzenau
  2. Landrat erlaubt ALZ-Kennzeichen. Main-Echo. 19. April 2013. Abgerufen am 24. Juni 2013.
  3. Kreiskarte Alzenau: Topographische Karte 1:50.000
  4. a b Orte im früheren Landkreis Alzenau
  5. Landesamt für Vermessung und Geoinformation und Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  6. Unser Kahlgrund 1966: Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises. ISSN 0933-1328