Landkreis Aurich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Aurich Deutschlandkarte, Position des Landkreises Aurich hervorgehoben53.57.37Koordinaten: 53° 30′ N, 7° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Aurich
Fläche: 1.287,22 km²
Einwohner: 187.058 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: AUR, NOR
Kreisschlüssel: 03 4 52
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Fischteichweg 7-13
26603 Aurich
Webpräsenz: www.landkreis-aurich.de
Landrat: Harm-Uwe Weber (SPD)
Lage des Landkreises Aurich in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Aurich mit Sitz in Aurich befindet sich im äußersten Nordwesten Niedersachsens. Mit etwa 190.000 Einwohnern, die sich auf rund 1287 Quadratkilometer verteilen, ist der Landkreis sowohl nach Einwohnerzahl als auch nach Fläche der größte Landkreis der Region Ostfriesland, die aus den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund sowie der kreisfreien Stadt Emden besteht. Aurich ist nach Einwohnern der siebtgrößte Landkreis Niedersachsens (der achtgrößte unter Einberechnung der Region Hannover).

Der Landkreis entstand im Zuge der niedersächsischen Kreisreform 1977 aus dem früheren Landkreis Aurich und dem Landkreis Norden. Er hat heute 24 kreisangehörige Städte und Gemeinden. Elf dieser Gemeinden haben sich zu zwei Samtgemeinden zusammengeschlossen. Vier Kommunen haben Stadtrecht: Aurich, Norden, Norderney und Wiesmoor. Die drei Orte Hage, Marienhafe und Pewsum (Gemeinde Krummhörn) sind stadtähnliche Siedlungen mit Marktrecht, sogenannte Flecken.

Überregional bekannt ist der Landkreis Aurich vor allem als Feriengebiet mit den drei Inseln Juist, Norderney und Baltrum sowie Küstenbadeorten wie Norddeich und Greetsiel. Gemessen an der Zahl der Übernachtungen ist Aurich der tourismusstärkste Landkreis Niedersachsens.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet umfasst die nordwestliche Ecke Deutschlands mit den vorgelagerten Nordsee-Inseln Baltrum, Juist und Norderney.

Der Landkreis bildet das Zentrum der historischen Landschaft Ostfriesland.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Osten beginnend an die Landkreise Wittmund und Leer sowie an die kreisfreie Stadt Emden. Im Westen und Norden bildet die Nordseeküste eine natürliche Grenze.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Ostfrieslands

Landkreise wurden in Ostfriesland im Zuge der preußischen Kommunalreform von 1885 eingeführt. Sie lösten dabei die vorherige Ämterstruktur ab, die Preußen zunächst aus der hannöverschen Zeit übernommen hatten. Der Kreis Aurich wurde 1885 gemäß der neuen Kreisordnung für die Provinz Hannover aus dem alten Amt Aurich und der selbständigen Stadt Aurich gebildet.[2] Daneben bestanden in Ostfriesland seit 1885 die Landkreise Emden, Leer, Norden, Weener und Wittmund (zu dem bis zum 1. April 1919 auch die Stadt Wilhelmshaven als Exklave gehörte) sowie die kreisfreie Stadt Emden. Der Kreis Aurich war von der preußischen Kreisreform des Jahres 1932 nicht betroffen.

In den 1930er Jahren kam es im Landkreis Aurich zu einer Reihe von Gemeindefusionen, bei denen unter anderem die beiden neuen Gemeinden Middels und Ihlowerhörn entstanden.[3] Am 1. April 1951 wurde aus mehreren Gemeinden und Gutsbezirken der Landkreise Aurich und Wittmund eine vergrößerte Gemeinde Wiesmoor gebildet, die dem Landkreis Aurich zugeordnet wurde.[4] Die Fläche des Landkreises Aurich wuchs hierdurch von 627,1 km² auf 653,2 km².[5][6]

Bei der niedersächsischen Gemeindereform wurden am 1. Juli 1972 aus ursprünglich 64 Gemeinden größere Einheitsgemeinden gebildet.[7] Am 1. Januar 1973 wechselten die Gemeinden Boekzetelerfehn, Hatshausen, Iheringsfehn und Neuefehn vom Landkreis Aurich in den Landkreis Leer, wo sie in die Gemeinden Moormerland bzw. Neukamperfehn eingegliedert wurden.[8] Der Landkreis Aurich umfasste seitdem auf einer Fläche von 628,4 km² die Stadt Aurich sowie die vier Einheitsgemeinden Großefehn, Ihlow, Südbrookmerland und Wiesmoor.[9]

Der Landkreis Aurich in seiner heutigen Ausdehnung entstand am 1. August 1977 im Zuge der niedersächsischen Kreisreform durch den Zusammenschluss des alten Landkreises Aurich mit dem Landkreis Norden. Zum Kreissitz wurde Aurich bestimmt, in Norden verblieb lediglich eine Außenstelle der Kreisverwaltung mit Ämtern, die von Bürgern im Allgemeinen stärker frequentiert werden, wie Sozialamt und Straßenverkehrsamt. Noch heute sind vor allem in der Lokalpolitik gelegentlich gewisse Trennungslinien zwischen den ehemaligen Landkreisen zu beobachten. Es wird zuweilen noch stets von den Altkreisen Aurich und Norden gesprochen.

Die drei Gemeinden der Samtgemeinde Dornum (Dornum, Dornumersiel und Nesse) wurden am 1. November 2001 zur Einheitsgemeinde Dornum zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl des Landkreises Aurich wurde 1977 durch die Eingliederung des Landkreises Norden deutlich erhöht.

Jahr Einwohner
1890[3] 36.303
1900[3] 39.201
1910[3] 42.339
1925[3] 47.164
1939[3] 52.312
1950[3] 71.594
Jahr Einwohner
1960[3] 69.700
1970[10] 80.300
1976[11] 79.000
1980 167.422
1985 169.283
1990 170.521
Jahr Einwohner
1995 180.118
1999 185.102
2003 189.243
2005 190.128
2012 186.673

Politik[Bearbeiten]

Der Landkreis Aurich gilt als eine der Hochburgen der SPD in Deutschland. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte die Partei im Wahlkreis Aurich/Emden, zu dem der Landkreis sowie die Stadt Emden zählen, mit 55,9 Prozent der Stimmen das beste Zweitstimmenergebnis in Deutschland. Im Kreistag hat die SPD die Mehrheit, in vielen Gemeinderäten stellt sie ebenfalls allein die Mehrheit oder ist Teil einer Mehrheitsgruppe. Mehrere Bürgermeister gehören ebenfalls der SPD an. In jüngerer Zeit haben sich aber vermehrt parteilose Kandidaten bei den Bürgermeister-Wahlen durchsetzen können, darunter auch in der Kreisstadt Aurich.

Sitzverteilung im Kreistag
2
26
7
5
2
1
1
14
26 14 
Von 58 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

Die Auricher Kreisverwaltung verfügt über eine Reihe von privatrechtlich organisierten Betrieben und hält Anteile an Unternehmen. Die Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH ist zu 100 Prozent im Besitz des Landkreises und betreibt zwei Krankenhäuser in Aurich und Norden. Zu 25 Prozent ist der Kreis an der Behindertenhilfe Norden gGmbH beteiligt. Zu 100 Prozent beteiligt ist der Kreis zudem an der Kreisvolkshochschule und der Musikschule, zu 87,75 Prozent am Rettungsdienst des Landkreises. Zu zwei Dritteln gehört dem Kreis die Kreisbahn Aurich. Außerdem besitzt der Kreis Anteile an Tourismus-Förderunternehmen.[12]

Kreistagswahl 2011[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2011
Vorläufiges Ergebnis (%)[13]
 %
50
40
30
20
10
0
45,2
23,6
13,1
12,5
3,1
1,9
0,6
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006[13]
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,9
-4,7
+1,4
+6,8
-0,4
-1,8
+0,6

Der Kreistag des Landkreises Aurich besteht aus 58 Abgeordneten. Gemäß dem vorläufigen Ergebnis der Wahl vom 11. September 2011 setzt sich der Kreistag wie folgt zusammen:

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2011[14]
Sitze
2011
Prozent
2006[15]
Sitze
2006
Prozent
2001[16]
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 45,22 26 47,14 28 49,9 31
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,62 14 28,27 17 27,6 17
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,46 7 5,73 3 5,3 3
FDP Freie Demokratische Partei 1,91 1 3,69 2 2,7 1
Linke Die Linke 3,08 2 3,47 2 1,4 -
FW Freien Wähler - Wählergemeinschaften im Landkreis Aurich (FW) 9,15 5 10,78 6 - -
GFA Gemeinsam Für Aurich 2,43 2 - - - -
S.W.K. Sozialen Wählergemeinschaft Krummhörn (SWK) 1,18 1 0,26 - - -
KLG Krummhörner-Liste-Greetsiel-KLG 0,37 - 0,38 - - -
Die Friesen 0,28 - 0,26 - - -
ödp Ökologisch-Demokratische Partei 0,20 - - - - -
WG Wählergemeinschaften - - - - 13,1 7
Ezb. Einzelbewerber 0,10 - - - - -
Gesamt 100 58 100 58 100 59
Wahlbeteiligung in Prozent 53,26 58,5 60,0
  • da sich die Wählergemeinschaften für 2001 nicht aufschlüsseln lassen, ist das Ergebnis gesondert aufgelistet.
  • Die Linke: 2001 als PDS angetreten.
  • Neben den gewählten Kreistagsabgeordneten gehört der Landrat dem Kreistag an.

Bei der Landratswahl setzte sich der von SPD und CDU unterstützte Kandidat Harm-Uwe Weber mit 45,9 Prozent der Stimmen durch. Seine Mitbewerberin Antje Gronewold (parteilos, unterstützt von Freien Wählern, FDP und Grünen) errang 42,2 Prozent der Stimmen, der Linke Martin Heilemann 9,2 Prozent und der Einzelbewerber Ottavio Endrizzi 2,7 Prozent.[17]

Kreistagswahl 2006[Bearbeiten]

An der Wahl zum Kreistag am 10. September 2006 nahmen 90.365 der 154.269 Wahlberechtigten teil, was einer Wahlbeteiligung von 58,6 Prozent entsprach. Dem Auricher Kreistag gehörten 58 gewählte Abgeordnete und der direkt gewählte Landrat an. In den Kreistag wurden die Vertreter von vier Parteien und einer Wählergemeinschaften gewählt. Von den Freien Wählern spaltete sich nach etwa einem Jahr die Gruppierung Kreis-Freie Wähler ab, so dass daraufhin Vertreter von vier Parteien und zwei Wählergruppierungen im Kreistag vertreten waren.

  • Landrat: Walter Theuerkauf (SPD)
  • Allgemeiner Vertreter: Erster Kreisrat Harm Uwe Weber (SPD)

Die SPD hatte bei der Kommunalwahl 2006 erstmals seit Jahrzehnten die absolute Mehrheit knapp verpasst. SPD und Grüne vereinbarten daraufhin eine Zusammenarbeit im Kreistag. Nach dem Wechsel eines Abgeordneten der Linkspartei zur SPD stellen die Sozialdemokraten (den SPD-Landrat eingerechnet) zwar wieder die Mehrheit, die Zusammenarbeit mit den Grünen blieb jedoch bislang bestehen.

Landräte[Bearbeiten]

  • 1944-1945 Gotwin Krieger (NSDAP); Landrat und Regierungspräsident
  • 1946–1949 Wilhelm Hansen (CDU)
  • 1949–1952 August Knippert (SPD)
  • 1952–1962 Heinz Neier (CDU)
  • 1962–1964 Robert Onnen (SPD)
  • 1964–1968 Heinz Neier (CDU)
  • 1968–1977 Hermann Hildebrand (SPD)
  • 1977–2002 Hinrich Swieter (SPD)
  • 2003–2011 Walter Theuerkauf (SPD)
  • ab 2011 Harm-Uwe Weber (SPD)[18]

Oberkreisdirektoren[Bearbeiten]

  • 1945–1955 Robert Onnen (SPD)
  • 1955–1986 Friedrich Schuver
  • 1986–1993 Hilko Schaumburg
  • ab 1993 Walter Theuerkauf (SPD)

Abgeordnete in Landtag und Bundestag[Bearbeiten]

Der Bundestagswahlkreis Aurich – Emden umfasst die Stadt Emden und den Landkreis Aurich. Bei der Bundestagswahl 2013 wurde der Sozialdemokrat Johann Saathoff direkt gewählt.[19] Über Listenplätze der Parteien zog Heiko Schmelzle für die CDU aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.

Bei Landtagswahlen ist das Gebiet des Landkreises Aurich dreigeteilt. Der Wahlkreis Aurich befindet sich komplett auf Kreisgebiet. Hinzu kommen die Wahlkreise Emden/Norden (mit der Stadt Emden) und der Wahlkreis Wittmund/Inseln, der den Landkreis Wittmund sowie aus dem Auricher Kreisgebiet die Kommunen Wiesmoor, Dornum, Norderney, Juist und Baltrum umfasst. Abgeordnete aus der Region sind Hans-Dieter Haase (Emden/Norden, SPD), Wiard Siebels (Aurich, SPD) und Holger Heymann (Wittmund/Inseln, SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Landkreises Aurich zeigt einen goldenen Engel, der dem ehemaligen Wappen der Cirksena-Familie nachempfunden ist, einer Adelsfamilie aus Greetsiel. Dabei handelt es sich nicht um einen „echten“ Engel, sondern um eine Harpyie, einen weiblichen Unheilsdämon mit Flügeln und Krallen aus der griechischen Mythologie, in der Heraldik auch als „Jungfrauenadler“ bekannt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbegebiet in Aurich-Sandhorst mit Produktionshallen des Windkraftanlagenherstellers Enercon
Kondensatorhersteller WIMA mit einem Werk in Aurich (2003)
Molkerei Rücker in Aurich (2011)

Der Landkreis Aurich ist wesentlich durch einige mittelständische Unternehmen, Landwirtschaft und Tourismus geprägt.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch den Landkreis Aurich führen 7,2 Kilometer der von Emden nach Bottrop verlaufenden Bundesautobahn 31.[20] Des Weiteren gibt es im Landkreis 93,5 Kilometer Bundesstraßen, und zwar im Zuge der B 72, der B 210 und der B 436. Die Landesstraßen mit den Nummern 1 bis 8, 12, 14, 25–27 und 34 verlaufen ganz oder teilweise im Landkreis Aurich. Insgesamt gibt es 179,4 Kilometer Landesstraßen. Der Landkreis als Straßenbaulastträger ist für 393,7 Kilometer Kreisstraßen verantwortlich.

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Die Preußische Staatsbahn eröffnete im Jahre 1883 die Eisenbahnstrecke von Emden bis zur damaligen Kreisstadt Norden (heutige Emslandstrecke), und von dort weiter nach Jever und Wilhelmshaven/Oldenburg. Ab Abelitz wurde gleichzeitig mit dem Bau der Strecke Emden – Norden eine Nebenbahn in die damalige Bezirkshauptstadt Aurich gelegt. Eine Weiterführung von Norden bis Norddeich folgte im Jahre 1892, die Verlängerung bis Norddeich Mole, die einen direkten Anschluss zu den Fährschiffen nach Norderney, Juist und Baltrum ermöglichte, wurde 1895 abgeschlossen.

Aktuell (2010) werden die vier Bahnstationen Marienhafe, Norden, Norddeich und Norddeich Mole an der elektrifizierten Emslandstrecke regelmäßig im Schienenpersonennah- und fernverkehr bedient. Neben einem alle zwei Stunden verkehrenden Regionalexpress, der die Bahnhöfe über Oldenburg und Bremen mit Hannover verbindet, verkehren ebenfalls im Zweistundentakt Intercity-Züge der Linie 35 über Münster, Duisburg und Düsseldorf nach Köln, und teilweise darüber hinaus nach Luxemburg. Zudem bestehen einzelne Intercity-Verbindungen auf der Linie 56 Norddeich Mole – Bremen – Hannover – Magdeburg – Leipzig/Berlin. Ab Norden schafft eine Busverbindung Anschluss an die Züge von Esens nach Wilhelmshaven, sowie zu den Küstenbadeorten und Fährhäfen in den Landkreisen Aurich und Wittmund. Die ehemalige Eisenbahnstrecke von Norden nach Esens ist heute, nach Abbau eines Teiles der Streckengleise, nur noch bis Dornum befahrbar. Seit 1987 betreibt der Verein Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland hier einen Museumseisenbahnverkehr. Darüber hinaus gibt es reelle Chancen, dass langfristig die Strecke wieder durchgehend bis Wilhelmshaven befahrbar gemacht wird. Im Jahre 2009 schlossen dazu die Anrainerkommunen einen Vertrag zur Sicherung der Bahnstrecke, nachdem ein von ihnen in Auftrag gegebenes Gutachten zur Reaktivierung der Strecke überwiegend positiv ausfiel.[21]

Fast 15 Jahre nach Stilllegung wurde die Bahnstrecke von Abelitz nach Aurich im Jahre 2008 wiedereröffnet[22], nicht zuletzt nachdem der Windenergieanlagenhersteller Enercon gegenüber der Stadt Aurich deutlich machte, dass weitere Investitionen in die Stadt von einem Anschluss an das Eisenbahnnetz abhängig sind.[23] Auf der Strecke findet heute vor allem Güterverkehr zum Emder Hafen statt. Eine Reaktivierung des Personenverkehrs ist auf dieser Strecke zur Zeit nicht vorgesehen. Aurich bleibt somit weiterhin eine der wenigen Kreisstädte in Deutschland ohne Anschluss an den Schienenpersonenverkehr.

In der Vergangenheit gab es darüber hinaus weitere Schienenverbindungen im Landkreis: Auf der Insel Juist betrieb die AG Reederei Norden-Frisia ab 1898 eine Pferdebahn, und am 27. Juli 1899 nahm die Kreisbahn Emden-Pewsum-Greetsiel ihren Betrieb auf. Von Aurich aus führten die Strecken der Kreisbahn Leer-Aurich-Wittmund GmbH (ursprünglich Kreisbahn Wittmund-Aurich-Leer GmbH), an der drei Kreise beteiligt waren, einerseits 1899 nach Wittmund (mit der 1909 vollendeten Abzweigung Ogenbargen – Esens – Bensersiel) und andererseits 1900 über Großefehn nach Leer. Spuren dieser Bahnstrecken sind heute, nach Abbau der Anlagen, nur noch vereinzelt auszumachen.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) in Norden (2009)
Aufgestellte Krankenhausbetten im Landkreis Aurich
Krankenhaus Sitz 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Ubbo-Emmius-Klinik (UEK)
(bis Ende 2004: Kreiskrankenhaus Aurich)
Aurich 309 309 309 309 309 309 296 296 296 296
Ubbo-Emmius-Klinik (UEK)
(bis Ende 2004: Kreiskrankenhaus Norden)
Norden 277 269 258 258 258 258 258 258 258 258
Allergie- und Hautklinik Norderney (AHK),
ab 2006: Krankenhaus Norderney
Norderney 90 89 89 81 81 81 81 81 71 71
Dr.-von-Halem Krankenhaus (kommunal),
ab 2006 mit der AHK fusioniert zu Krankenhaus Norderney
Norderney 25 - - - - - - - - -
Gesamt 701 667 656 648 648 648 635 635 625 625

In den vom Landkreis Aurich betriebenen Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) waren 2012 insgesamt 1.270 Mitarbeiter (darunter 136 Ärzte) beschäftigt und versorgten rund 23.915 stationäre Patienten und 2.007 psychiatrische Patienten.

Sport[Bearbeiten]

In Halbemond befindet sich das größte Stadion Ostfrieslands, das Motodrom Halbemond mit einer Kapazität von 50.000 Plätzen. Es wurde eigens zur Speedway-Weltmeisterschaft 1983 gebaut. Der Handball-Drittligist (Regionalligist) OHV Aurich ist der am höchstklassigsten spielende Handball-Verein im Landkreis.

Kultur[Bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Baltrum Juist Landkreis Wittmund Landkreis Leer Memmert Norderney Nordsee Emden Landkreis Friesland Landkreis Leer Landkreis Wittmund Aurich Berumbur Berumbur Dornum Großefehn Großheide Hage Hagermarsch Halbemond Hinte Ihlow (Ostfriesland) Krummhörn Leezdorf Lütetsburg Marienhafe Norden (Ostfriesland) Osteel Rechtsupweg Südbrookmerland Upgant-Schott Upgant-Schott Wiesmoor WirdumMunicipalities in AUR.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2013)[24]

Einheitsgemeinden

  1. Aurich, Kreisstadt, selbständige Gemeinde (40.637)
  2. Baltrum (564)
  3. Dornum (4525)
  4. Großefehn [Sitz: Ostgroßefehn] (13.646)
  5. Großheide (8563)
  6. Hinte (6906)
  7. Ihlow [Sitz: Ihlowerhörn] (12.139)
  1. Juist (1540)
  2. Krummhörn [Sitz: Pewsum] (12.228)
  3. Norden, Stadt, selbständige Gemeinde (24.887)
  4. Norderney, Stadt (5845)
  5. Südbrookmerland [Sitz: Victorbur] (18.509)
  6. Wiesmoor, Stadt (12.887)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Samtgemeindeverwaltung

  1. Leezdorf (1859)
  2. Marienhafe, Flecken * (2253)
  3. Osteel (2201)
  4. Rechtsupweg (2060)
  5. Upgant-Schott (3802)
  6. Wirdum (1029)
  1. Berumbur (2620)
  2. Hage, Flecken * (6162)
  3. Hagermarsch (445)
  4. Halbemond (993)
  5. Lütetsburg (758)

gemeindefreies Gebiet

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten]

Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden des Landkreises Aurich und alle Eingemeindungen:[3][25][26][27]

Gemeinde eingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
Akelsbarg Großefehn 1. Juli 1972
Aurich-Oldendorf Großefehn 1. Juli 1972
Auricher Wiesmoor II Wiesmoor 1. April 1951
Bagband Großefehn 1. Juli 1972
Bangstede Ihlow 1. Juli 1972
Barstede Ihlow 1. Juli 1972
Bedekaspel Südbrookmerland 1. Juli 1972
Boekzetelerfehn Moormerland, Lkr. Leer 1. Januar 1973
Brockzetel Aurich 1. Juli 1972
Dietrichsfeld Aurich 1. Juli 1972
Dornumersiel Dornum 1. November 2001
Egels Aurich 1. Juli 1972
Engerhafe Oldeborg 1. April 1938
Extum Aurich 1. Juli 1972
Fehnhusen Oldeborg 1. April 1938
Felde Großefehn 1. Juli 1972
Fiebing Großefehn 1. Juli 1972
Forlitz-Blaukirchen Südbrookmerland 1. Juli 1972
Georgsfeld Aurich 1. Juli 1972
Hatshausen Moormerland, Lkr. Leer 1. Januar 1973
Haxtum Aurich 1. Juli 1972
Holtrop Großefehn 1. Juli 1972
Hüllenerfehn Ihlowerhörn 1. April 1939
Iheringsfehn Moormerland, Lkr. Leer 1. Januar 1973
Ihlowerfehn Ihlow 1. Juli 1972
Ihlowerhörn Ihlow 1. Juli 1972
Kirchdorf Aurich 1. Juli 1972
Langefeld Aurich 1. Juli 1972
Lübbertsfehn Ihlowerhörn 1. April 1939
Ludwigsdorf Ihlow 1. Juli 1972
Middels Aurich 1. Juli 1972
Middels-Osterloog Middels 1. April 1939
Middels-Westerloog Middels 1. April 1939
Mittegroßefehn Großefehn 1. Juli 1972
Moordorf Südbrookmerland 1. Juli 1972
Moorhusen Südbrookmerland 1. Juli 1972
Münkeboe Südbrookmerland 1. Juli 1972
Nesse Dornum 1. November 2001
Neuefehn Neukamperfehn, Lkr. Leer 1. Januar 1973
Ochtelbur Ihlow 1. Juli 1972
Ogenbargen Middels 1. April 1939
Oldeborg Südbrookmerland 1. Juli 1972
Ostersander Ihlow 1. Juli 1972
Ostgroßefehn Großefehn 1. Juli 1972
Pfalzdorf Aurich 1. Juli 1972
Plaggenburg Aurich 1. Juli 1972
Popens Aurich 1. Juli 1972
Rahe Aurich 1. Juli 1972
Riepe Ihlow 1. Juli 1972
Riepster Hammrich Ihlow 1. Juli 1972
Sandhorst Aurich 1. Juli 1972
Schirum Aurich 1. Juli 1972
Simonswolde Ihlow 1. Juli 1972
Spekendorf Aurich 1. Juli 1972
Spetzerfehn Großefehn 1. Juli 1972
Strackholt Großefehn 1. Juli 1972
Tannenhausen Aurich 1. Juli 1972
Theene Südbrookmerland 1. Juli 1972
Timmel Großefehn 1. Juli 1972
Ulbargen Großefehn 1. Juli 1972
Upende Oldeborg 1. April 1938
Uthwerdum Südbrookmerland 1. Juli 1972
Victorbur Südbrookmerland 1. Juli 1972
Voßbarg Wiesmoor 1. Juli 1972
Walle Aurich 1. Juli 1972
Wallinghausen Aurich 1. Juli 1972
Westerende-Holzloog Ihlow 1. Juli 1972
Westerende-Kirchloog Ihlow 1. Juli 1972
Westersander Ihlowerhörn 1. April 1939
Westgroßefehn Großefehn 1. Juli 1972
Wiegboldsbur Südbrookmerland 1. Juli 1972
Wiesens Aurich 1. Juli 1972
Wilhelmsfehn Wiesmoor 1. April 1951
Wrisse Großefehn 1. Juli 1972
Zwischenbergen Wiesmoor 1. Juli 1972

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Aurich (Ostfriesland) bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen AUR zugewiesen. Es wird im Landkreis Aurich durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Norden Kennzeichen mit den Buchstabengruppen AA bis SZ und den Zahlen von 100 bis 9999.

Seit dem 15. November 2012 ist auch das Unterscheidungszeichen NOR (Norden) erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Aurich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  3. a b c d e f g h i Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  4. Gesetz über die Bildung der Gemeinde Wiesmoor, Landkreis Aurich vom 28. März 1951
  5. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952
  6. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1953
  7. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Emden - Norden - Aurich - Wittmund vom 23. Juni 1971
  8. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden in den Räumen Leer und Aschendorf-Hümmling vom 20. November 1972
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1975
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  11. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977
  12. Ostfriesischer Kurier, 10. Januar 2008, S. 10
  13. a b [1], abgerufen am 12. September 2011
  14. [2] Ergebnis der Kommunalwahl 2011
  15. [3] Ergebnis der Kommunalwahl 2006
  16. [4] Ergebnis der Kommunalwahl 2001
  17. Vorläufiges Endergebnis; laut Live-Ticker von www.oz-onlöine.de.
  18. Ergebnis Landratswahl 2011, abgerufen am 17. November 2011
  19. Bundestagswahl 2013, Wahlkreis 24: Aurich/Emden. Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 9. Dezember 2009.
  20. Datenspiegel 2009, hrsg. vom Landkreis Aurich
  21. Norden.de Reaktivierung der Küstenbahn Ostfriesland
  22. Der kurze Weg zum Hafen (PDF; 1,3 MB)
  23. taz.de Eine Stadt setzt auf die Schiene
  24. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014)
  25. Gemeindeverzeichnis Landkreis Aurich
  26. territorial.de: Landkreis Aurich
  27. Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen: Provinz Hannover Verlag des Preußischen Statistischen Landesamts, 1930