Landkreis Birkenfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Birkenfeld Deutschlandkarte, Position des Landkreises Birkenfeld hervorgehoben49.717.28Koordinaten: 49° 43′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Birkenfeld
Fläche: 777 km²
Einwohner: 81.135 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BIR
Kreisschlüssel: 07 1 34
Kreisgliederung: 96 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Schneewiesenstraße 25
55765 Birkenfeld
Webpräsenz: www.landkreis-birkenfeld.de
Landrat: Matthias Schneider (CDU)
Lage des Landkreises Birkenfeld in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Birkenfeld ist ein Landkreis in Rheinland-Pfalz, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Nahe fließt von Westen nach Osten durch den südlichen Teil des Kreises Birkenfeld. Die Gegend nördlich des Flusses wird vom Mittelgebirge Hunsrück bestimmt, dessen höchster Punkt der Erbeskopf mit 816 m ü. NN ist. Im südlichen Kreisgebiet, Westrich, liegt der Truppenübungsplatz Baumholder, bei dessen Anlegung 14 Gemeinden mit etwa 4000 Einwohnern umgesiedelt werden mussten.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Rhein-Hunsrück-Kreis, Bad Kreuznach und Kusel (alle in Rheinland-Pfalz). Im Süden grenzt er an den Landkreis St. Wendel (im Saarland).

Geschichte[Bearbeiten]

Das ehemalige Fürstentum Birkenfeld

Geschichtlich gesehen ist die Nahe Grenzlinie zwischen zwei Regionen: Birkenfeld nördlich der Nahe, und Lichtenberg südlich des Flusses. Die Region gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zu verschiedenen Herrschaften, dann zu Frankreich. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde aus den Bürgermeistereien links der Nahe ein Fürstentum Birkenfeld gebildet, das zum Großherzogtum Oldenburg gehörte; Lichtenberg hingegen zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld, ab 1826 Sachsen-Coburg-Gotha. Beide Staaten hatten somit eine Exklave westlich des Rheins. 1834 wurde dieses Fürstentum Lichtenberg an Preußen verkauft, das das Gebiet zum Kreis Sankt Wendel machte. Das mit dem Ende der Monarchie und dem Rücktritt des Oldenburger Großherzogs formal aufgelöste Fürstentum Birkenfeld blieb zunächst ein oldenburgischer Landesteil.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der südliche Teil des Kreises Sankt Wendel dem Saarland zugeschlagen, der bei Preußen verbleibende Teil hieß fortan Restkreis St. Wendel-Baumholder. Im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes ging am 1. April 1937 der oldenburgische Landesteil Birkenfeld auf das Land Preußen über, das ihn unter dem Namen „Landkreis Birkenfeld“ der Rheinprovinz angliederte und mit dem Restkreis Sankt Wendel-Baumholder vereinigte.[2] Der nunmehr vergrößerte Landkreis Birkenfeld wurde danach noch mehrere Male geringfügig verändert. Durch französische Militär-Anordnung Nr. 8 vom 18. Juli 1946 wurden u.a. 18 Gemeinden im südlichen Landkreis Birkenfeld dem Saarland angegliedert.

Am 7. Juni 1969 trat der Landkreis Birkenfeld etliche Gemeinden an den Landkreis Kusel und die Gemeinde Kirnsulzbach an den Landkreis Bad Kreuznach ab. Am selben Tag erhielt er etliche Gemeinden des aufgelösten Landkreises Bernkastel und die Gemeinde Börfink-Muhl des aufgelösten Landkreises Trier. Letztere verlor am 7. November 1970 den Ortsteil Muhl an die Gemeinde Neuhütten im Landkreis Trier-Saarburg.[3]

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

  1. Herbert Wild, NSDAP (1937 bis 1945)
  2. Valentin Eibes, NSDAP (1945, vom 12. bis 17. März)
  3. Karl Nieten (1945 bis 1946)
  4. Jakob Heep, SPD (1946 bis 1956)
  5. Walter Beyer, SPD (1957 bis 1982)
  6. Ernst Theilen, SPD (1982 bis 1994)
  7. Wolfgang Hey, SPD (1995 bis 2003)
  8. Axel Redmer, SPD (2003 bis 2011)
  9. Matthias Schneider, CDU (ab 2011)

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Birkenfeld besteht aus 42 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden. Bei den Wahlen zum Kreistag am 7. Juni 2009 ergab sich folgendes Wahlergebnis:[4]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,1 16 37,3 16 44,0 18
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,5 13 41,8 18 41,0 17
FDP Freie Demokratische Partei 13,8 6 9,3 4 6,1 3
LINKE Die Linke 5,7 2
FLKB Freie Liste Kreis Birkenfeld 8,6 3 4,8 2
LuB Liste unabhängiger Bürger/innen 4,3 2 4,2 2
And Andere 2,5 0 8,8 4
gesamt 100,0 42 100,0 42 100,0 42
Wahlbeteiligung in % 50,5 53,6 59,7

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geschacht von Rot und Silber; belegt mit einem rot gezungten, golden gekrönten und golden bewehrten blauen Löwen.“ (Wappen-Verleihung 28. Juli 1949)

Bedeutung: Das Schachmuster verweist auf die Hintere Grafschaft Sponheim, der Löwe auf die Grafschaft Veldenz.

Das Wappen des Landkreises enthält ausschließlich Elemente der mittelalterlichen Territorialstruktur, wobei Insignien der wild- und rheingräflichen Herrschaft fehlen. Es fehlt jeder Hinweis auf die über 150-jährige Zugehörigkeit des überwiegenden Teiles des Landkreises zu Oldenburg in der Neuzeit.

Verkehr[Bearbeiten]

Den Süden des Kreisgebiets berührt die Bundesautobahn 62. Mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen durchziehen das Kreisgebiet, darunter die B 41 und die B 422.

Im Nahetal eröffnete die Rhein-Nahe Eisenbahn-Gesellschaft im Jahre 1859 eine Bahnlinie von Bad Kreuznach bis Idar-Oberstein, die im folgenden Jahr in Richtung Saarbrücken weitergeführt worden ist. Den Anschluss zur Kreisstadt stellte 1880 die Birkenfelder Lokalbahn GmbH von der Station Neubrücke aus her. Ein Bahnanschluss (Stichbahn/Stichstrecke) von Heimbach (Bahnstation: Nahe und außerhalb der eigentlichen Ortsgemeinde Heimbach) nach Baumholder mit seinem Truppenübungsplatz wurde 1912 von der Preußischen Staatsbahn erbaut. Auf beiden Strecken ist der Personenverkehr 1962 (Birkenfelder Lokalbahn) bzw. 1981 (der Bahnanschluss nach Baumholder) eingestellt worden. Die Strecke nach Baumholder wird im Jahr 2014 zum Fahrplanwechsel reaktiviert[5].

Die Verbandsgemeinde Rhaunen liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens Hahn.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012[6])

Verbandsfreie Gemeinden/Städte:

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)
  1. Baumholder, Stadt * (4044)
  2. Berglangenbach (428)
  3. Berschweiler bei Baumholder (516)
  4. Eckersweiler (160)
  5. Fohren-Linden (335)
  6. Frauenberg (398)
  7. Hahnweiler (201)
  8. Heimbach (Nahe) (1061)
  9. Leitzweiler (111)
  10. Mettweiler (255)
  11. Reichenbach (563)
  12. Rohrbach (207)
  13. Rückweiler (395)
  14. Ruschberg (803)
  1. Abentheuer (451)
  2. Achtelsbach (436)
  3. Birkenfeld, Stadt * (6693)
  4. Börfink (191)
  5. Brücken (1208)
  6. Buhlenberg (484)
  7. Dambach (158)
  8. Dienstweiler (300)
  9. Elchweiler (100)
  10. Ellenberg (100)
  11. Ellweiler (303)
  12. Gimbweiler (408)
  13. Gollenberg (133)
  14. Hattgenstein (261)
  15. Hoppstädten-Weiersbach (2917)
  16. Kronweiler (330)
  17. Leisel (576)
  18. Meckenbach (116)
  19. Niederbrombach (477)
  20. Niederhambach (326)
  21. Nohen (382)
  22. Oberbrombach (446)
  23. Oberhambach (273)
  24. Rimsberg (127)
  25. Rinzenberg (314)
  26. Rötsweiler-Nockenthal (465)
  27. Schmißberg (208)
  28. Schwollen (452)
  29. Siesbach (407)
  30. Sonnenberg-Winnenberg (471)
  31. Wilzenberg-Hußweiler (308)
  1. Allenbach (641)
  2. Bergen (438)
  3. Berschweiler bei Kirn (267)
  4. Breitenthal (311)
  5. Bruchweiler (498)
  6. Dickesbach (437)
  7. Fischbach (917)
  8. Gerach (244)
  9. Griebelschied (165)
  10. Herborn (538)
  11. Herrstein * (873)
  12. Hettenrodt (677)
  13. Hintertiefenbach (351)
  14. Kempfeld (822)
  15. Kirschweiler (1124)
  16. Langweiler (263)
  17. Mackenrodt (407)
  18. Mittelreidenbach (790)
  19. Mörschied (821)
  20. Niederhosenbach (311)
  21. Niederwörresbach (881)
  22. Oberhosenbach (152)
  23. Oberreidenbach (609)
  24. Oberwörresbach (133)
  25. Schmidthachenbach (386)
  26. Sensweiler (442)
  27. Sien (503)
  28. Sienhachenbach (206)
  29. Sonnschied (121)
  30. Veitsrodt (652)
  31. Vollmersbach (505)
  32. Weiden (98)
  33. Wickenrodt (172)
  34. Wirschweiler (330)
  1. Asbach (168)
  2. Bollenbach (140)
  3. Bundenbach (911)
  4. Gösenroth (255)
  5. Hausen (182)
  6. Hellertshausen (192)
  7. Horbruch (359)
  8. Hottenbach (614)
  9. Krummenau (179)
  10. Oberkirn (309)
  11. Rhaunen * (2131)
  12. Schauren (533)
  13. Schwerbach (52)
  14. Stipshausen (876)
  15. Sulzbach (305)
  16. Weitersbach (87)
Horbruch Krummenau (Hunsrück) Weitersbach Gösenroth Schwerbach Oberkirn Hausen (Hunsrück) Rhaunen Stipshausen Hottenbach Hellertshausen Schauren Asbach Sulzbach (Hunsrück) Bollenbach Bundenbach Baumholder Frauenberg Reichenbach Heimbach Ruschberg Berglangenbach Fohren-Linden Berschweiler bei Baumholder Mettweiler Eckersweiler Rohrbach Rückweiler Hahnweiler Leitzweiler Sien Sienhachenbach Schmidthachenbach Oberreidenbach Mittelreidenbach Dickesbach Fischbach Bergen Berschweiler bei Kirn Hintertiefenbach Gerach Niederwörresbach Niederhosenbach Griebelschied Sonnschied Wickenrodt Herrstein Oberwörresbach Veitsrodt Herborn Mörschied Breitenthal Oberhosenbach Weiden Vollmersbach Kempfeld Kirschweiler Bruchweiler Allenbach Wirschweiler Langweiler (bei Idar-Oberstein) Idar-Oberstein Sensweiler Hettenrodt Mackenrodt Siesbach Leisel Schwollen Hattgenstein Oberhambach Rinzenberg Börfink Buhlenberg Abentheuer Brücken (bei Birkenfeld) Achtelsbach Meckenbach Ellweiler Dambach Gimbweiler Hoppstädten-Weiersbach Dienstweiler Nohen Birkenfeld (Nahe) Ellenberg Gollenberg Rimsberg Schmißberg Elchweiler Niederhambach Niederbrombach Kronweiler Sonnenberg-Winnenberg Oberbrombach Rötsweiler-Nockenthal Wilzenberg-Hußweiler Saarland Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Bernkastel-Wittlich Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Landkreis KuselVerbandsgemeinden in BIR.svg
Über dieses Bild

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BIR zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Birkenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Erste Durchführungsverordnung zum Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen (Groß-Hamburg-Gesetz) vom 15. Februar 1937
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 160 (PDF)
  4. Wahlergebnisse der Kreistagswahlen, der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  5. SPNV Süd, Reaktivierung der Strecke Baumholder-Heimbach kommt 2014
  6. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)