Landkreis Cochem-Zell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Cochem-Zell Deutschlandkarte, Position des Landkreises Cochem-Zell hervorgehoben50.137.18Koordinaten: 50° 8′ N, 7° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Cochem
Fläche: 691,82 km²
Einwohner: 62.382 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Kreisschlüssel: 07 1 35
Kreisgliederung: 92 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Endertplatz 2
56812 Cochem
Webpräsenz: www.cochem-zell.de
Landrat: Manfred Schnur (CDU)
Lage des Landkreises Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Cochem-Zell ist ein Landkreis in der nördlichen Mitte des Landes Rheinland-Pfalz. Er grenzt im Westen an den Landkreis Vulkaneifel, im Norden an den Landkreis Mayen-Koblenz, im Osten an den Rhein-Hunsrück-Kreis und im Süden an den Landkreis Bernkastel-Wittlich.

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis Cochem-Zell ist sehr dünn besiedelt. Mittig durch das Kreisgebiet fließt die Mosel. Nördlich des Flusses befindet sich die Eifel, südlich davon der Hunsrück. Das Kreisgebiet ist etwa zur Hälfte mit Wald bedeckt. Im Kreis befindet sich mit dem Kaiser-Wilhelm-Tunnel einer der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands zwischen Cochem und Ediger-Eller, die einzige Glaubersalztherme Deutschlands in Bad Bertrich und der steilste Weinberg Europas am Calmont nahe der Ortsgemeinde Bremm. Im Kreisgebiet an der Mosel wachsen hervorragende Weine. Berühmt ist die „Zeller Schwarze Katz“ aus der Gemarkung Zell.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet von Cochem-Zell kam 1815 unter preußische Verwaltung, 1816 entstanden die beiden Kreise Cochem und Zell im Regierungsbezirk Coblenz. Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Kreisreform (Drittes Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz vom 12. November 1968) wurde aus dem Landkreis Cochem und einem wesentlichen Teil des Landkreises Zell zum 7. Juni 1969 der heutige Landkreis Cochem-Zell neu gebildet.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen am Verwaltungsgebäude in Cochem

Beschreibung: Schräglinks geteilt: vorne in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, belegt mit einem silbernen Hifthorn mit goldenem Riemen; hinten in Schwarz ein wachsender, rot bewehrter, gezungter und gekrönter goldener Löwe (Wappen-Verleihung 20. April 1970)

Bedeutung: Das rote Kreuz steht für das Kurfürstentum Trier, das Horn für die Herrschaft Braunshorn in Beilstein mit großem Besitz im Kreis und der Löwe für die Pfalzgrafen von Aachen, die von 866 bis 1150 das Kreisgebiet beherrschten.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009
Gewichtetes Ergebnis
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,0 %
24,2 %
12,3 %
8,2 %
5,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,5 %p
+3,4 %p
-2,6 %p
+3,2 %p
+1,4 %p

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Cochem-Zell besteht aus 38 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden. Die Kreistagswahl am 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:[4]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,2 9 20,8 8 27,5 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 50,0 19 55,5 21 63,7 24
FDP Freie Demokratische Partei 8,2 3 5,0 2 4,4 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 5,2 2 3,8 1 4,5 2
FWG Freie Wählergruppen 12,3 5 14,9 6
gesamt 100,0 38 100,0 38 100,0 38
Wahlbeteiligung in % 62,2 66,2 74,3

Verkehr[Bearbeiten]

Das nördliche Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 48 (Trier–Koblenz) berührt. Ferner durchziehen es mehrere Bundes- und Kreisstraßen, darunter die B 49, B 259, B 421, und B 416.

Für den Schienenverkehr liegen neun Bahnhöfe und Haltepunkte im Kreis, darunter die IC-Stationen Cochem und Bullay mit Nahverkehrsverbindungen nach Bad Bertrich, zum Flughafen Frankfurt-Hahn, Traben-Trarbach und Zell (Mosel).

Die 1879 von der Preußischen Staatsbahn eröffnete Hauptbahn Koblenz–Trier folgt bis Pünderich dem Moseltal, schneidet aber zwischen der Kreisstadt Cochem und Ediger-Eller im „Kaiser-Wilhelm-Tunnel“ eine große Flussschleife ab, überquert die Mosel, führt durch den Petersberg bei Neef und durchstößt zwischen Bullay und Pünderich den schmalen Bergsporn des „Prinzenkopf“. In der ehemaligen Station Pünderich DB trennt sich die 1883 eröffnete Nebenbahn nach Traben-Trarbach von der Hauptbahn.

In Bullay begann 1905 die Strecke der Moselbahn AG, die allen Windungen des Flusses bis nach Trier hinauf folgte. Sie berührte auch die frühere Kreisstadt Zell (Mosel), bis der Personenverkehr 1961 und der Güterverkehr 1962 eingestellt wurden. Im Norden des Kreises nahm 1895 die Preußische Staatsbahn die Nebenlinie MayenDaun in Betrieb. Nach einer Unterbrechung des Personenverkehrs für etwa 10 Jahre wird dieser bis Kaisersesch wieder regulär bedient, während die Weiterfahrt mit der Eifelquerbahn nach Daun–Gerolstein nur im Sommer möglich ist.

Eine internationale Erschließung erfuhr der Kreis Cochem-Zell durch die Errichtung des Verkehrsflughafens Frankfurt-Hahn. Der Flughafen wird durch die Billigfluggesellschaft Ryanair dominiert.

Ab 2011 soll ein sogenanntes Gäste-Ticket eingeführt werden, damit Gäste den ÖPNV im Landkreis kostenfrei nutzen können, wenn der Beherbergungs-Betrieb pro Übernachtung in seinem Haus pauschal 0,50 € an den Landkreis zahlt.[5] Ähnliches gibt es bereits im Schwarzwald mit der KONUS-Gästekarte und im Bayerischen Wald mit dem Gästeservice Umweltticket.

Mundart im Kreis[Bearbeiten]

Im Kreis Cochem-Zell wird von Ort zu Ort unterschiedlich auch heute noch ausgeprägt in Mundart, Moselfränkisch, gesprochen. Jeder Ort hat sein eigenes „Platt“. Zur Pflege der Mundart im Kreis Cochem-Zell hat sich mit Unterstützung der Kreisverwaltung die „Initiative Mundart im Kreis Cochem-Zell“ gegründet. In einer eigenen Website werden Übersetzungen, „Stückelcher“, Gedichte und Sonstiges mehr gesammelt.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012[6])

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)

  1. Beilstein (137)
  2. Bremm (805)
  3. Briedern (330)
  4. Bruttig-Fankel (1069)
  5. Cochem, Stadt * (5181)
  6. Dohr (655)
  7. Ediger-Eller (1024)
  8. Ellenz-Poltersdorf (853)
  9. Ernst (565)
  10. Faid (1099)
  11. Greimersburg (691)
  12. Klotten (1280)
  13. Lieg (405)
  14. Lütz (344)
  15. Mesenich (309)
  16. Moselkern (579)
  17. Müden (Mosel) (663)
  18. Nehren (106)
  19. Pommern (Mosel) (436)
  20. Senheim (583)
  21. Treis-Karden (2260)
  22. Valwig (425)
  23. Wirfus (198)
  1. Binningen (690)
  2. Brachtendorf (271)
  3. Brieden (131)
  4. Brohl (378)
  5. Dünfus (307)
  6. Düngenheim (1307)
  7. Eppenberg (236)
  8. Eulgem (220)
  9. Forst (Eifel) (370)
  10. Gamlen (548)
  11. Hambuch (726)
  12. Hauroth (306)
  13. Illerich (699)
  14. Kaifenheim (827)
  15. Kail (291)
  16. Kaisersesch, Stadt * (3052)
  17. Kalenborn (218)
  18. Landkern (949)
  19. Laubach (651)
  20. Leienkaul (324)
  21. Masburg (1078)
  22. Möntenich (133)
  23. Müllenbach (627)
  24. Roes (504)
  25. Urmersbach (426)
  26. Zettingen (261)
  1. Alflen (832)
  2. Auderath (598)
  3. Bad Bertrich (1024)
  4. Beuren (450)
  5. Büchel (1137)
  6. Filz (89)
  7. Gevenich (634)
  8. Gillenbeuren (251)
  9. Kliding (222)
  10. Lutzerath (1498)
  11. Schmitt (134)
  12. Ulmen, Stadt * (3307)
  13. Urschmitt (200)
  14. Wagenhausen (61)
  15. Weiler (310)
  16. Wollmerath (212)
  1. Alf (859)
  2. Altlay (475)
  3. Altstrimmig (347)
  4. Blankenrath (1712)
  5. Briedel (994)
  6. Bullay (1481)
  7. Forst (Hunsrück) (67)
  8. Grenderich (373)
  9. Haserich (200)
  10. Hesweiler (131)
  11. Liesenich (313)
  12. Mittelstrimmig (425)
  13. Moritzheim (137)
  14. Neef (450)
  15. Panzweiler (274)
  16. Peterswald-Löffelscheid (747)
  17. Pünderich (880)
  18. Reidenhausen (188)
  19. Sankt Aldegund (615)
  20. Schauren (406)
  21. Sosberg (171)
  22. Tellig (296)
  23. Walhausen (228)
  24. Zell (Mosel), Stadt * (4127)
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisVerbandsgemeinden in COC.svg
Über dieses Bild

Energieagentur des Landkreises[Bearbeiten]

Name: unser-klima-cochem-zell e.V.

Abkürzung: UKCZ

Zweck: Klimaschutzverein

Vorsitz: Edwin Staudt, Erwin Theobald, Manfred Schnur, Thomas Rink, Karl-Heinz Simon

Gründung: 2012

Mitglieder: 58

Mitarbeiter: 3

Sitz: Landkreis Cochem-Zell

Website: ukcz.de

unser-klima-cochem-zell e.V.[Bearbeiten]

Bereits seit 2009 engagieren sich zahlreiche regionale und überregionale Akteure für die nachhaltige Entwicklung des Landkreises Cochem-Zell. So unterzeichneten im Mai 2009 38 Partner das „Cochemer Protokoll", in dem sie sich zur Unterstützung dieser Entwicklung verpflichteten.

Parallel dazu entwickelte sich ein Akteursnetzwerk zur nachhaltigen Etablierung der Bioenergie im Landkreis.

Unser-klima-cochem-zell e.V.

Die Aktivitäten beider Netzwerke werden derzeit aus Mitteln der Klimaschutzinitiative des Bundes sowie aus dem Bundeswettbewerb „Bioenergie-Regionen" finanziert. Um die wichtige Vernetzungsarbeit auch nach der Förderperiode fortzuführen und die vielfältigen Aktivitäten stärker zu bündeln, wurde der Verein „unser-klima-cochem-zell e.V." gegründet.

Der Verein nimmt Beratungstätigkeiten, Bildungsarbeit sowie die Kommunikation in diesem Bereich wahr. Mit diesem Angebot will der Verein über alle Fragen der Energieeinsparung, einer klimafreundlichen Energienutzung und -erzeugung sowie über den Einsatz Erneuerbarer Energien informieren, um dadurch einen Beitrag zum Klima- und auch zum Umweltschutz zu leisten. Er ist gemeinnützig tätig, eine wirtschaftliche Betätigung ist nicht Gegenstand seiner Ziele.

Anlässlich der Gründung am 23.08.2012 trafen sich 16 bisherige Netzwerkpartner sowie weitere Interessierte in der Kreisverwaltung Cochem-Zell und unterzeichneten gemeinsam die Vereinssatzung.

„Dieser Verein ist für die Akteure ein weiterer wichtiger Mosaikstein in der Vernetzung und Umsetzung der Klimaschutzaktivitäten im Null-Emissions-Landkreis-Cochem-Zell", freut sich der Vorsitzende, Landrat Manfred Schnur. Dazu sei die Einbindung aller Interessen und Kompetenzen notwendig. Dem Verein gehören Kommunen und Handwerksunternehmen ebenso an wie Energieversorger, der Bund für Umwelt und Naturschutz sowie Privatpersonen. Weitere bisherige Netzwerkpartner haben ihre Mitgliedschaft bereits in Aussicht gestellt.


Die Mitgliedschaft im Verein ist offen für jedermann, mitmachen kann also jeder: Vom Bürger bis zum Unternehmen sind alle willkommen, ebenso wie beispielsweises Verbände oder auch wissenschaftliche Einrichtungen.

Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell[Bearbeiten]

Null-Emissions-Lanskreis Cochem-Zell

Seit der Verabschiedung der „Lokalen Agenda 21“ im Jahr 2003 orientiert sich der Landkreis Cochem-Zell an einer nachhaltigen Entwicklung. Dabei ist es ein vorrangiges Ziel, die Landschaft und die Lebensbedingungen als wichtigstes Kapitel des Landkreises zu bewahren und zu schützen. Landschaftlich ist der Landkreis vor allem durch die Steilhänge an der Mosel geprägt, die vornehmlich für den Weinbau genutzt werden. Aber auch die Land- und Forstwirtschaft stellt insbesondere auf den Höhenlagen der Eifel und des Hunsrücks eine wichtige Einnahmequelle der Region dar. Die Pflege der landwirtschaftlichen und weinbaulichen Flächen sowie des Waldes ist die Grundlage für eine einmalige Kulturlandschaft, die jedes Jahr Millionen Touristen anzieht. Der Tourismus ist eine der Haupterwerbsgrundlagen im Landkreis.

Der Landkreis Cochem-Zell kann schon heute den gesamten Strombedarf für die rund 63.475 (Stand: 31. Dez. 2012) Einwohner aus erneuerbaren Energien bereitstellen. Einstimmig hat der Kreistag des Landkreises Cochem-Zell das Ziel erklärt: „Cochem-Zell wird Null-Emissions-Landkreis". Bis zum Jahr 2020 sollen bis zu 50 % der CO2 Emissionen bezogen auf das Jahr 1990 ausgeglichen und langfristig der vollständige Ausstoß kompensiert werden. Dies soll insbesondere durch Energieeinsparung, -effizienz und -suffizienz sowie den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Strom- und Wärmeversorgung erfolgen. Der Landkreis hat hierzu ein Klimaschutzkonzept, das in seinen Handlungsempfehlungen den Weg aufzeigt. Der Landkreis hat eine CO2-Bilanz erstellt, aus der verdeutlicht wird, dass die gesetzten Ziele erreichbar sind. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Entwicklung einer CO2-neutralen Tourismusregion gelegt.

Die Null-Emissions-Strategie verfolgt einen Optimierungsprozess auf der Grundlage eines regionalen Stoffstrommanagements. Dabei ist der Null-Emissions-Ansatz als Wirtschaftsförderungsstrategie zu verstehen und nicht mit einer Verschlechterung der Standortbedingungen für bestehende Unternehmen verbunden. Vielmehr sollen diese von der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes profitieren und nicht vermeidbare Emissionen mit den potentiellen Einsparungen aufrechnen können. Ein besonderes Gewicht wird auf dem Weg zu einem Null-Emissions-Landkreis auf die Entwicklung einer CO2-neutralen Tourismusregion gelegt. Durch innovative Klimaschutzmaßnahmen soll eine nachhaltige Tourismusinfrastruktur entstehen, welche die Vermarktungsmöglichkeiten und somit die Standortattraktivität steigert. In diesem Prozess werden auch die durch den Tourismus verursachten Verkehrsbewegungen berücksichtigt. Einen guten Ansatz bietet dabei zum Beispiel die Vermeidung des Individualverkehrs durch den Ausbau eines angebotsorientierten ÖPNV.

Cochem-Zell ist zudem eine von 25 Siegerregionen im Bundeswettbewerb „Bioenergie-Regionen“. Mit Hilfe einer Bundesförderung von 400.000 Euro für drei Jahre (2009 - 2012) soll die Bioenergie in der Region nachhaltig etabliert werden. Das Ziel ist die ausgewogene stoffliche und energetische Nutzung der Biomasse, die Sicherstellung nachhaltiger Nutzung von Biomassepotenzialen sowie die maximale regionale Wertschöpfung. Hierzu stehen im Landkreis Bioenergiepotenziale von rund 33 Millionen Litern Heizöl zur Verfügung, die nachhaltig genutzt werden sollen. Durch eine anschließende zweite Förderphase (2012 - 2015) können die Projekte weiter voran getrieben werden.

Für diese Entwicklung haben wir uns folgendes Leitbild gegeben:

Leitbild UKCZ.jpg

Ausgangsbasis[Bearbeiten]

Gegenüber dem Referenzwert von 1990 konnten wir bereits jährlich 150.000 Tonnen CO2 einsparen. Die aktuelle CO2-Bilanz zeigt, dass bei Betrachtung der emittierenden Bereiche Strom, Wärme und Verkehr damit bereits 15 % eingespart wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Bereich Verkehr rund 50 % des CO2-Aussstoßes verursacht. Insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor hat zu den derzeitigen Einsparungen geführt. Bereits heute können wir den gesamten Strombedarf im Landkreis Cochem-Zell aus erneuerbaren Energien bereitstellen. Dabei verschieben sich seit Jahren Anteile zugunsten der Energieerzeugung aus Wind, Biomasse und Solar. Der Wärmebedarf im gesamten Landkreis wird derzeit zu 4 % aus erneuerbaren Energien gedeckt.

Ziele[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 2020 sollen 50 % der CO2-Emissionen gegenüber dem Referenzwert von 1990 einspart werden. Bis zum Jahr 2050 soll es bilanziell ein „Null-Emissions-Landkreis“ sein. Die CO2-Bilanz beweist: Bei konsequenter Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes ist dies auch erreichbar. Dazu ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit notwendig, um den Menschen im Landkreis Cochem-Zell davon zu überzeugen: Klimaschutz zahlt sich aus!

Außerdem wollen wir:

  • den Menschen im Landkreis eine bezahlbare Energie auf Dauer sichern,
  • unsere Wirtschaft nachhaltig fördern,
  • als ländlicher Kreis besonders den regionalen Mehrwert durch die Bioenergie abschöpfen,
  • in den nächsten 40 Jahren drei Milliarden Euro an Investitionen im Landkreis auslösen,
  • in den nächsten 40 Jahren eine jährliche regionale Wertschöpfung von 200 Millionen Euro schaffen.

Bioenergieregion Cochem-Zell[Bearbeiten]

Moselschleife bei Bremm

Der Landkreis Cochem-Zell ist eine von bundesweit 21 Bioenergieregionen.

Von 2009 - 2012 förderte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die 25 Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs „Bioenergie-Regionen“ mit dem Ziel, technische und kommunikative Strukturen zum Ausbau von Bioenergie im ländlichen Raum zu etablieren und Vorbilder zu schaffen. Dabei konnte sich die Bioenergieregion Cochem-Zell gegen 210 Mitbewerber durchsetzen. Aufgrund des großen Erfolgs der ersten Förderphase unterstützt das BMELV die meisten Regionen bei der Umsetzung ihrer erweiterten Regionalentwicklungskonzepte bis 2015.

Die Schaffung einer „Bioenergie-Region Cochem-Zell" passt strategisch zu den Klimaschutzzielen unseres Kreises. Der Kreistag hat einstimmig die Entwicklung zu einem „Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell" beschlossen. Dabei sollen in einem ersten Schritt die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 50 % gesenkt werden. Zudem will sich der Landkreis als CO2-neutrale Tourismusregion etablieren. Da die Ersetzung fossiler Energieträger zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen führt, leistet die Bioenergie-Strategie einen großen Beitrag zu den gesetzten Klimaschutzzielen.

Im Regionalentwicklungskonzept für die Förderphase 2009 – 2012 wurden die kurzfristig verfügbaren Biomassepotenziale ermittelt, die einem jährlichen Gegenwert von 33 Millionen Liter Heizöl entsprechen. Die Bioenergie kann damit auch zu einer wichtigen Säule der Wirtschaft des Landkreises entwickelt werden. Schon heute ist der Anteil der Land- und Forstwirtschaft sowie des Weinbaus an der gesamten Bruttowertschöpfung überdurchschnittlich hoch. Ein Ausbau der energetischen Nutzung der Potenziale dieses Wirtschaftszweiges führt zu weiteren positiven regionalen Wertschöpfungseffekten. Die Menschen in der Region mitzunehmen, war eine wichtige Aufgabe der Bioenergieregion bei der Umsetzung des Regionalentwicklungskonzeptes. Durch Netzwerk- und Pressearbeit, Bildungsmaßnahmen und Wissenstransfer sowie die Schaffung von Wissensgrundlagen für weitere Projekte ist das gelungen.

Die zweite Förderphase von 2012 bis 2015 zielt nunmehr auf die gezielte Steigerung der Wertschöpfung und der Stoffstromeffizienz sowie den Transfer der gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten an weitere Akteure und Regionen ab. Die Bioenergieregion Cochem-Zell arbeitet deshalb auch mit einer sogenannten Zwillingsregionen zusammen und leisten auf diese Weise einen ganz gezielten Wissenstransfer. Die Zwillingsregion der Bioenergieregion Cochem-Zell ist der Landkreis Birkenfeld.

Die Aufgabe der Bioenergieregion war und ist der Aufbau von langfristigen Strukturen zum Ausbau von Bioenergie mit Hilfe von Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Daher wurde im Landkreis Cochem-Zell der Verein „unser-klima-cochem-zell e.V.“ gegründet, der auch die Trägerschaft für das Projekt „Bioenergie-Region“ übernommen hat. Der Verein besteht aus Kommunen, Gewerbetrieben, wissenschaftlichen Einrichtungen, Verbänden sowie Privatpersonen. Ziel ist es, langfristig zu mehr Eigenständigkeit bei Erzeugung und Einsatz von Bioenergie zu gelangen. Dabei sollen die regionalen Bioenergie-Potenziale ausgeschöpft, effizient eingesetzt und die besonderen Stärken der Regionen genutzt werden. Mit den im Regionalentwicklungskonzept 2.0 vorgesehenen Projekten trägt die Bioenergieregion Cochem-Zell zum Klimaschutz, zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie regionalen Energiealternativen bei und ist Vorbild für diese Themen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Cochem-Zell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 160 (PDF; 2,1 MB)
  3. Landkreis Cochem-Zell
  4. Wahlergebnisse der Kreistagswahlen, der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  5. Gäste-Ticket ab 2011
  6. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)