Landkreis Cochem-Zell
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz |
| Verwaltungssitz: | Cochem |
| Fläche: | 719,42 km² |
| Einwohner: |
63.409 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 88 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | COC |
| Kreisschlüssel: | 07 1 35 |
| NUTS: | DEB16 |
| Kreisgliederung: | 92 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Endertplatz 2 56812 Cochem |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Manfred Schnur (CDU) |
| Lage des Landkreises Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz | |
Der Landkreis Cochem-Zell ist ein Landkreis in der nördlichen Mitte von Rheinland-Pfalz. Er grenzt im Westen an den Landkreis Vulkaneifel, im Norden an den Landkreis Mayen-Koblenz, im Osten an den Rhein-Hunsrück-Kreis und im Süden an den Landkreis Bernkastel-Wittlich.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Der Landkreis Cochem-Zell ist sehr dünn besiedelt. Mittig durch das Kreisgebiet fließt die Mosel. Nördlich des Flusses befindet sich die Eifel, südlich davon der Hunsrück. Das Kreisgebiet ist etwa zur Hälfte mit Wald bedeckt. Im Kreis befindet sich mit dem Kaiser-Wilhelm-Tunnel einer der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands zwischen Cochem und Ediger-Eller, die einzige Glaubersalztherme Deutschlands in Bad Bertrich und der steilste Weinberg Europas am Calmont nahe der Ortsgemeinde Bremm. Im Kreisgebiet an der Mosel wachsen hervorragende Weine. Berühmt ist die „Zeller Schwarze Katz“ aus der Gemarkung Zell.
[Bearbeiten] Geschichte
Das heutige Kreisgebiet von Cochem-Zell kam 1815 unter preußische Verwaltung, 1816 entstanden die beiden Kreise Cochem und Zell im Regierungsbezirk Coblenz. Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Kreisreform (Drittes Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz vom 12. November 1968) wurde aus dem Landkreis Cochem und einem wesentlichen Teil des Landkreises Zell zum 7. Juni 1969 der heutige Landkreis Cochem-Zell neu gebildet.[2]
[Bearbeiten] Wappen
Beschreibung: Schräglinks geteilt: vorne in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, belegt mit einem silbernem Hifthorn mit goldenem Riemen; hinten in Schwarz ein wachsender, rot bewehrter, gezungter und gekrönter goldener Löwe (Wappen-Verleihung 20. April 1970)
Bedeutung: Das rote Kreuz steht für das Kurfürstentum Trier, das Horn für die Herrschaft Braunshorn in Beilstein mit großem Besitz im Kreis und der Löwe für die Pfalzgrafen von Aachen, die von 866 bis 1150 das Kreisgebiet beherrschten.[3]. .
→ Liste der Wappen im Landkreis Cochem-Zell
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Kreistag
Der Kreistag des Landkreises Cochem-Zell besteht aus 38 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden. Bei den Wahlen zum Kreistag am 7. Juni 2009 ergab sich folgendes Wahlergebnis:[4]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2009 |
Sitze 2009 |
% 2004 |
Sitze 2004 |
% 1999 |
Sitze 1999 |
|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 24,2 | 9 | 20,8 | 8 | 27,5 | 10 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 50,0 | 19 | 55,5 | 21 | 63,7 | 24 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 8,2 | 3 | 5,0 | 2 | 4,4 | 2 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 5,2 | 2 | 3,8 | 1 | 4,5 | 2 |
| FWG | Freie Wählergruppen | 12,3 | 5 | 14,9 | 6 | – | – |
| gesamt | 100,0 | 38 | 100,0 | 38 | 100,0 | 38 | |
| Wahlbeteiligung in % | 62,2 | 66,2 | 74,3 | ||||
[Bearbeiten] Verkehr
Das nördliche Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 48 (Trier–Koblenz) berührt. Ferner durchziehen es mehrere Bundes- und Kreisstraßen, darunter die B 49, B 259, B 421, und B 416.
Für den Schienenverkehr liegen neun Bahnhöfe und Haltepunkte im Kreis, darunter die ICE-Stationen Cochem und Bullay mit Nahverkehrsverbindungen nach Bad Bertrich, zum Flughafen Frankfurt-Hahn, Traben-Trarbach und Zell (Mosel).
Die 1879 von der Preußischen Staatsbahn eröffnete Hauptbahn Koblenz–Trier folgt bis Pünderich dem Moseltal, schneidet aber zwischen der Kreisstadt Cochem und Ediger-Eller im „Kaiser-Wilhelm-Tunnel“ eine große Flussschleife ab, überquert die Mosel, führt durch den Petersberg bei Neef und durchstößt zwischen Bullay und Pünderich den schmalen Bergsporn des „Prinzenkopf“. In der ehemaligen Station Pünderich DB trennt sich die 1883 eröffnete Nebenbahn nach Traben-Trarbach von der Hauptbahn.
In Bullay begann 1905 die Strecke der Moselbahn AG, die allen Windungen des Flusses bis nach Trier hinauf folgte. Sie berührte auch die frühere Kreisstadt Zell (Mosel), bis der Personenverkehr 1961 und der Güterverkehr 1962 eingestellt wurden. Im Norden des Kreises nahm 1895 die Preußische Staatsbahn die Nebenlinie Mayen–Daun in Betrieb. Nach einer Unterbrechung des Personenverkehrs für etwa 10 Jahre wird dieser bis Kaisersesch wieder regulär bedient, während die Weiterfahrt mit der Eifelquerbahn nach Daun–Gerolstein nur im Sommer möglich ist.
Eine internationale Erschließung erfuhr der Kreis Cochem-Zell durch die Errichtung des Verkehrsflughafens Frankfurt-Hahn. Der Flughafen wird durch die Billigfluggesellschaft Ryanair dominiert.
Ab 2011 soll ein sogenanntes Gäste-Ticket eingeführt werden, damit Gäste den ÖPNV im Landkreis kostenfrei nutzen können, wenn der Beherbergungs-Betrieb pro Übernachtung in seinem Haus pauschal 0,50 € an den Landkreis zahlt [5]. Ähnliches gibt es bereits im Schwarzwald mit der KONUS-Gästekarte und im Bayerischen Wald mit dem Gästeservice Umweltticket.
[Bearbeiten] Mundart im Kreis
Im Kreis Cochem-Zell wird von Ort zu Ort unterschiedlich auch heute noch ausgeprägt in Mundart, Moselfränkisch, gesprochen. Jeder Ort hat sein eigenes „Platt“. Zur Pflege der Mundart im Kreis Cochem-Zell hat sich mit Unterstützung der Kreisverwaltung die „Initiative Mundart im Kreis Cochem-Zell“ gegründet. In einer eigenen Website werden Übersetzungen, „Stückelcher“, Gedichte und Sonstiges mehr gesammelt.
[Bearbeiten] Städte und Gemeinden
Der Landkreis Cochem-Zell ist der einzige Landkreis in Deutschland, der keine Gemeinde über 5000 Einwohner hat.
Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:
(* Sitz der Verbandsgemeinde; Einwohner am 31. Dezember 2010[6])
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Kreisjahrbücher Cochem-Zell; ab 1985
- Alfons Friderichs: Klöster im Kreis-Cochem-Zell; in: Geschäftsbericht der Kreissparkasse Cochem-Zell 1989 und 1990.
- Alfons Friderichs: Wappenbuch des Kreises Cochem-Zell, Darmstadt 2001, ISBN 3-00-008064-3
- Alfons Friderichs: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell, Trier 2004, ISBN 3-89890-084-3
- Alfons Friderichs: "Urkunden & Regesten der Städte, Gemeinden, Burgen, Klöster, Mühlen und Höfe im Kreis Cochem-Zell bis 1900", Kliomedia, Trier 2010, ISBN 978-3-89890-125-3
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website des Landkreises Cochem-Zell
- Die Wappen der Gemeinden im Landkreis
- Die Mundartseite im Kreis Cochem-Zell
- Literatur von Landkreis Cochem-Zell im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Links zum Thema Landkreis Cochem-Zell im Open Directory Project
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 160 (PDF)
- ↑ Landkreis Cochem-Zell
- ↑ Wahlergebnisse der Kreistagswahlen, der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
- ↑ Gäste-Ticket ab 2011
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB)
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